Analog - digital - manche Dinge ändern sich nicht

Analog - digital - manche Dinge ändern sich nicht

20.08.2018
Bei der Akademie für Führungskräfte bin ich einer derjenigen, denen man eine E-Mail schreibt, wenn man Probleme mit dem CRM-System hat, man Fehler melden oder Verbesserungsvorschläge anbringen möchte. Kurzum: Ich bin Systemadministrator und sorge mit drei anderen Kollegen dafür, dass die Technik alle anderen so wenig wie möglich beim Arbeiten stört.
Gastbeitrag
Urs Lauinger

Hätte man mir zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn gesagt, dass ich einmal mit IT zu tun haben werde, hätte ich wahrscheinlich ungläubig mit dem Kopf geschüttelt, denn bei mir begann Ende der 1990er Jahre alles ganz analog mit einer handwerklichen Ausbildung zum Blechblasinstrumentenbauer (Trompeten und so). In den ersten Berufsjahren konnte ich meinen Arbeitsalltag ohne Computer, Internet und E-Mails bestreiten. Werkzeuge zur Blech- und Rohrbearbeitung waren meine Arbeitsmittel und zwölf Jahre lang waren ein Messschieber mit Digitalanzeige und eine Digitalkamera die einzigen Dinge, die man an meinem Arbeitsplatz mit Digitalisierung in Verbindung bringen konnte. Privat hatte die digitale Technik längst Einzug gehalten, aber bei der Arbeit blieb sie außen vor. Heute, nach dem Erwerb einer akademischen Eintrittskarte für die Dienstleistungswelt (Studium), sitze ich nicht mehr an der Werkbank, sondern am Rechner und meine blaue Schürze habe ich gegen einen Satz Hemden getauscht. „Krasser Change“ könnte man neudeutsch sagen. Ja, ich mache heute wirklich etwas völlig anderes als noch vor zehn Jahren. Mein Arbeitsgerät und meine Arbeitsumgebung haben sich komplett verändert, aber die Fähigkeiten und Kompetenzen, die mir heute helfen, meinen Job in einer digitalisierten Umgebung gut zu machen, sind die gleichen wie damals in der analogen Welt. Ob ein Musiker mit einem Sonderwunsch für sein Instrument in den Laden kommt oder eine Arbeitskollegin mit einem IT-Problem anruft, macht bis auf das Wissen zum Themengebiet eigentlich keinen großen Unterschied. Es sind immer die gleichen Dinge, die es braucht, um zu helfen und guten Service zu bieten: 

Was damals hieß…
heißt heute…

  • Schau es Dir an!
    Analyse machen
    Schaue Dir an, wie etwas funktioniert oder wie etwas nicht funktioniert.
  • Hör zu und frage nach!
    Aktiv zuhören
    Höre zu, wenn Dir jemand sein Problem beschreibt und frage nach, wenn es Unklarheiten sind.
  • Sprich so, dass man Dich versteht!
    Empfängerorientiert kommunizieren
    Sprich mit Deinem Gegenüber so, dass er/sie Dich versteht.
  • Versetz Dich in die Lage des anderen!
    Empathisch sein
    Versuche seinen/ihren Blickwinkel einzunehmen, um zu verstehen, was gebraucht wird.
  • Denk Dir eine Lösung aus!
    Kreativ Probleme lösen
    Finde eine geeignete Lösung mit den Mitteln und Werkzeugen, die Dir zur Verfügung stehen.

Eigentlich mache ich also das Gleiche wie früher, nur jetzt eben digital. Im übertragenen Sinn gilt auch im digitalen Zeitalter immer noch die Erkenntnis: „Wer schlecht vorschleift, muss nachher mehr polieren.“ Oder wie es einst ein alter und geschätzter Handwerksmeister mit badischer Präzision und Eloquenz ausdrückte: „Sauber schaffe!“