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Mindest-Umsatz-Rechnung

Der Mindestumsatz bezeichnet die Höhe desjenigen Umsatzes, bei dem ein Produkt (eine Produktgruppe, ein Unternehmensteil oder ein Unternehmen) die Selbstkosten "erwirtschaftet" hat - aber noch kein Gewinn erzielt wurde (siehe Break-Even). Liegt dagegen der Umsatz unter dieser Höhe, entsteht ein Verlust.

Die pro Mengeneinheit (ME) entstehenden variablen Kosten werden vom Einzelverkaufspreis je ME abgezogen, um den Deckungsbeitrag je ME zu erhalten, der zur Fixkosten-Deckung verbleibt.

Deckungsbeitrag (pro ME) = Verkaufspreis pro ME - proportionale Kosten pro ME

Die zu erreichenden Verkaufsmengen (Break-Even-Punkt) erhält man nun dadurch, dass die gesamten Fixkosten, die pro Periode (meistens 1 Jahr) durch den so erhaltenen Deckungsbeitrag geteilt werden.

zu verkaufende Menge (Break-Even-Punkt) = Fixkosten pro Periode / Deckungsbeitrag pro ME

und so ergibt sich:

Mindestumsatz = zu verkaufende Stückzahl * Verkaufspreis

Beispiel zur Mindest-Umsatz-Rechnung:

Welcher Mindestumsatz sollte gemacht werden, wenn der Verkaufspreis aus Konkurrenzgründen bei 10,00 EUR pro Stück zu liegen hat und folgende Daten bekannt sind?

Fixkosten pro Jahr: 50.000 €
variable Kosten pro Stück: 5 €

Da von den 10,-- € Verkaufspreis bereits 5 € zur Deckung der variablen Kosten verwendet werden müssen, bleiben 5 € pro Einheit als Deckungsbeitrag zur Fixkosten-Deckung. Nach obiger Formel erhält man:

(50.000 € / (5 €/Stück)) = 10.000 Stück

der Mindestumsatz beträgt somit:

10.000 Stück * 10 €/Stück = 100.000 €

Vollkostenrechnung gekonnt aufstellen

Es darf aber nicht vergessen werden, dass im Beispiel von einem Produkt ausgegangen wird, das sämtliche Fixkosten decken muss. In der Praxis müssen aber die Fixkosten in der Regel verschiedenen Produkten zugeordnet werden. Bei Vollkostenrechnungen geschieht dies über einen Verteilungsschlüssel im Rahmen der Kostestellen-Rechnung im BAB, mit dessen Hilfe die Fixkosten anteilig auf die verschiedenen Produkte bzw. Produktgruppen umgelegt werden.

Diese Aufteilung ist jedoch heikel, da eine eindeutige, verursachungsgerechte Zuordnung der Fixkosten auf die jeweiligen Produkte grundsätzlich nicht möglich ist. Dieses allgemein bekannte Problem der Vollkostenrechnung wird in der Deckungsbeitragsrechnung dadurch gemildert, indem hier die Fixkosten nur als Block von den Umsätzen aller Produkte abgezogen werden.

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