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Umlaufvermögen

Zum Umlaufvermögen zählen die Wirtschaftsgüter, die zur Veräußerung, Verarbeitung oder zum Verbrauch angeschafft oder hergestellt worden sind. Nach den Vorschriften des HGB (§ 266 HGB) sind im Umlaufvermögen die Vermögensgegenstände auszuweisen, die nicht dazu bestimmt sind, längerfristig (länger als ein Jahr) dem Geschäftszweck zu dienen. Das folgende gesetzliche Schema ist somit Bestandteil jeder Bilanz:

  1. Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffbestände sowie unfertige und fertige Erzeugnisse)
  2. Forderungen (vorwiegend an Kunden, seltener auch an Dritte wie Finanzamt, Mitarbeiter u.a.)
  3. sonstige Vermögensgegenstände
  4. Wertpapiere (sofern nicht längerfristige Finanzanlagen)
  5. Zahlungsmittelbestand (Kasse, positive Kontokorrentsalden u.a.)

Die Bewertung des Umlaufvermögens erfolgt nach HGB höchstens zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten. Soweit der Börsen- oder Marktpreis (Tageswert) bzw. der beizulegende Wert niedriger ist, muss auf diesen abgeschrieben werden, da im Umlaufvermögen grundsätzlich das strenge Niederstwertprinzip gilt.

Außerdem dürfen (Wahlrecht) Abschreibungen auf einen sog. Zukunftswert vorgenommen werden, d.h. auf einen Wert, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um zu verhindern, dass in der nächsten Zukunft (bis 2 Jahre) aufgrund von Wertschwankungen der Wertansatz geändert werden muss. Abschreibungen sind ferner auf nur steuerrechtlich zulässige Werte möglich, um der sog. “Einheitsbilanz” zu genügen. Weiterhin dürfen Nicht-Kapitalgesellschaften Abschreibungen vornehmen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung aufgrund der Gesamtsituation des Unternehmens geboten sind. Zuschreibungen (Wertaufholungen) bei wieder gestiegenen Werten sind erlaubt und für Kapitalgesellschaften bis zur Höhe der steuerlichen Werte sogar zwingend vorgeschrieben.

Der Grund dieser gesetzlichen Regelung ist der strenge Gläubigerschutz, der seit über hundert Jahren Wesensmerkmal im deutschen Zivilrecht ist. Bei internen Bilanzen - etwa im Controlling - wird natürlich davon abgewichen, wenn der gesetzliche Wertansatz nicht der Realität entspricht.
US-GAAP und IAS erlauben sogar in bestimmten Fällen Wertansätze, die höher als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind (z.B. bei Wertpapieren oder Edelmetallen). Wertabschläge analog steuerrechtlichen Vorschriften sehen US-GAAP und IAS (erstaunlicherweise) nicht vor.

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Advance 02/18
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