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US-GAAP

GAAP steht für "generally accepted accounting principles" und beinhaltet die US-amerikanischen Rechnungslegungs-Prinzipien. Sie unterscheiden sich von den deutschen Rechnungslegungs-Vorschriften in mehrfacher Hinsicht.

Ausgangssituation
Während die "Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung" (GoB) in Deutschland eher "kodifiziertes Recht" sind, sind die US-GAAP vom "common law" geprägt, einem System, das der englischen Rechtstradition entstammt und die von Richtern vorgenommene Rechtsprechung (case law) als zentrale Rechtsquelle sieht.
Seit den dreißiger Jahren werden die rechtlichen Grundlagen durch private Berufs- bzw. Fachverbände entwickelt und gepflegt (AICPA, Berufsverband der amerikanischen Wirtschaftsprüfer). Seit Mitte der siebziger Jahre nimmt diese Funktion der Financial Accounting Standards Board (FASB) wahr. Die Bekanntmachungen dieser Institutionen sind durch "fallrechtliches" Denken geprägt und besitzen demzufolge einen sehr hohen Detaillierungsgrad.

Gegenüberstellung
Während in Deutschland der "Gläubigerschutz" im Vordergrund steht, dominiert in der amerikanischen Rechnungslegung die "Informationsfunktion" zugunsten der Anteilseigner (Shareholder). Weitere Unterschiede bestehen in der Ausschüttungs- und Besteuerungsfunktion der Rechnungslegung. In Deutschland ist der Einzelabschluss einer Kapitalgesellschaft bindend für die Ausschüttung und Besteuerung des Unternehmens, während in den USA die Unternehmensleitung (Board of Directors) die Höhe der Dividende (unter Beachtung von Insolvenzkriterien) grundsätzlich losgelöst von der Höhe des Bilanzgewinns festlegen kann.
Bezüglich der Besteuerung kennt die amerikanische Rechnungslegung kein Maßgeblichkeitsprinzip wie im deutschen Handels- und Steuerrecht. Hier wird die Steuerbilanz separat erstellt und nur in den Fällen, in denen keine steuerlichen Vorschriften vorliegen, wird in der betrieblichen Praxis auf die US-GAAP zurückgegriffen.
Die externe Rechnungslegung ist in den USA grundsätzlich frei von steuerlichen Bilanzierungsregeln und im Vergleich zur deutschen Rechnungslegung stärker betriebswirtschaftlich ausgerichtet (Informationsfunktion) und somit auch als Basis für die Ableitung unternehmensinterner Controlling-Größen geeignet.

Inhalte und Funktionen
Neben dem Gläubigerschutz-Prinzip besteht in Deutschland als weitere Bilanzierungsregel das Vorsichtsprinzip, während in den USA Prinzipien wie Fair Presentation und nachgelagerte Prinzipien wie: Substance over Form, Matching Principle, Materiality Principle und Consistency Principle (vergleichbar mit dem Grundsatz der Bilanzkontinuität) im Vordergrund stehen.
Gemeinsam ist der deutschen und der US-amerikanischen Rechnungslegung, dass Wertermittlungen unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern-Principle) erfolgen und die Periodenabgrenzung auf Basis der Erträge und Aufwendungen beruht (anstelle der Einnahmen und Ausgaben).

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