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Leasing

Leasing wird für eine Anzahl unterschiedlicher Finanzierungsformen auf Miet- oder Pachtbasis gebraucht.

Der Leasinggeber als juristischer Eigentümer eines wirtschaftlichen Gebrauchsgutes verpflichtet sich, diesen Gegenstand dem so genannten Leasingnehmer (juristischer Besitzer oder wirtschaftlicher Eigentümer) gegen periodische Zahlung von Leasingraten) für eine vorher festgelegte Dauer zur Nutzung zu überlassen. Häufig enthalten Leasingverträge aber - über die reine Gebrauchsüberlassung hinausgehende - Vertragsbestandteile, die für klassische Miet- und Pachtverträge untypisch sind.

Leasingarten

In der Praxis sind folgende Leasingarten weit verbreitet:

Operate-Leasing

Beim Operate-Leasing werden die Verträge für eine relativ kurze Dauer abgeschlossen bzw. sind kurzfristig kündbar. Eine Amortisation des Leasinggegenstandes durch die Nutzung im “laufenden Geschäft” des Leasing-Nehmers wird erst durch mehrere nachgeschaltete Verträge erreicht.

Finance-Leasing

Beim Finance-Leasing (Finanzierungs-Leasing) sind die Verträge für beide Seiten für einen längeren Zeitraum nicht, oder nur unter sehr nachteiligen Bedingungen für den Leasing-Nehmer, kündbar. Diese so genannte Grundmietzeit liegt meist im Bereichvon 70 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Typischerweise sind die Verträge so ausgestaltet, dass die laufenden Leasingraten und etwaige Zahlungen bei Beendigung des Leasingvertrages die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Objektes, die Zinskosten und die laufenden Verwaltungskosten des Leasinggebers voll abdecken. Für den Leasinggeber reicht aber ein einziger Leasingvertrag für die volle Amortisation des Objektes.

Nachteilig für den Leasingnehmer ist der Umstand, dass beim Finance-Leasing die Objektrisiken für die Dauer des Leasingvertrages vertraglich weitgehend auf ihn abgewälzt werden (Reparaturrisiken, Gewährleistungsrisiken, Restschuldversicherung, u. a.).

Beim Financial-Leasing gibt es zwei typische Vertragsvarianten:

1. Vollamortisationsvertrag

Grundmietzeit mit fest vereinbarten Zahlungen bis zur vollen Amortisation des Leasingobjektes - einschließlich der Zins- und Verwaltungskosten des Leasinggebers. Nach Ablauf des Vertrages ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Das Objekt wird dem Leasinggeber zurückgegeben und wird von diesem anderwärtig verwendet.
  • Das Objekt wird dem Leasingnehmer zurückgegeben - kann aber auch zu einem zuvor festgelegten Preis vom Leasingnehmer gekauft werden (Kaufoption).
  • Der Leasingnehmer mietet Objekt zu einer niedrigeren, festgelegten Anschlussmiete (Mietverlängerungsoption).

2. Teilamortisationsvertrag

Abschreibungen des Leasing-Gebers werden nicht abgedeckt, jedoch die zeitlich anteiligen Verwaltungs- und Zinskosten. Nach Ablauf des Vertrages ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Vertrag mit Andienungsrecht
    Leasinggeber übernimmt das Leasinggut zum vorher vereinbarten Wert zur eigenen Verwendung, oder verkauft es dem Leasingnehmer zu einem bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis (meist ist Höhe der nicht amortisierte Teil der Anschaffungs- und Zinskosten des Leasinggebers).

  • Vertrag mit Mehrerlösaufteilung
    Der Leasingnehmer wird hierbei am erzielten Mehrerlös (gegenüber dem kalkulierten Restwert) zu einem bestimmten Prozentsatz beteiligt. Ein Mindererlös geht dagegen voll zu Lasten des Leasingnehmers.

  • Kündbarer Vertrag
    Wird auf unbestimmte Zeit geschlossen und kann von beiden Seiten nach Ablauf einer unkündbaren Grundmietzeit vom Leasingnehmer gekündigt werden, wobei eine Abschlusszahlung in Höhe des entgangenen Gewinns, sowie des Zins- und Tilgungsanteils die Regel ist.

In der Praxis spielt zusätzlich dies teuerliche Behandlung von Leasingobjekten eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung von Leasingalternativen (Leasingerlasse des Bundesministers der Finanzen).

Hiernach können die Leasingraten nur dann in voller Höhe vom Leasingnehmer als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn die steuerliche Zurechnung des Leasinggutes beim Leasinggeber erfolgt. Dafür muss der Leasinggeber nicht nur rechtlicher, sondern auch wirtschaftlicher Eigentümer des Leasinggutes sein. Ob die steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten möglich ist, zeigt die nachstehende Übersicht.

In den International Accounting Standards (IAS) und den US-GAAP besteht die Regelung zur Bilanzierunggrundsätzlich darin, dass Objekte mit Finance Leasing dem Leasingnehmer und Objekte mit Operating Leasing dem Leasinggeber zugeordnet werden. (Siehe auch Kfz-Leasing)

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