Die 5 besten Fragetechniken im Coaching und als Führungskraft

20.08.2018
Führung hat Facetten, die fachlich wie persönlich herausfordernd sind. Hohe Veränderungsdynamik und Komplexität sind Faktoren, die eine Führungskraft nicht selbst beeinflussen kann. Für die professionelle Weiterentwicklung von Nachwuchs-Führungskräften bis hin zu Top Leadern bieten wir Ihnen spezifische, praxisorientierte und innovative Seminare, die stets diesen systemischen Kontext berücksichtigen.
Sebastian Hüllemann
Gastbeitrag
Sebastian Hüllemann

Diese Art der Lösungsfindung gewinnt auch immer mehr für Führungskräfte an Bedeutung: Statt Mitarbeitern direktiv Anweisungen zu geben, geht es mehr und mehr darum, sie in die Lage zu versetzen, selbstständig Lösungen zu finden. Um das erfolgreich zu erreichen, sind Fragetechniken mit die wichtigsten Methoden einer modernen Führungskraft. Die folgenden Fragetechniken haben sich dabei besonders bewährt:

1. Lösungsorientiere Fragen

Bei lösungsorientierten Fragen liegt der Fokus auf den vorhandenen Ressourcen und Lösungsmöglichkeiten für das jeweilige Problem. Dadurch wird das Gespräch auf positive Weise gestaltet. Lösungsorientierte Fragen können dazu dienen herauszufinden, welche Strategien und Möglichkeiten bereits ausprobiert wurden und welche Fähigkeiten und Chancen noch im Verborgenen liegen.

Beispiele für lösungsorientierte Fragen:

  • Wann läuft es gut und wann haben Sie diese Sorgen und Probleme nicht?
  • Was ist dann anders, als wenn es schlecht läuft?
  • Was muss passieren, damit diese gute Phase häufiger vorherrscht?
  • Wer könnte Ihnen dabei helfen?
  • Welche ähnlichen Herausforderungen haben Sie in der Vergangenheit bereits bewältigt? Und wie?

2. Zirkuläre Fragen

Zirkuläre Fragen geben die Möglichkeit zu einem Perspektivwechsel. Es werden Einstellungen und Handlungen anderer Personen zu einem Thema erfragt. Dadurch werden unterschiedliche Positionen und Sichtweisen eingenommen und damit die Basis für eine Veränderung gelegt.

Beispiele für zirkuläre Fragen:

  • Was denken Sie, wie sich Ihre Kollegin in dieser Situation fühlt?
  • Wie würde Ihr Kollege diese Situation einschätzen?
  • Was würden Ihre Kolleginnen sagen, wenn Sie sich in dieser Situation anders positionieren?
  • Was würde Ihr Geschäftspartner sagen, wenn Sie ihm diese Veränderung vorschlagen?
  • Wer leistet aus Sicht Ihrer Chefin bessere Arbeit? Sie oder Ihr Kollege?

3. Paradoxe Fragen

Paradoxe Fragen zielen darauf ab, den Gesprächspartner damit zu verblüffen, ihn zur Verstärkung seines eigentlichen Problems einzuladen. Die als schwierig empfundene Situation wird auf diese Weise überzeichnet. So können häufig neue Ideen und Lösungsansätze generiert werden.

Beispiele für paradoxe Fragen Beispiele:

  • Wodurch könnten Sie das Projekt endgültig zum Scheitern bringen?
  • Wie könnten Sie es erreichen, noch schlechter zu schlafen?
  • Wie schaffen Sie es, noch weniger motiviert zur Arbeit zu gehen?
  • Was müsste passieren, damit Sie sich noch mehr über Ihre Kollegen ärgern?
  • Wie ließe sich das Problem weiter verschlimmern?

4. Hypothetische Fragen

Hypothetische Fragen zielen meist auf die Zukunft ab und geben die Möglichkeit, neue Blickwinkel und Lösungsansätze in Gedanken durchzuspielen. Hier geht es weniger darum, ein Problem konkret zu lösen, als die Durchführbarkeit von neuen Wegen, Lösungen und Wunschvorstellungen zu evaluieren.

Beispiele für hypothetische Fragen:

  • Wie würden Sie die Herausforderung angehen, wenn Geld keine Rolle spielte?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie ganz allein eine Entscheidung herbeiführen könnten?
  • Was wäre, wenn Sie sich auf einmal nicht mehr über Ihre Kollegin aufregen würden?
  • Angenommen, es würde Sie jemand in diesem Fall um Hilfe bitten, wie würden Sie reagieren?
  • Wenn sich das Problem in den nächsten 6 Monaten nicht auflöst, welche Folgen hätte das?

5. Die Wunder-Frage

Die Wunderfrage ist eine Unterkategorie der hypothetischen Frage. Sie gehört zum hilfreichen Werkzeugkoffer von Fragen, die der amerikanische Psychotherapeut Steve de Shazer entwickelt hat. Er geht davon aus, dass es hilfreicher ist, sich auf Ziele, Wünsche, Ressourcen und Lösungen zu konzentrieren, anstatt auf die Ursachen der Probleme. Die Wunderfrage lässt über mögliche Problemlösungen fantasieren. Das Ziel ist es, sich den.bestmöglichen Zustand.vorzustellen. Die Wunderfrage hilft dabei, neue Motivation und positive Gedanken zu fassen.

Beispiele für die Wunderfrage:

  • Angenommen, heute Nacht geschieht ein Wunder, das darin besteht, dass Sie Ihr Ziel bereits erreicht haben... Sie wachen morgen früh auf: Was hat sich dadurch alles verändert?
  • Was wäre, wenn das Problem von heute auf morgen einfach verschwunden wäre?
  • Wie stellen Sie sich den darauffolgenden Tag vor, ganz ohne das Problem?
  • Woran würden Sie als erstes merken, dass das Problem nicht mehr vorhanden ist?
  • Wie würde sich das Verhältnis zu Ihrem Kollegen ändern?

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