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Asset-Backed-Securities

Vergleichbar der Factoring-Finanzierung können auch bei der Finanzierung über Asset-Backed-Securities (ABS) liquide Mittel durch Forderungsverkauf beschafft werden. Beim Factoring wird ein Forderungsbestand direkt an einen Forderungskäufer (Factor) verkauft. Bei einer ABS-Finanzierung verkauft ein Unternehmen seinen Forderungsbestand zunächst an eine Zweckgesellschaft, die dann emittierte Wertpapiere (Anleihen) mehreren Investoren anbietet. Als Kreditsicherheit dient wiederum der Forderungsbestand.

In der Praxis werden bei ABS-Finanz-Konstruktionen den beteiligten Akteuren folgende Begriffe zugeordnet:

  • Originator (forderungsverkaufende Unternehmen) 
  • Special Purpose Vehicle SPV (Zweckgesellschaft)
  • Investoren

Die Gründung der Zweckgesellschaft erfolgt durch den Originator selbst oder mittels einer dritten Gesellschaft um eine unabhängige, klare Trennung des zu verkaufenden Forderungsvermögens vom übrigen Vermögen des Originators durchzuführen.

Da der Originator gegenüber den Investoren einen Informationsvorsprung und gewisse “Gestaltungsspielräume” hat können die Ansprüche der Investoren grundsätzlich beeinträchtigt werden. Daher übernehmen verschiedene Institutionen die Aufgaben, Informationen zu beschaffen und Kontrollen auszuüben, zumal es für einzelne Investoren aus Zeit-, Kosten- und Komplexitätsgründen wenig sinnvoll ist solche Kontrollen selbst auszuüben.

Darüber hinaus werden zur Sicherung der Investorenansprüche von Versicherungsgesellschaften und Banken häufig Ausfallversicherungen oder Ausfallbürgschaften angeboten oder der Originator tritt selbst als Bürge auf.

Factoring und ABS

Die Factoring und ASB-Finanzierung erfolgt über ein “spezialisiertes” Finanzierungs-Unternehmen (Factor, SPV) die die Forderungen von einem Verkäufer laufend oder einmalig ankaufen und die Verwaltung der Forderungenübernimmt. Diese Art von Stand-Alone-Finanzierung (internen Finanzierung) eröffnet die Möglichkeit, finanzielle Mittel zu erlangen, ohne zusätzliches externes Fremd- oder Eigenkapital aufnehmen zu müssen, da sowohl beim Factoring als auch bei der ABS-Finanzierung liquide Mittel über den Verkauf von Unternehmensaktiva erzielt werden.

Prinzipiell ergeben sich bei diesen Finanzierungen Transaktionskostenvorteile, da die Bewertung eines Forderungsbestandes unkomplizierter ist als eine gesamte Unternehmensbewertung.

Funktionale Unterschiede

Factoring

  1. Finanzierung:
    Der Factor kauft die Forderungen meist “laufend” und gewährt bis zu deren Fälligkeit einen Vorschuss von 80 bis 90 Prozent des Forderungsbetrages.
  2. Service:
    Der Factor übernimmt die Verwaltung des Forderungsbestandes (Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen und Inkasso etc.)
  3. Delkredere:
    Der Factor übernimmt meist auch das volle Kreditrisiko.

Finanzierung

  1. Nur Finanzierungsfunktion (liquide Mittel fließen vor Forderungsfälligkeit).
  2. Einmaliger Forderungsverkauf.
  3. keine Dienstleistungsfunktion (Originator oder eine andere Gesellschaft treten als Service-Agent auf).
  4. keine Delkrederefunktion (Investoren betreiben keinen direkten Forderungseinzug , keine Überwachung, tragen nur einen geringen Teil des Ausfallrisikos, externe Sicherungsgeber sichern das Ausfallrisiko).
  5. Investor ist Inhaber eines verbrieften Zahlungsanspruchs (leichtere Liquidierbarkeit für den Investor).
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