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Preview Symposium 2017 -- Komplexität managen mit der „Theorie U“

Plädoyer für ein neues Bewusstsein durch intuitive Intelligenz von Rainer Paszek

Wir wissen seit langem, dass die Komplexität von Entscheidungen, Organisations- und Strategieprozessen rasant zunimmt. Doch entsprechen die inneren Denk- und Wahrnehmungsprozesse von Führungskräften und Teams diesen Herausforderungen?

Rainer Paszek
Rainer Paszek
Dipl.-Betriebsw. (FH)

Um Komplexität managen zu können, reichen rationale Methoden nicht mehr aus. Führungskräfte brauchen darüber hinaus intuitive Intelligenz. Claus Otto Scharmer, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), hat in 10-jähriger Forschungsarbeit mit erprobter Praxis in Organisationen die „Theorie U“ entwickelt. Es geht dabei um die Frage, wie eine im Entstehen begriffene Zukunft bereits jetzt erfasst werden kann. Scharmer nennt das „presencing“, ein Bewusstseinsprozess, mit dem durch Gegenwärtigkeit (presence) Zukunftspotenziale erspürt werden können (sensing). Das erfordert eine Differenzierung und Erweiterung der grundlegenden Bewusstseinsfelder Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Wille.

Wahrnehmen: Vor allem unter Zeitdruck wird oft nicht intensiv genug auf die Ausgangssituation geschaut. Vertraute Erklärungsraster („das kenne ich schon …“) verhindern ein wirkliches Verstehen. Die Klärung der Ist-Situation wird noch differenzierter, wenn die Wahrnehmung nicht mit Interpretationen und Urteilen vermischt wird. Es erfordert die wache Bewusstheit, zwischen Wahrnehmen und Denken klar zu unterscheiden.
Denken: Die Ausgangssituation wird durch imaginatives Denken zu bildhaften Symbolen verdichtet und damit auf das Wesentliche konzentriert. Hier ist primär die rechte Gehirnhälfte gefragt. Die exakte Beobachtung aus dem ersten Schritt und schöpferische Kreativität werden miteinander verbunden. Erfolgt dieser Prozess in Gruppen, entstehen oft verblüffend ähnliche Bilder, was die gemeinsame Konsensbildung stark erleichtert.
Fühlen: Hier geht es um die systemische Wahrnehmung des größeren Feldes: In welcher Weise beeinflussen sich die Systemelemente wechselseitig wie bei einem Mobile? Welche dynamischen Kraftfelder bestimmen die Situation? Um deren Wirkung voll erfassen zu können, müssen die Kraftfelder konkret gespürt werden. Das erfordert eine Weiterentwicklung des Fühlens von einer primär reaktiven Emotionalität hin zum erkennenden Spürbewusstsein.
Wille: Auf dieser Ebene geschieht das eigentliche „presencing“. Ausgehend von einem Ort innerer Stille und Leere, aber mit wacher Präsenz können innovative, kreative Impulse aus tieferen Schichten des Bewusstseins aufsteigen. Das ermöglicht den Zugang zur Intuition wie beim Künstler vor der leeren Leinwand. Voraussetzung ist die Wandlung vom ich-zentrierten Willen (Ziele, Interessen aus der Ego-Perspektive) hin zu einem erweiterten Blick: Was „will“ die Situation im Hinblick auf die Zukunft des Unternehmens oder des Marktes? Dies kann nur intuitiv erfasst werden jenseits logischer Rationalität und braucht eine entsprechende Vorbereitung durch innere Sammlung und Konzentration.

Nach diesem intensiven Vertiefungs- und Klärungsprozess werden die Ideen und Einsichten konkretisiert in Form praktischer Handlungsmöglichkeiten. Die daraus folgenden Aktionspläne sind bei einem gemeinsamen Willensbildungsprozess in hohem Maße konsensfähig und schaffen damit eine höhere Bereitschaft, sie mit Engagement umzusetzen.

Kreative, innovative Impulse entfalten sich im Alltag eher zufällig (wie Einsteins berühmte Eingebung unter der Dusche). Der Zugang zu dieser intuitiven Intelligenz kann jedoch systematisch trainiert werden durch meditative Praxis.

Besuchen Sie uns am 10. November 2017 auf dem Akademie Symposium in Stuttgart. Ich freue mich auf eine intensive Arbeit mit Ihnen!

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