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Unternehmenskrisen

Unternehmungskrisen sind ungeplante und ungewollte, zeitlich begrenzte Prozesse mit unbestimmtem Ausgang. Sie können den Fortbestand der Unternehmung substanziell gefährden oder sogar unmöglich machen.

Krisen gehören zur Wirtschaftsentwicklung und sind somit natürlicher Bestandteil der Unternehmensentwicklung. Sie entstehen in der Regel nicht über Nacht, es sei denn, sie sind exogen bedingt und brechen also als "höhere Gewalt" herein. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass nur eine sehr geringe Zahl von Unternehmenszusammenbrüchen wirklich auf exogene Gründe zurückzuführen ist. In über 80 Prozent der Fälle sind die "hausgemachten" Krisenursachen entscheidend für den Niedergang eines Unternehmens.

Zu den am häufigsten genannten Faktoren zählen zum Beispiel Preisverfall, Konkurrenzdruck, Mitarbeiterschelte, hohes Lohnkostenniveau, Zinsbelastung, Vertriebsschwäche, Forderungsausfall, etc.

Neben den vielfältigen Krisenursachen lassen sich auch zahlreiche verschiedene Arten von Krisen voneinander unterscheiden, die für ein Unternehmen von Relevanz sind und von denen hier nur einige aufgezeigt werden können:

- Interne Krisen: Unqualifiziertes Management, oder unzufriedene Mitarbeiter können zu schweren internen Krisen führen, die die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens negativ beeinflussen.

- Produkt-Probleme: Fehler, die aus der Produktion oder der Konzeption eines Produktes entstehen (Produktplanung).

- Externe Einflüsse: Gegen äußere Einflüsse, die zu einer Schädigung des eigenen Produktimages führen, ist man im Allgemeinen nicht geschützt. (Beispiel: BSE-Krisenauswirkung für den Lebensmittelhandel). Verstärkt hat auch die öffentliche Meinung einen großen Einfluss auf den Ruf eines Unternehmens und den damit verbundenen Absatz seiner Produkte. Zu nicht beeinflussbaren Krisen gehören zum Beispiel politische Umbrüche, oder Naturkatastrophen.

Symptome interner Krisen

Sowohl im Unternehmen selbst als auch in seinen Aussenbeziehungen lassen sich drohende Unternehmenskrisen bereits frühzeitig an typischen Krisensymptomen erkennen. So entwickeln sich Unternehmenskrisen bis zum Eintreten der Insolvenzgefahr häufig nach einem typischen Verlauf.

Zu den weiteren Krisenmerkmalen gehören insbesondere:

- Das Angebot an Kunden zu ungewöhnlich hohen Skontoabzügen
- Eigener Verzicht auf das Ausnutzen von Skontoabzügen
- Überschreitung des Zahlungsziels
- Häufige Sonderangebote
- Termin- und Qualitätsprobleme
- Verzögerte Vorlage des Jahresabschlusses
- Überziehung des Kreditlimits
- Wechselproteste und Scheckrückgaben
- Änderung der Bewertungsgrundsätze
- Geringer Lagerumschlag
- Kennzahlen verschlechtern sich
- Fehlende Führung
- Hohe Fluktuations- und Kündigungszahlen

Krisenbewältigung

Lässt sich eine Unternehmenskrise nicht mehr leugnen und kann das Management kein überzeugendes Konzept zur Abwendung der Krise vorlegen, bleibt in der Regel nur noch die Möglichkeit, einen externen Sanierer mit der Untersuchung und Lösung der Probleme zu beauftragen.

Dieser wird mit Hilfe einer Statusanalyse die Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit des Unternehmens feststellen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wird er beispielsweise

- Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten Jahre analysieren (Jahresabschlussanalyse, Liquiditätsanalyse, Rentabilitätsanalyse, Erfolgsanalyse )

- Kalkulationsgrundlagen überprüfen

- Preisgestaltung und Umsatz- und Deckungsbeiträge analysieren

- Höhe der Aussenstände feststellen

- Gespräche mit involvierten Gläubigern führen

- Kommune oder Bundesland einbinden

- Betriebsrates und gegebenenfalls Gewerkschaften einbinden

- u.a.

Zur Beseitigung der Krisenpunkte und Wiederherstellung des Unternehmensgleichgewichts sind die verschiedenen Krisenpunkte hinsichtlich ihrer Bedeutung zu gewichten und die wichtigsten Punkte zuerst abzuarbeiten. Als typische Sanierungsmaßnahmen kommen in Betracht:

- Aufstellung eines Finanz- und Liquiditätsplanes

- Verhandlungen mit Banken, Lieferanten und sonstigen Gläubigern

- Aussergerichtliche Vergleichsverhandlungen

- Beantragung öffentlicher Subventionen

- Reduzierung von Lagerbeständen

- Einführung eines Controlling-Systems zur Aufdeckung von Verlustquellen

- Überprüfung der Marketingstrategie

- Überprüfung des Sortiments

- Organisatorische Veränderungen

- Durchführung einer Gemeinkosten-Wertanalyse

- Schliessung unrentabler Unternehmensbereiche

- Entlassung von Mitarbeitern

- Einstellung von neuen Leistungsträgern

- Fremdvergaben (Outsourcing)

- Überprüfung der F+E-Aktivitäten

- Durchführen notwendiger Reparaturen

- Verhandlungen mit potenziellen Investoren 

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