Innovation Sensing - Wie Sie bahnbrechende Innovationen kreieren

01.09.2020
Zunächst ein kurzes Selbst-Experiment: Machen Sie sich in den nächsten 2 Minuten eine Liste von Orten, an denen Sie Ihre besten Ideen hatten und die smartesten Lösungen fanden. Was fällt Ihnen auf?
Jan Bellermann  & Marcus Thies
Jan Bellermann & Marcus Thies

Richtig, das Büro ist nicht dabei!

Ein weiteres Gedankenspiel aus dem Alltag vieler Firmen:

Stellen Sie sich vor, Sie gehören zu den Firmen, die derzeit auf neue Innovation Labs mit bunter Einrichtung und vielen Tools setzen, um kreativ zu sein. Zwei Ihrer besten Leute nutzen es, um eine dringende innovative Lösung zu finden. Eine Person hat Angst, die Deadline heute Abend nicht einzuhalten. Die andere Person ist stolz darauf, dass sie gebeten wurde zu unterstützen.

Raten Sie mal, wer von den beiden die bessere Idee haben wird? Diejenige die Angst hat, oder diejenige, die sich freut helfen zu können? Ziemlich offensichtlich, nicht wahr?

In diesem Artikel soll es genau darum gehen: wie bahnbrechende Innovationen mühelos und nachhaltig gelingen können.

 

Ein Blick in die Vergangenheit

Innovationen werden von Menschen gemacht, nicht von Methoden.

Mozart, Archimedes, Goethe oder Newton hatten ihre bahnbrechendsten Eingebungen nicht durch angestrengtes Nachdenken, sondern sie waren in einem besonders inspirierten Zustand (state of mind): Der eine lag im Bett, der andere lag in der Badewanne, der dritte wanderte durch die Natur und Newton chillte unterm Apfelbaum, als ihm eine der grundlegendsten Erkenntnisse der Physik einfiel.

Wir verbringen oft so viel Zeit und Energie damit, Innovationen „erzwingen“ zu wollen, weil wir oft keinen besseren Weg kennengelernt haben.

Wir Menschen haben die besten Einfälle nicht im Innovationsmeeting – beim Brain Storming, Design Thinking oder Lego Serious Play®, um nur ein paar der „Säue“ zu nennen, die ständig neu durchs Innovationsdorf getrieben werden, sondern in der Natur, beim Duschen oder bei anderen Gelegenheiten, bei denen wir uns entspannt und ausgeglichen fühlen.

 

Wissenschaft vs. Erlebbarkeit

In unserer Kultur werden Wissenschaft und Technik gehyped. Alles was messbar und wissenschaftlich nachvollziehbar ist, gilt als belastbar. Bauchgefühl und Intuition hat zwar jeder Mensch, doch werden sie allgemein dem (vermeintlich) rationalen Verstand untergeordnet.

Stellen Sie sich vor, der CEO eines DAX Unternehmens erklärt dem Aufsichtsrat: „Ich entscheide mich für Strategie A, Technologie x etc. …

a)           …aufgrund meines Bauchgefühls.“

b)           …Es gibt folgende Benchmark Studie, die besagt …“

Den Rest können Sie sich ausmalen.

Eine Benchmark Studie basiert auf historischen, messbaren Daten und dem nachweisbaren Erfolg unserer Vorgänger. Wir vertrauen darauf, dass das, was in der Vergangenheit funktioniert hat, auch heute funktioniert. Das Risiko erscheint uns gering. Doch mal ehrlich, die Welt hat sich seither rasant weiterentwickelt. Können wir wirklich Lösungen von gestern so einfach auf „Innovationen“ von morgen übertragen?

 

Innovation Sensing

Um radikal neue Innovationen zu kreieren, kann man nicht auf Vergangenes zurückgreifen, sondern muss sich für das Neue komplett öffnen.

Also doch besser Entscheidungen nach dem reinen Bauchgefühl treffen? Nun ja, es braucht viel Vertrauen und die Fähigkeit, sich auf Ungewisses einzulassen.  Doch genau hier liegt das Potenzial! Bahnbrechende Innovationen entstehen nur, indem man das Unbekannte erforscht und einen Schritt hineinwagt. Eine Art Landneuentdeckung.

Die Erfolgsformel hierzu lautet:

BAHNBRECHENDE INNOVATION = MÖGLICHKEITENRAUM x MENSCH ALS RESONANZKÖRPER UND FORMGEBER

 

Wie taucht man nun in diesen Möglichkeitenraum ein und kommt in den kreativen inneren Zustand, in dem mühelos neue Ideen generiert werden? Es geht hier um die Aktivierung mehrerer Intelligenzarten. Der alleinige Fokus auf unsere mentale Intelligenz bringt uns hier nicht weiter.

INSEAD Professor Manfred Kets de Vries schreibt treffend: „While eureka moments can’t be forced, many of us have spent an enormous amount of time and energy thinking about a problem, only to have the solution arrive out of the blue when our minds are elsewhere.”.  Rationale Intelligenz ist ein fntastisches Tool, um gewonnene Ideen umzusetzen, ist aber weitgehend ungeeignet, um Ideen zu generieren.

 

Die Lösung liegt also außerhalb einer kopfgesteuerten Entscheidung:

Die aktuellen Studien deuten darauf hin, dass die Eureka-Momente in einem kreativen „state of mind“ mit einem Herzrhythmus von 0,1Hz entstehen. Diesen angestrebten, kreativen Zustand können wir gezielt erzeugen. Die Wissenschaftler vom HeartMath Institute bezeichnen diese spezielle Synchronisation von Herz und Gehirn als Kohärenz-Zustand. Hier öffnet sich für den Menschen ein natürlicher Zugang nicht nur zu seiner emotionalen Intelligenz, sondern ebenfalls zu seiner Körper- und intuitiven Intelligenz.

Dieser Flow Zustand ist eine beeindruckende Ressource für wirkliche Innovationen. Sie werden erstaunt sein, welche großartigen Ideen in Ihnen entstehen, wenn Sie es einmal gezielt ausprobieren. Wie das geht, können Sie im Innovation Sensing Workshop der Akademie lernen.

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