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Zero-Base-Budgeting (ZBB)

ZBB ist ein Analyse- und Planungsverfahren mit dem Ziel der Kosteneinsparung im Unternehmen (ursprünglich im öffentlichen Verwaltungsbereich). Das Ende der sechziger Jahre von Texas Instruments entwickelte Verfahren zur grundlegenden Neu-Beurteilung von Investitionen und Maßnahmen mutierte in diesem Unternehmen alsbald zu einem allgemeinen Planungsverfahren.

Die Grundüberlegung ist, dass alle Bereiche des Unternehmens ihre Investitionswünsche periodisch neu definieren und begründen müssen. Das weit verbreitete, einfache Fest- und Fortschreiben von Budgets wird dadurch umgangen, da die verfügbaren Finanzmittel dorthin geleitet werden, wo sie am dringendsten benötigt werden - d.h. am “überzeugendsten” begründet wurden.

Hierzu wird bei der Planung der Budgets von einem Nullpunkt ausgegangen - vergleichbar mit einer Unternehmensneugründung. Genau dieses soll verhindern, dass Vorjahresbudgets “fortgeschrieben” werden, ohne zuvor auf ihre Berechtigung hin untersucht zu werden. Der Zero-Base-Ansatz wird vor allem zur Senkung der Gemeinkosten angewendet. Allerdings ist dieses Verfahren in der Praxis sehr zeit- und kostenintensiv, so dass es in der Regel in mehrjährigen Abständen durchgeführt wird.

Vorgehensweise

  1. Auswahl der zu budgetierenden Bereiche,
  2. Festlegung des Budgetumfangs,
  3. Bestimmung der Bereichs-Budget-Ziele und Funktionen (vgl. Nutzwertanalyse),
  4. Festlegung von Leistungsstufen in den jeweiligen Funktionen (Was ist die minimale, durchschnittliche und verbesserte Leistung?),
  5. Erarbeitung unterschiedlicher Varianten der Funktionserfüllung, Ermittlung der kostenoptimalen Variante je Funktion und Leistungsstufe,
  6. Rangfolge der Varianten nach Funktions-Prioritäten (unverzichtbar - verzichtbar?),
  7. Auswahl der Leistungsstufen (Funktionen nach fallender Priorität) bis das Budget verbraucht ist (Nullpunkt),
  8. Nachgeordnete Funktionen werden nicht mehr berücksichtigt.

Vorteile - Nachteile

Strukturen werden auf ihre Funktionserfüllung hin untersucht und hinterfragt, wobei nur funktional gut begründete Strukturen beibehalten werden. Dies gilt insbesondere für das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei den Gemeinkosten. Andererseits besteht die Gefahr, dass Einsparungen auf Kosten der Qualität erfolgen und die Grenze des Vertretbaren leicht überschritten wird.

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Advance 02/18
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