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Die Kolumne

Besonderheiten bei Präsentationen im internationalen Business Kontext

Es war eine deutsche Marketingmanagerin, die nach erfolgreichen Jahren in Deutschland und in den USA eine Marketingposition in Hongkong übernahm. Sie hielt eine Präsentation vor ihrem neuen Team. Sie nutzte als Titelbild ein privates Foto von sich mit ihren Hunden, um sich gleich als familienfreundlicher und zugänglicher Team-Player zu positionieren. Der Untertitel des Bildes: “Me and my team”.

Das Problem mit der Botschaft? (Nicht nur) in China sind Hunde untergeordnet, gehören ihrem Besitzer und müssen diesem gehorchen, um nicht diszipliniert oder gar geschlachtet zu werden. Der Hund ist im traditionellen chinesischen Verständnis ein Nutztier und kein Teil der Familie. Glücklicherweise hielt die Deutsche diese Präsentation zur Übung im englisch- sprachigen Akademie-Seminar “Presentation Skills” vor ihrem Abflug gen Osten.

Volker Latus
Volker Latus
Dipl.-Kfm.

Die Herausforderung in internationalen Präsentationen ist nicht die Gestaltung der PowerPoint-Folien – da hat sich die Welt (leider) ziemlich globalisiert. Es ist die Nutzung nicht-faktischer Elemente, die anders verstanden werden in verschiedenen Kulturen – Bilder, Symbole, Slogans, Metaphern und vor allem Humor. Letzterer ist gerade im deutschen Verhältnis zu angelsächsischen Ländern bedeutungsvoll, wenn Engländer es mit Deutschen zu tun haben und es mit englischem Humor versuchen. US-Manager legen in Präsentationen sehr viel Wert auf Infotainment und Inszenierung, was ebenfalls nicht überall gleich gut ankommt.

Weitere Unterschiede betreffen die Formalität, Körpersprache und Direktheit. Während ich einen amerikanischen CEO bei einer Präsentation permanent herumlaufend beobachtet habe, was dort auch so gelehrt wird und viele in Europa eher irritiert, erlebe ich Präsentatoren in Asien eher statisch ohne viel Entertainment, dafür aber mit viel Disziplin und vor allem Respekt. Diese respektorientierte Kommunikation kann leider sehr implizit sein. Beispielsweise in Indien oder Indonesien wird Vieles aus Respekt nicht direkt gesagt, sondern muss abgeleitet werden. Dazu muss man die Kultur allerdings sehr gut kennen. Wenn man dort präsentiert, ist eine allzu deutsche Direktheit eher abzufedern.

Ein weiteres Element ist das Einbeziehen der Zuhörer in Business-Meetings. Während es in der westlichen Welt heutzutage normal ist, dass Präsentationen Dialog, Diskussionen und Teilnehmerfragen enthalten, bevorzugen viele asiatische Kulturen das Zuhören. In Malaysia habe ich erlebt, dass Teilnehmer deshalb keine Fragen stellen, weil sie das Gesicht wahren wollen, da die Frage ggf. eine eigene Unwissenheit offenbart. Teilnehmer hören zu und nach einiger Reflexionszeit wird ggf. die Frage nach dem Meeting 1-1 (?) gestellt. Keine Fragen heißt also nicht “alles klar”.

Mein letzter Punkt ist ein klassisches, aber nicht ausschließlich deutsches Problem. Wieviel Informationsdichte verträgt eine Präsentation? Während man in den zuvor beschriebenen „zuhörenden“ Kulturen mit Informationstiefe glänzen kann, ist die „Portionierung“ von Informationen in der westlichen, vor allem der angelsächsischen, Welt wichtig. Hier gilt die „Regel“, dass sich der Mensch generell kaum mehr als drei Dinge merken kann. Dieser Effekt wird verstärkt durch eine gesellschaftlich abnehmende Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Minuten dank der konstanten und simultanen Informationsaufnahme, bei der in Präsentationen viele „Zuhörer“ auch mit ihren Smartphones beschäftigt sind. Hier ist „weniger mehr“ und regelmäßige Zusammenfassungen erlauben auch dem abgelenkten Zuhörer einen Wiedereinstieg nach temporärem Ausflug auf Social-Media-Seiten (oder natürlich den Work-E-Mails ...).

Die drei wichtigsten Elemente bei internationalen Präsentationen?

Ganz klar: Vorbereitung, Vorbereitung, Vorbereitung!

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