Kontakt Seminare Akademie Forum 2019

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss ist die Gegenüberstellung von Betriebsvermögen und "Schulden", sowie die Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag im abgelaufenen Geschäftsjahr eines Unternehmens.

Der Jahresabschluss ist nach den Grundsätzen der Ordnungsmäßigkeit in der Bilanzierung aufzustellen (§ 243 HGB). Aber auch "kaufmännischer Brauch", Steuerrechtsprechung und betriebswirtschaftliche Erkenntnisse fließen in den Jahresabschluss ein.

Das HGB unterscheidet den Jahresabschluss von Kapital- und Personengesellschaften/Einzelunternehmen.

Der Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften (AG, KG auf Aktien, GmbH, Genossenschaften) sowie - als Ausnahme die GmbH & Co. KG -  hat mindestens 3 Bestandteile, die aufgestellt werden müssen:

Der Jahresabschluss ist von den gesetzlichen Vertretern aufzustellen - also Vorstand (AG, KGaA), Geschäftsführung (GmbH), haftende Gesellschafter (GmbH & Co. KG).

Die Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses beträgt bei großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften drei Monate nach dem Bilanzstichtag, bei kleinen Kapitalgesellschaften maximal sechs Monate nach dem Bilanzstichtag.

Kapitalgesellschaften (auch Genossenschaften und Konzerne) müssen ihren Jahresabschluss und ihren Lagebericht durch einen Abschlussprüfer (vereidigte Buchprüfer, Wirtschaftsprüfer) prüfen lassen.

Nach der Bestätigung des Jahresabschlusses durch den Abschlussprüfer erfolgt die Feststellung durch die Organe Gesellschafterversammlung (GmbH) bzw. durch den Aufsichtsrat (AG) und im Anschluss darin die "Offenlegung" (§§ 325ff. HGB).

Kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften hinterlegen den Jahresabschluss bei einem Registergericht (Amtsgericht) und geben in einem "öffentlichen Blatt" (z.B. Bundesanzeiger) die Tatsache der Hinterlegung bekannt. Große Kapitalgesellschaften veröffentlichen den gesamten Jahresabschluss im Bundesanzeiger.

Die Frist für die Offenlegung beträgt bei kleinen Kapitalgesellschaften maximal zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag (Einreichung beim Handelsregister); bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften maximal neun Monate nach dem Bilanzstichtag.


Der Umfang der Offenlegungspflicht richtet sich ebenfalls nach der Größe der Gesellschaft: 

  • Bilanz (kleine Kapitalgesellschaften in verkürzter Form),
  • Anhang (kleine Kapitalgesellschaften ohne GuV)
  • Ergebnis(-verwendungsvorschlag) und Verwendungsbeschluss,
  • Gewinn- und Verlustrechnung (mittelgroße Gesellschaften nur Rohergebnis ohne Umsatzangaben),
  • Lagebericht (mittlere und große Gesellschaften),
  • Anhang (mittlere und große Gesellschaften),
  • Bericht des Aufsichtsrates (falls vorhanden bei mittleren und großen Gesellschaften),
  • Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers (mittlere und große Gesellschaften).

Kommen die gesetzlichen Vertreter der Kapitalgesellschaften ihrer Pflicht zur Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes nicht nach, können sie - meist nach Antrag eines Gläubigers - vom Registergericht durch Festsetzung eines Zwangsgeldes gezwungen werden, diese "Organpflicht" zu erfüllen (§ 335 HGB).

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften (OHG, KG, BGB-Gesellschaften, Stille Gesellschaften) besteht der Jahresabschluss nach § 242 Abs. 3 HGB nur aus 

Für die rechtzeitige (maximal sechs Monate) und richtige Aufstellung des Jahresabschlusses sind die Einzelunternehmer bzw. bei Personengesellschaften die persönlich haftenden Gesellschafter verantwortlich. Eine Offenlegungspflicht besteht nicht.

Advance - Online lesen!
ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT
Advance 02/18
Advance lesen
Der Akademie Newsletter
Werden Sie Teil der Akademie Welt

News exklusiv für Abonnenten

Zum Newsletter anmelden: