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Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gehören mit den Rückstellungen zum Fremdkapital eines Unternehmens. Es handelt sich um Verpflichtungen gegenüber Dritten, die am Bilanz-Stichtag sowohl der Höhe als auch der Fälligkeit nach bekannt und unbestritten sind. Verbindlichkeiten werden in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesen und (insbesondere bei Kapitalgesellschaften) in folgende Gruppen unterteilt:

  1. Anleihen
  2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
  4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (“Kreditoren”)
  5. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel
  6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
  7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
  8. sonstige Verbindlichkeiten (davon aus Steuern, davon im Rahmen der sozialen Sicherheit)

Falls das Unternehmen eine größere Kapitalgesellschaft gem. § 268 HGB ist, ist bei jeder der aufgeführten Positionen der Betrag für Verbindlichkeiten, die nur noch eine max. einjährige Restlaufzeit haben, gesondert auszuweisen. Bei kleinen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften ist diese Regelung nicht zwingend.
Um eine unnötige Bilanzverlängerung zu vermeiden, werden Verbindlichkeiten aus schwebenden Geschäften (z.B. drohende Verluste) nicht bilanziert, sondern in die Rückstellungen eingestellt.

Bewertungsfragen

Verbindlichkeiten sind in der Handelsbilanz mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag auszuweisen (§ 253 HGB), Rentenverpflichtungen werden zum Barwert angesetzt. In der Steuerbilanz werden die Verbindlichkeiten analog dem Umlaufvermögen zum Anschaffungswert oder höherem “Teilwert” (§ 6 EStG) bewertet.
Verbindlichkeiten dürfen nicht mit Forderungen verrechnet werden, auch wenn sie gegenüber dem gleichen Geschäftspartner bestehen. Eine Saldierung von Verbindlichkeiten und Forderungen ist ausnahmsweise möglich, wenn z.B. Gläubiger und Schuldner identisch und Forderungen und Verbindlichkeiten gleichartig sind (z.B. Laufzeit, Geschäftsgrundlage u.a.).

Im Jahresabschluss müssen für alle Verbindlichkeits-Positionen Angaben über den jeweiligen Gesamtbetrag und dessen Aufteilung nach Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr bzw. über fünf Jahre gemacht werden. Darüber hinaus ist die Art der Sicherheit für die einzelnen Verbindlichkeitspositionen anzugeben. Zum Zwecke der Transparenz kann das Unternehmen analog zum Anlagespiegel einen Verbindlichkeitenspiegel aufstellen, der die einzelnen Verbindlichkeiten detailliert darstellt.

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