Coaching im Business für exzellente Führung

13.03.2019
„Coaching ist doch eine psychologische Disziplin. Kann das im Geschäftsleben denn wirksam sein?“ Ist das nicht eher was für Menschen mit Problemen als für erfolgreiche Führungskräfte?
Gastbeitrag
Peter Belker

Was braucht ein Excellence-orientiertes Coaching?

„Coaching“, „Business“, „Excellence“. Zugegeben, das sind Anglizismen, Lehnwörter aus dem Englischen: für einen Coach von Führungskräften in internationalen Konzernen ist das alltägliche Umgangssprache. Und ja, es bedarf im Coaching der Psycho-Logik. Die Anforderungen an ein Excellence-orientiertes Coaching reichen aber weiter.

Excellence – ein Lehnwort aus dem Wortfeld „Leadership“ — bezeichnet mehr als nur „gut, besser, am besten“, reicht weiter als „besser, schneller, schlanker.“ „Excellence“ bezeichnet den Anspruch, reflektiert und klug zu führen. Jim Collins et al. nennen das „Level Five Leadership“ und sie stellen fest, dass der letzte Schritt zur Excellence häufig gegen die Intuition läuft: Führung auf höchstem Niveau erfordert nicht noch mehr Lautstärke, sondern Einfühlungsvermögen, nicht noch mehr Präsenz, sondern selbst-bewusste Bescheidenheit. Führungskräfte, die solch ein Niveau erreichen wollen, brauchen einen „Sparrings-Partner“, der/die den Spiegel vorhält, kritische Fragen auf den Punkt bringt und hilft, das große Ganze, die Zukunft oder den „kleinen Mann“ nicht aus den Augen zu verlieren.

Das wiederum braucht mehr als „nur“ Psycho-Logik: zum Beispiel eine Sozio-Logik, die bei der Mustererkennung in Organisationsprozessen und Teamdynamiken hilft. Und es braucht eine Hinwendung zu Marktentwicklungen und Technologietrends.

Es gibt in der nahen Zukunft keine Branche mehr, die nicht durch Disruptionen – also sprunghafte Veränderungen — auf Grund von Globalisierung, Digitalisierung und neuen Geschäftsmodellen durcheinandergewirbelt wird. Auf „Deutsch“ gesagt: Eine echte Führungskraft braucht einen Klärungshelfer/eine Klärungshelferin, der/die ein ausgeprägtes Verständnis von psychologischen, soziologischen, wirtschaftlichen und technischen Zusammenhängen mitbringt. Doch am wichtigsten ist eine zugewandte und reflektierende Haltung, denn im Coaching wie in der Führung gilt: Die Haltung bestimmt die Entwicklung.