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Kalkulatorische Abschreibungen

Kalkulatorische Abschreibungen sind im Controlling ein verbreitetes Instrument, den Wertverlust von Wirtschaftsgütern möglichst "real" zu erfassen. Sie beinhalten keine "steuerbilanzpolitischen" Aspekte.

Die Erfassung von kalkulatorischen Kosten

Kalkulatorische Abschreibungen sind somit Kosten und werden in der Kalkulation bzw. Selbstkosten- und Betriebsergebnisrechnung berücksichtigt. Die Finanzierung des Wertverlustes von Wirtschaftsgütern sollte aus eigener Kraft (d.h. durch Cash-Flow) erfolgen und nicht durch die Zuführung von Fremd- oder Eigenkapital.

Begründung unterschiedlicher Wertansätze

Die folgenden Gründe für unterschiedliche Wertansätze in (Handels-/Steuer-) Bilanz und Betriebswirtschaft ("Controlling") mögen das verdeutlichen:

  • In der Bilanz werden alle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögensabgeschrieben, ohne Rücksicht auf ihre tatsächliche betriebliche Nutzung.
  • Die kalkulatorische Abschreibung wird nur dann angewendet, wenn einWirtschaftsgut betriebsnotwendig ist - d.h. zur Leistungserstellung erforderlich ist.
  • Bilanzielle Abschreibungen dürfen nach Handels-/Steuerrecht nur aufBasis der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsgutes erfolgen.
  • Kalkulatorische Abschreibungen werden dagegen auf Basis (erwarteter)Wiederbeschaffungskosten berechnet. Damit kann das Unternehmen über die kalkulatorischen Abschreibungen als Verkaufspreis-Bestandteil einen "Substanzerhalt" bewirken.
  • Kalkulatorische Abschreibungen werden so lange berücksichtigt, wiedas Wirtschaftsgut betrieblich genutzt wird ("betriebsgewöhnliche" bzw. technisch erwartete Nutzungsdauer).
  • Zwecks gleichmäßiger Kostenverteilung in der Kalkulation erfolgt diekalkulatorische Abschreibung als lineare Abschreibung. Anders in der Handels-/Steuerbilanz, wo Stichtagswert oder steuerliche Gestaltung maßgeblich sind, was häufig zur Anwendung der degressiven oder degressiv-linearen Abschreibung führt.

Falls bei kalkulatorischer Abschreibung der Wiederbeschaffungswert eines Wirtschaftsgutes nicht oder nur schwer ermittelt werden kann, nutzt man in der Praxis häufig die folgende Index-Formel.

Wiederbeschaffungswert = (Anschaffungswert * Index Wirtschaftsjahr) / Index Anschaffungsjahr
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Advance 02/18
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