Management-Methoden

Management-Methoden sollen helfen, die Mitarbeiter eines Unternehmens bestmöglich zu führen. Es wird der Versuch unternommen, unterschiedliche Führungsstile zu klassifizieren. Einige dieser methodischen Ansätze haben sich in der Praxis durchgesetzt, andere sind nur umzusetzen, wenn auch eine hinreichend geeignete Organisationsstruktur geschaffen wird. Es gibt zahlreiche solcher 'Management by'-Methoden, bei denen jeweils ein Prinzip im Vordergrund steht, andere Führungsstile werden wiederum als Mischformen praktiziert. Im Folgenden sollen die verbreitetsten Management-Methoden erläutert werden:

Management-by-Objectives (MbO)

Management-by-Objectives (MbO) bedeutet Führen durch Zielvereinbarung und stellt eine absolute Zielorientierung in den Vordergrund. Dabei werden aus übergeordneten Unternehmenszielen Bereichs-/Abteilungsziele sowie Mitarbeiterziele deduktiv abgeleitet und jeweils als Handlungsmaxime definiert. Ausrichtung, Inhalte und Koordination der Mitarbeiteraktivitäten treten dagegen in den Hintergrund.

Die Leistungen aller Beteiligten werden dann an der Zielerreichung gemessen. Wesentlich bei dieser Methode ist, dass Ziele nicht vorgegeben, sondern zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern 'vereinbart' werden, was die Ziel-Erreichbarkeit und -Motivation fördern soll.

Vorteile Management-by-Objectives

  • Motivation, Engagement der Mitarbeiter werden gefördert,
  • Erfahrung, Kenntnisse und Kreativität der Mitarbeiter werden besser genutzt,
  • Kompetenz und Verantwortung sind klar beschrieben,
  • Entlastung der jeweils höheren Managementebene.

Nachteile Management-by-Objectives

  • hoher Zeitaufwand bei den Zielvereinbarungsprozessen,
  • bürokratische Vorgehensweise.

Sind wir nicht alle ein bisschen coaching?

Image title
In meiner Kindheit gab´s ein Spiel das hieß „Schlapp hat den Hut verloren“. Das ging ungefähr so: Alle sitzen im Kreis. Der erste sagt: „Schlapp hat den Hut verloren, Tom hat ihn.“ Und wirft den Hut zu Tom. Tom sagt dann: „Tom hat ihn nicht, …

Beitrag lesen


Management-by-Delegation (MbD)

Management-by-Delegation (MbD) ist im Prinzip identisch mit dem Harzburger Modell und bezeichnet ein Managementkonzept, bei dem die Mitarbeiter nicht nur die Aufgaben und Kompetenz übertragen bekommen, sondern die zugehörige Handlungsverantwortung mittragen sollen. Der Vorgesetzte überlässt die Art der Durchführung dem jeweiligen Mitarbeiter und greift grundsätzlich nicht ein. Die Führungskraft behält die Verantwortung für die richtige Stellenbesetzung, die Aufgabenabgrenzung und die Kontrollfunktion. Dieses Konzept wurde von der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft in Bad Harzburg Ende der fünfziger Jahre entwickelt und ist in Ansätzen nach wie vor verbreitet. Allerdings gilt der ursprüngliche, bürokratisch anmutende Rahmen mit Stellenbeschreibung und formalisierten Anweisungen als nicht mehr zeitgemäß.

Vorteile Management-by-Delegation

  • Entlastung der jeweils höheren Management-Ebene,
  • Förderung von Motivation und Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter,
  • sachliche Regeln vermeiden Ungerechtigkeiten und persönliche Dissonanzen.

Nachteile Management-by-Delegation

  • starre, formalistische Gestaltungen führen teilweise zur Inflexibilität,
  • Behinderung der Innovationsfreundlichkeit,
  • die weiterhin bestehende starke Kontrollfunktion des Vorgesetzten führt u.U. zur Unzufriedenheit bei hochqualifizierten Mitarbeitern.

Management-by-Exception (MbE)

Management-by-Exception (MbE) beschränkt sich auf das Führung im Ausnahmefall und soll die Schwächen des MbD vermeiden helfen. Ein Ausnahmefall ist z.B. dann gegeben, wenn im Verantwortungsbereich eines Mitarbeiters außergewöhnliche Soll-Ist-Abweichungen auftreten oder die finanzielle Budgetgrenze um einen zuvor definierten Betrag X überschritten wird. In solchen Fällen greift die übergeordnete Managementebene ein und behält abschließende Entscheidungsgewalt.

Vorteile Management-by-Exception

  • selbstständiges Arbeiten der Mitarbeiter (wie MbO, MbD),
  • das Risiko größerer Fehlentscheidungen wird durch die Führung im Ausnahmefall reduziert,
  • Entlastung der höheren Managementebene ohne Aufgabe einer (letzten) Eingriffsmöglichkeit.

Nachteile Management-by-Exception

  • aufwändige Prozesse bei der Definition und Beschreibung von Ausnahmeregeln.

Management-by-Results (MbR)

Management-by-Results (MbR) ist eine ergebnisorientierte Führung und hat große Überschneidungen mit dem MbO, allerdings steht beim MbR die Zielerreichung und weniger die Zielfindung im Vordergrund, wobei die gesetzten Ziele auch erreicht werden 'müssen'.

Vorteile Management-by-Results

  • die Mitarbeiter-Aktivitäten werden bewusst auf wenige, zielrelevante Aufgaben beschränkt,
  • die Ziel-Fokussierung ermöglicht ein konzentriertes, qualitätsförderndes Arbeiten.

Nachteile Management-by-Results

  • geringe Handlungsspielräume und Motivationsverlust bei den Mitarbeitern,
  • geringe Entfaltungsmöglichkeiten der Mitarbeiter.

Management-by-System (MbS)

Management-by-System (MbS) ist eine systemorientierte Führung, bei der die gesamten Führungs- und Kontrollprozesse im Vordergrund stehen. Hilfsmittel sind z.B. Verfahrensanweisungen, die regeln, welche Aktivitäten wie und wann und von welchen Mitarbeitern durchgeführt werden. Routinearbeiten stehen dabei im Vordergrund, die durch bessere Koordination helfen sollen, den Arbeitserfolg sicherzustellen.

Vorteile Management-by-System

  • Kostenreduktion im Verwaltungsbereich
  • Verbesserung der Arbeitsabläufe im Verwaltungsbereich

Nachteile Management-by-System

  • Demotivationstendenzen durch starre Verwaltungsvorschriften
  • Inflexibilität bei Innovationen und in Ausnahmesituationen
  • bürokratisch und behördlich anmutendes System

Management-by-Participation (MbP)

Management-by-Participation (MbP) beinhaltet Führung durch Beteiligung an Entscheidungsprozessen und fördert die Bildung von Team- und Projektstrukturen im Unternehmen.

Vorteil Management-by-Participation

  • Verbesserung der Mitarbeiter-Identifikation mit den Unternehmenszielen.

Nachteil Management-by-Participation

  • Kontroverse Meinungen behindern u.U. Entscheidungsfindung und Ablaufprozesse.


Akademie online plus

Advance - Online lesen!
Verantwortung leben
Advance 01/17
Advance lesen
Der Akademie Newsletter
Werden Sie Teil der Akademie Welt

News exklusiv für Abonnenten

Zum Newsletter anmelden: