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Liquiditäts-Planung

Die Liquiditätsplanung bewirkt, frühzeitige Informationen über die kurzfristige finanzielle Situation eines Unternehmens zu erhalten. Sie gibt Auskunft über den Umfang der im Unternehmen verfügbaren Finanzmittel, denn der Cash-Flow ist für das interne Liquiditäts-Controlling nicht geeignet, da er zwar die Ertrags- und Eigenfinanzierungsfähigkeit eines Unternehmens beurteilt, nicht aber dessen Liquidität (z.B. wegen offener Forderungen, Materialentnahmen usw., die erst zeitlich später liquiditätswirksam werden).

Ziel und Inhalte der Liquiditätsplanung

Die einfache Gegenüberstellung von Forderungen und Verbindlichkeiten sagt noch nichts über die Zahlungsfähigkeit (Liquidität) eines Unternehmens aus. Häufig sind Umsätze und deren erwartete Einnahmen nur "auf dem Papier" vorhandenen, so dass die meist erstspäter eintreffenden Einzahlungen zunächst nicht als Liquidität zur Verfügung stehen. Um zu wissen, welche Ausgaben zu welchem Zeitpunkt möglich sind, ist es wichtig, termingenau einen "Finanzmittel-Status" zu haben. Genau diese Information liefert die Liquiditätsplanung. Zu den Inhalten gehören insbesondere:

- Termine und erwartete Höhe der zu erwartenden Einnahmen/Ausgaben für diekommende Periode

- kurz- oder mittelfristige Dispositionswerte für noch nicht fakturierte Vorgänge

-Zahlungsbereitschaft und ggf. Liquiditätsreserven

Grundlagen der Liquiditätsplanung

Bei der Liquiditätsplanung ist derJahreswechsel - anders als im Rechnungswesen - von untergeordneter Bedeutung. Wichtiger ist ein detailliertes Budgetsystem mit präziser Erfassung der liquiditätswirksamen fälligen Kosten.

Es ist jedoch nicht ratsam, zu vieleKosten-/Ertrags-Positonen zusammenzufassen, da dann auftretende Veränderungen nicht mehr verursachungsgerecht zugeordnet werden können ( z.B. falls Telefon-und Portokosten zusammengefasst werden, sind keine präzisen Aussagen über das Telefonverhalten möglich). Ähnlich lässt sich im Bereich der unterscheiden. Die folgende Beispielstruktur soll dies verdeutlichen:

Budget der Einnahmen:

- Einnahmennach Produktgruppen, Kundengruppen usw.

- sonstige Einnahmen (z.B. Kantine)

-finanzwirtschaftliche Einnahmen (z.B. Zinsen, Lieferantenboni, Mieten, Fördermittel u.a.),

Budget der Ausgaben

Hier werden unterschieden:

-leistungsabhängige Ausgaben (vom Verkauf/Produktionsumfang abhängig),

-kundenspezifische Ausgaben und/oder Verkaufsmenge und/oder Versandweg,

-bedarfsabhängige Ausgaben (z.B. Investitionen, zusätzlicher FuE-Aufwand),

-vertragsabhängige Ausgaben (z.B. Versicherungen, Zinsen),

-Mehrwertsteuern (sind keine Kosten - aber liquiditätswirksam).

Die Höhe der Absatz- bzw. Umsatzvolumina und die zugehörigen erwarteten Ausgaben können in der Regel nur dann geschätzt werden, wenn:

- keine wesentlichen Preisschwankungen auftreten,

- größere Absatzschwankungen weitgehend vorhersehbar sind,

-unerwartete Änderungen in den Geschäftsbeziehungen mit den Kunden ausgeschlossen werden.

Die Liquiditätsplanung wird durch eine Geldmittel-Disposition (Cash-Management) ergänzt, die ggf. auf Tages- oder Wochenbasis die Ein- und Auszahlungen steuert.

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