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Kostenvergleichs-Methode

Die Kostenvergleichs-Methode (Kostenvergleichsverfahren) gehört zu den klassischen statischen Investitionsrechnungsverfahren und dient als Entscheidungshilfe bei Ersatz-, Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen. Hierzu werden die Durchschnittskosten mehrerer Investitionsalternativen verglichen und das kostenminimale Objekt ausgewählt.

Bei der Kostenvergleichs-Methode werden folgende Kostenarten einbezogen:

  • Laufende Betriebskosten (Material-/Energieverbrauch, direkte Personalkosten, Wartung u.a.)
  • Kapitalkosten (kalkulatorische Abschreibung und Zinsen)

Vorgehensweise

Es existieren zwei Verfahrensweisen bei der Kostenvergleichs-Methode und zwar der:

1. Periodenvergleich

Dieser ist anwendbar bei quantitativ und qualitativ vergleichbaren Leistungen der Alternativen. Bei der Ermittlung der Gesamtkosten empfiehlt es sich aber - soweit möglich - eine Trennung in fixe und variable Kosten vorzunehmen. Der Anschaffungsaufwand wird durch kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen berücksichtigt.

Beispiel:

Grunddaten Anlage A Anlage B
Anschaffungskosten (Euro) 800.000 1.000.000
Restwert (Euro) 0 0
Nutzungsdauer (Jahre) 4 5
Kalkulationszinsfuß 10% 10%

Kostenarten

Variable Kosten (Euro)
- Fertigungsmaterial 100.000 120.000
- Fertigungslöhne 200.000 150.000
- Betriebsstoffe 3.000 4.000
- Instandhaltung 3.000 3.000
- Energie 40.000 30.000
- sonstige variable Kosten 4.000 3.000
= Summe variable Kosten 350.000 310.000
Fixkosten (Euro)
- Raumkosten 20.000 20.000
- kalkulator. AfA 200.000 200.000
- kalkulator. Zinsen 40.000 50.000
- sonstige Fixkosten 10.000 10.000
= Summe Fixkosten 270.000 280.000
Gesamtkosten (Euro) 620.000 590.000

2. Stückkostenvergleich

Dieses Verfahren ist vorteilhaft, wenn die betrachteten Alternativen unterschiedliche Kapazitäten haben. Als Auswahlkriterium kommen hier nur die Stückkosten in Frage, die ebenfalls getrennt nach fixen und variablen Kosten ausgewiesen werden sollten.

Beispiel

Daten Anlage A Anlage B
Ausbringungsmenge (ME) 60.000 50.000
variable Kosten/Stück: EUR/ME 6,00 6,60
+ Fixkosten EUR/ME 4,00 4,40
= Gesamtkosten EUR/ME 10,00 11,00

Dieser Kostenvergleich ist bei Investitionsentscheidung nur dann sinnvoll, wenn auch die leistungsfähigere Anlage ausgelastet ist. Rechnerisch muss hierzu der erforderliche kritische Wert berechnet werden, der die Auslastung ermittelt, bei der die für beide Alternativen gleichen Kosten anfallen.

Kritischer Wert = (höhere Fixkosten - niedrigere Fixkosten) / (höhere variable Kosten/ME - niedrigere variable Kosten/ME)

Beispiel: (Werte aus obiger Tabelle)

Kritischer Wert = (240.000 - 220.000) / (11,00 - 10,00) = 20.000 / 1,00 = 20.000 ME

Bei einer Produktionsleistung von 20.000 ME entstehen bei beiden Anlagen gleich hohe Kosten.

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