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Die Kolumne

AGIL – just another four-letter-word?!

Angelehnt an ein bekanntes Schopenhauer-Zitat ließe sich der Titel der AKADEMIE-Studie wie folgt interpretieren: Agilität ist nicht alles – doch ohne Agilität ist alles nichts. (Wobei, etwas viel Negationen ;-) … Nun, Zitat ist Zitat!) Doch stimmt das, führt uns „agil“ voran in Prozessen und Projekten?

Hanspeter Reiter
Hanspeter Reiter
M.A. phil.

Wie meistens hat die Hirnforschung durchaus Antworten zu bieten. Antworten, die auch vor der Zeit von Hirn-Scans und anderen bildgebenden Verfahren möglich waren – doch heutzutage aufgrund beobachtbarer Ergebnisse nachvollziehbar zu geben sind. Wie das menschliche Gehirn und agile Praktiken zueinander passen, mögen drei Beispiele zeigen:

  • Element „Neues“

Zu den agilen Methoden gehören die Sprints: immer neue kleine Einheiten sind zu bearbeiten. Das bedeutet u.a., dass immer wieder Neugierde entsteht, Lust auf Weiteres statt Langeweile im Alltag, verursacht durch (zu viel) Routine im ewig Gleichen. Das bedeutet auch: Häufiger als sonst üblich kommt es zu Erfolgs-Erlebnissen, Glücks-Hormone werden ausgeschüttet, das Belohnungs-Zentrum im Gehirn ist aktiv. Zusammengefasst: Im Limbischen System ist Stimulanz geboten – das ist wichtig vor allem für jüngere Kollegen.

  • Element „Wiederholen“

Inkrementelles = stufenweises Vorgehen heißt z.B. Schleifen drehen, bestimmte Schritte wiederholt anwenden. „Ein alter Hut“ ist ja, dass Lernen durch Wiederholen durchaus sinnvoll sein kann, im Vermitteln von Wissen ähnlich wie bei Soft Skills. Nachgewiesen ist inzwischen, dass dadurch tatsächlich Verbindungen zwischen Neuronen gebahnt werden: Ähnlich Autobahnen ist die Kommunikation deutlich beschleunigt. Auch hier sind Hormone im Spiel, etwa Oxytozin, das Bindung erhöht – auch die im Team! Adressiert sind hier vor allem ältere Kollegen – und Kolleginnen generell: Limbischer Typ „Balance“.

  • Element „Anknüpfen“

Konsistenz entsteht via Daily Stand-Up: Was schon erledigt ist, kann in den nächsten Schritt einfließen. Weil jede Person im Team sich einbringt, entsteht Mindfulness, Achtsamkeit im Augenblick. Dann ist der präfrontale Cortex besonders aktiv – und hormonell macht sich Serotonin bemerkbar: Wir fühlen uns ausgeglichen. Das ermöglicht Konzentration aufs Wesentliche. Vonseiten des Limbischen Systems kommt Dominanz ins Spiel (primär männliches Verhalten).

(Zwischen-)Fazit: Wie so häufig, gilt auch für „agil“: Für wen ist dieses Vorgehen gut geeignet? Oder anders herum: Welche Personen („Typen“) werden am besten damit umgehen können? Bei diesen Überlegungen kann ein Blick auf die Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaften helfen! Womit erkennbar wird: Für jeden findet sich etwas bei den „agilen Methoden“… Und zugleich verfügen Sie mithilfe der Hirnforschung über Erkenntnisse, wie Sie agile Praktiken optimal in den Alltag übersetzen, je nachdem, wie Ihr Team zusammengesetzt ist.

Mehr zum Thema auch im von mir herausgegebenen „Handbuch Hirnforschung und Weiterbildung - Wie Trainer, Coaches und Berater von den Neurowissenschaften profitieren können“. 

Hirnforschung und Weiterbildung

Darin stellen Experten aus Wissenschaft und (Weiterbildungs-)Praxis vielerlei Bezüge her. Und zu weiteren Aspekten von Neurowissenschaften zu Führungsthemen: 


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