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Die Kolumne

Das Primaballerina-Gen

Ich vermute, auch Sie haben heute noch keine Primaballerina trainiert? Fein, dann haben wir etwas gemeinsam. Warum ich Sie danach frage? Ganz einfach: Primaballerinen sind die Königinnen des Tanzes, weil sie ihr unbedingter Wille ganz nach oben gebracht hat. Fester, unerschütterlicher Wille – und harte Arbeit.

Es mag paradox klingen: Aber ohne Zwang gibt es keine Agilität.

Doch auch eine Primaballerina hat einen Trainer, der sie dazu bringen muss, nicht nachzulassen oder gar aufzugeben. Er muss also auch diesen unbändigen Willen besitzen, bereit sein, sich und seinen Schützling „zu quälen“ – im Dienste des gemeinsamen Erfolges.

Bodo R. V. Antonic
Bodo R. V. Antonic
Dr.

Ein Manager, der sein Unternehmen agilisieren will, braucht dieses Primaballerina-Gen. Er muss den festen Willen besitzen, die gesamte Mannschaft auf dieses Ziel hin zu trainieren, zu stretchen, zu dehnen, zu quälen.

Ein Change kommt nämlich nicht aus heiterem Himmel, sondern er ist Ausdruck einer kontinuierlichen Veränderung. Die Verantwortung trägt jeder Einzelne sowie das Management.

Das heißt für mich als Führungskraft ganz konkret: Ich muss meine Mitarbeiter gymnastizieren. Ich muss die Plastizität des Einzelnen erwirken, um anschließend in einer gemeinsamen Anstrengung die Plastizität der Organisation zu stärken.

Wie ich das mache? Indem ich durch Werteorientierung Stabilität gebe – ich will das Unternehmen ja nicht zerreißen.

Was ist an Werten so wichtig? Sie geben Halt und Orientierung. Insbesondere in bewegten, hochagilen Unternehmensphasen braucht es Orientierung. Diese Orientierung erlaubt Menschen, besser mit Agilität umzugehen, ermöglicht ihnen, sich nicht ständig an Dogmen, Spielregeln und Normen festhalten zu müssen. Denn es sind genau diese „Gesetze“, die als Denkverbote wirken und damit Innovation verhindern.

Kurzum, wenn wir dem Unternehmen, uns, ein wertebasiertes „Sicherheitskorsett“ geben, müssen wir uns nicht an Denk-, Sprech- und Redeverboten und verkrusteten Unternehmensstrukturen festhalten, werden frei, können die Weichen auf kreative Entfesselung stellen.

Entfesseln wir also Mensch und Organisation durch den Abbau von Spielregeln, nehmen wir das Verhaltenskorsett weg, dann befreien wir den Menschen und zwingen ihn damit zugleich, sich zu bewegen, zu dehnen, zu strecken und beweglicher zu machen.

Für diese mobilisierten Menschen brauche ich keinen Krückstock, keinen Rollator, sie sind agil und können den Change jeden Tag akzeptieren oder sogar begrüßen. Merken Sie sich einfach diesen Satz: Agil ist das neue Stabil!

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