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Die Kolumne

Die Digitalisierung der Weiterbildung

Dass wir im digitalen Zeitalter angekommen sind,dürfte niemanden mehr überraschen. Gerne nehmen wir die Annehmlichkeiten, diedadurch entstanden sind, dankend an: Der Roboter mäht unseren Rasen, eine Damenamens „Alexa“ spielt unsere Lieblingsmusik ab und YouTube verrät uns, wie wirerfolgreich den Toaster reparieren. Aber wie sieht es in der Weiterbildung aus?Sind da auch alle schon „angekommen“?
Inga Geisler
Inga Geisler

Keine Angst vor der Technik

Das Wort „digital“ impliziert zunächst etwas Technisches. Das schreckt schon einige ab, denn nicht jeder bezeichnet sich als „Tech-Nerd“. Eine gute Nachricht vorab: Es ist nicht Voraussetzung, ein solcher zu sein, um Trainings online anzubieten oder Präsenzseminare mit Online-Anteilen zu erweitern. Viel wichtiger als die technische Kompetenz ist zunächst ein passendes Konzept. Bevor dieses jedoch entwickelt wird, sollten Sie über Ihre Rolle im Weiterbildungsprozess nachdenken.

Der Trainer in der Rolle des Lernbegleiters

Wenn ich Trainer frage, was ihre größte Sorge beim Online-Trainieren ist, dann kommt – neben der Technik – der Verlust des direkten Feedbacks: „Woher weiß ich denn, wie es dem Teilnehmer auf der anderen Seite des Bildschirmes geht?“, „Hört er mir noch zu oder bearbeitet er gerade seine Mails?“ Das sind berechtigte Fragen. Darauf gibt es eine klare Antwort: Wenn Sie nicht fragen, werden Sie kaum eine Rückmeldung erhalten. Das Beispiel zeigt, dass es beim Online-Lernen neue Anforderungen gibt, denen Sie sich stellen müssen. Dazu gehört im Besonderen die Übertragung der Lernverantwortung auf den Lerner. Viele Trainer sind noch der Meinung, dass sie diese tragen. Das ist ein Trugschluss. Wir können als Trainer vieles dafür tun, den Lerner bei seinem Prozess zum Kompetenzaufbau zu unterstützen. Die neuen Medien helfen uns dabei. Aber lernen kann nur der Teilnehmer selbst. Setzen Sie hilfreiche Impulse, stellen Sie praxisorientierte Aufgaben und geben Sie den Teilnehmern die Gelegenheit zum Wissens- und Erfahrungsaustausch. Durch den Einsatz von Online-Medien haben wir die Gelegenheit, den Lerner viel länger zu begleiten und den Praxistransfer zu sichern.

Blended Learning als Lernform der Zukunft

Wenn Sie die Präsenzeinheiten nicht vollständig aufgeben wollen, konzipieren Sie ein Blended-Learning-Szenario. Hier wechseln sich Online- und Präsenz-Einheiten ab. Dabei werden die Teilnehmer über einen längeren Zeitraum beim Lernen begleitet. Sie erhalten eine Praxisaufgabe, die sie während der Selbstlernphase alleine oder in Gruppen bearbeiten. Dazu stehen ihnen Selbstlernmaterialien wie z.B. kurze Videos (die können Sie sogar einfach mit Ihrem Handy drehen), Linklisten oder Online-Tests zur Verfügung. Um einen direkten Kontakt zu Ihren Teilnehmern zu haben, planen Sie zu Beginn und zwischendurch ein Treffen im „virtual classroom“ ein. Setzen Sie dort weitere Lernimpulse und klären wichtige Fragen. Abschließend erfolgt ein Präsenztag zur Präsentation der Ergebnisse und zum Erfahrungsaustausch. Es gibt vielfältige Variationen dieser Lernform.

Der Personalentwickler in der Rolle des Coaches, Beraters und Strategen

Laut Medienberichten (Quelle: Bergische Landeszeitung vom 1.9.2018) erhalten Unternehmen, die sich im digitalen Wandel befinden, für ihre Mitarbeiter eine großzügige Förderung (Auf die Einzelheiten soll in diesem Beitrag nicht näher eingegangen werden). Dies zeigt, dass auch die Politik auf die neuen Herausforderungen reagiert und Weiterbildung ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Bestehen in der digitalen Welt ist.

Auch für Mitarbeiter im HR-Management bzw. in der Personalbetreuung ergeben sich aus der Digitalisierung Veränderungen für zentrale Funktionen und Rollen:
 Für Services wie Recruiting, Einstellung, Onboarding, Personalplanung etc. gibt es zunehmend technische Lösungen (z.B. HR-Bots). Für Talentmanagement und Learning ist der Personalentwickler zunehmend als Coach, Berater, Stratege gefragt. Seine neue Aufgabe wird es sein, aus der Unternehmensstrategie die zukünftig geforderten Kompetenzen abzuleiten, die in Jahresgesprächen und Abteilungsbesprechungen weitergegeben werden. Mit Blended Learning 4.0 können diese Kompetenzen arbeitsplatznah und nachhaltig erworben werden.

Der Mitarbeiter in der Rolle des interaktiven Teilnehmers

Was wir in unserer Freizeit schon intuitiv machen, wenn wir eine Frage haben, wird zunehmend auch in den Unternehmen zur täglichen Routine: Wir nutzen die digitalen Medien wie z.B. Internetplattformen oder soziale Netzwerke. Letztere werden künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen und einen wesentlichen Anteil am Lernprozess haben. Der Mitarbeiter wird zunehmend stärker gefordert sein, die eigene Weiterbildung aktiv zu gestalten. Das beginnt bei der Analyse des Bedarfs und endet mit der aktiven Gestaltung des Lerntransfers. Für die „jungen“ Lerner ist das nichts Neues. Jedoch tun sich ältere Mitarbeiter schwer, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Dazu wird in den nächsten Jahren eine Umstellung der Unternehmenskultur notwendig sein.

Der Berufsverband für Online-Bildung (BVOB) stellt Ihnen erfahrene Berater und Partner für Ihr persönliches Blended Learning 4.0-System an die Seite. Sprechen Sie ihn gerne an!

Wenn Sie mehr über Blended Learning und die Rollenveränderungen erfahren wollen, lädt Sie der Berufsverband für Online-Bildung e.V. zu seiner Webinar-Reihe im Rahmen der virtuellen Winter-Akademie ein. Unter dem Motto „Mitarbeiter auf dem Weg in die Digitalisierung begleiten“ finden von November bis März Webinare mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. Wer über die Akademie ein Ticket bucht, erhält einen Rabatt von 15% (Rabatt Code: vWA18_bvob_DieAkademie). Informationen und Anmeldung: www.bv-online-bildung.de/services/vwa 

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