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Unternehmensbewertung

Unter Unternehmensbewertung versteht man die Wertermittlung einer ganzen Unternehmung. Meistens ist der Kauf oder Verkauf von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen Auslöser für eine Unternehmensbewertung. Vielfach verlangen auch Kreditgeber oder Beteiligungsgesellschaften vor ihrer Zusage eine entsprechende Bewertung des Unternehmens.

Weitere Bewertungsanlässe ergeben sich aus dem Steuerrecht, wenn z.B. ein Unternehmen im Rahmen der Erbfolge und beim Generationswechsel zu Lebzeiten den Inhaber wechselt (Erbschafts- und Schenkungsteuer, Aufgabegewinn-Besteuerung). In der betriebswirtschaftlichen Literatur sowie in der Wirtschaftsprüferpraxis werden eine große Zahl von Bewertungsverfahren diskutiert.

Eine täglich stattfindende Unternehmensbewertung ist aber bereits die Börsennotierung, wo der Preis pro Aktie die zukünftige Ertragserwartung eines Anteilseigners widerspiegelt. Multipliziert mit der Anzahl der emittierten Aktien mit dem aktuellen Kurs ergibt sich eine Art Unternehmenswert (sog. Börsenkapitalisierung).


Bei den betriebswirtschaftlichen Verfahren unterscheidet man:


Substanzwert-Verfahren

Es orientiert sich am (realen) Wert der einzelnen, vorhandenen Vermögensgegenstände und ermittelt als Summe den Brutto-Unternehmenswert. Nach Abzug der Verbindlichkeiten (Schulden) erhält man den Nettowert - den eigentlichen Unternehmens-Substanzwert.

Ertragswert-Verfahren
Dieses Verfahren stellt die größte Gruppe von Bewertungsverfahren dar und ist betriebswirtschaftlich am besten geeignet, dem "wahren" Unternehmenswert möglichst nahe zu kommen. Mit Hilfe von Investitionsrechnungsverfahren werden die Unternehmenswerte i.d.R. als Kapitalwert (siehe Kapitalwert-Methode) errechnet.
Hier sind insbesondere der Gewinn und der Cash-Flow - mit oder ohne Risiko-Komponente - die häufigsten Inputwerte der Kapitalisierung. Als "Praktikerverfahren" kommt oftmals bei kleinen Handwerksbetrieben oder Freiberuflerpraxen ein einfaches Multiplikatorverfahren zum Einsatz (z.B. Multiplikation des durchschnittlichen Gewinns oder Cash-Flows der letzten 3 Jahre mit der Zahl 5) des Jahresumsatzes zum Zuge.
(Siehe hierzu insbesondere: Discounted-Cash-Flow)

Gemischte Verfahren
Sie beinhalten Elemente des Substanzwert-Verfahrens und des Ertragswert-Verfahrens, wobei der Unternehmenswert dann aus dem Durchschnitt der gewichteten Summe gebildet wird. Das früher häufig genutzte sog. Stuttgarter-Verfahren wird heute noch vom Finanzamt und den steuerberatenden Berufen genutzt, ist aber in der betriebswirtschaftlichen Bewertungspraxis nicht mehr gefragt, da Gewichtung und Durchschnittsbildung eher subjektive als objektive Komponenten sind und das Verfahren überdies stark vergangenheitsorientiert ist.

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