Von Daniel F. Pinnow, 05. November 2010
Anfang letzter Woche hat die Bayerische Staatsregierung zu einer denkwürdigen Feier in die Staatskanzlei geladen: Die Bayerische EliteAkademie wurde zum „Ausgewählten Ort im Land der Ideen 2010“ gekürt und die Absolventen des mittlerweile elften (!) Jahrgangs mit guten Wünschen von Bayerns politischer, wirtschaftlicher und intellektueller Führungsriege verabschiedet.
Elite? Das sind die Ausgewählten, die Besten, das sind Visionäre, Ideengeber, das sind mutige und charakterstarke (Nachwuchs-)Führungskräfte. Wer dabei war, konnte sich selbst davon überzeugen. Auf der Bühne nahmen 26 hochtalentierte Studenten, nach größtenteils 1er Abitur, Auszeichnungen und Vorbildstudium nun noch die Abschluss-Urkunde der EliteAkademie entgegen.
Akademie? Kann man „Elite“ denn lernen? Man kann, vorausgesetzt, der Boden, in den die Samen gesetzt werden, ist fruchtbar. Und es sind mal wieder die Bayern, die uns zeigen, wie. Anders als die Grandes écoles in Frankreich oder die Ivy-League in den USA (Harvard, Yale, etc) versammeln sie ihre Studenten nicht an Elite-Universitäten, sondern wählen die besten jungen Köpfe aller Universitäten ihres Landes und geben ihnen während der Vorlesungsfreien Zeit all das mit, was eine Führungskraft ausmacht: Wissen, Handlungskompetenzen aber vor allem Werte und Ethik.
Das Ergebnis ist eine neue Elite, die - da bin ich hoffnungsvoll - das in der EliteAkademie Gelernte mit der nötigen Demut und dem Bewusstsein kombiniert, dass diese Geschenke dazu da sind, Verantwortung zu übernehmen und sie zum Wohle anderer einzusetzen. Sie bezieht Stellung, nimmt ihre Vorbildfunktion ernst und handelt nachhaltig. Kurz und gut: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Ein Beispiel, das in Deutschland Schule machen sollte.