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Umsatzkostenverfahren

Das Umsatzkostenverfahren ist ein GuV-Verfahren zur Erfolgs-Ermittlung in einer Periode. Im Unterschied zum Gesamtkostenverfahren werden dabei die Aufwendungen nicht nach Aufwandsarten (Material, Personal, Abschreibungen), sondern nach Funktionsbereichen (Herstellung, Verwaltung, Vertrieb) gegliedert.

Umsatzerlöse und Herstellungskosten

Den Umsatzerlösen werden nur die Herstellungskostengegenübergestellt, die für die Umsätze ursächlich waren.
Hierbei wird nach Abzug der Herstellungskosten vom Umsatz ein sog. Bruttoergebnis (Groß Profit) ausgewiesen. Anschließend, nach Abzug der Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge erhält man als weiteres Zwischenergebnis eine Art "Betriebsergebnis". Die weiteren Ertrags- und Aufwandsposten (Beteiligungserträge, Zinserträge und korrespondierende Aufwendungen) sind grundsätzlich beim Umsatz- und Gesamtkostenverfahren identisch.

Vorteile des Umsatzkostenverfahrens

Das Umsatzkostenverfahren weist im Vergleich zum Gesamtkostenverfahren insbesondere den Vorzug auf, dass das "Gross Profit"-Ergebnis Informationen über die produktionswirtschaftliche Ertragskraft liefert und die Aufwandsstruktur stärker nach Verantwortungsbereichen (Produktion, Verwaltung, Vertrieb) gegliedert ist.
Das Umsatzkostenverfahren eignet sich daher bei einer entsprechenden (internen) Differenzierung nach Geschäftsfeldern oder Produkten besser zur zielorientierten Führung. Wegen der nicht immer eindeutigen Abgrenzung zwischen Herstellungs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten ist der zwischenbetriebliche Vergleich der Aufwandsstruktur allerdings erschwert. (Was bei veröffentlichten Bilanzen durchaus gewollt ist.)

Das Umsatzkostenverfahren (Cost-of-Sales- oder Costs-of-Goods-sold-Method) ist international weitaus verbreiteter als das Gesamtkostenverfahren. Es ist nach US-GAAP vorgeschrieben, während IAS beide Verfahren erlaubt. Intern werden oft beide Verfahren in der Gewinn- und Verlustrechnung und bei der kurzfristigen Erfolgsrechnung (Kostenträger-Rechnung) angewendet.
Insgesamt bestehen die Vorteile des Umsatzkostenverfahrens darin, dass es möglich ist, den Erfolg einzelner Bereiche wie der Produkte, Produktgruppen, Kundengruppen, Verkaufsgebiete oder Absatzwege schneller zu analysieren. Es bietet damit eine Grundlage für die Entscheidung, erfolgreiche Bereiche stärker auszubauen und weniger erfolgreiche aufzugeben. Außerdem ist zur Feststellung der Bestandsveränderungen keine Inventur erforderlich.

Nachteile des Umsatzkostenverfahrens

Ein Nachteil des Umsatzkostenverfahren besteht dagegen darin, dass es relativ schwer in die doppelte Buchhaltung zu integrieren ist und durch zusätzliche Statistiken ergänzt werden muss. Außerdem ist eine Kostenstellenrechnung eine zwingende Voraussetzung.
Nach § 275 HGB ist sowohl das Umsatz- als auch das Gesamtkostenverfahren zulässig, es muss bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens aber im Anhang zusätzlich der Personal- und Materialaufwand bzw. im Konzernabschluss nur der Personalaufwand angegeben werden.

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Advance 02/18
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