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Die Kolumne

Entscheidungen treffen –allein, mit allen oder vielleicht auch überhaupt nicht?

Sie kennen das: Es steht eine wichtige Entscheidung an. Das ganze Team ist davon betroffen. Es wäre gut, alle in die Entscheidung einzubinden und diese mit ihnen gemeinsam zu treffen. Aber!

Wenn Sie das zur Diskussion stellen, dann wird jeder eine eigene Meinung haben, es werden Konflikte, Befindlichkeiten, Sonderwünsche, Bedenken usw. auftauchen. Am Ende hat man stundenlang debattiert, aber eine Entscheidung ist weit entfernt. Und wenn Sie allein als Führungskraft entscheiden, wird es immer Unzufriedene geben. Es wird diejenigen geben, die gleich nach der Entscheidung kommen und Gegenargumente anmelden und sie infrage stellen. Oder es tauchen auf einmal Fakten auf, die tatsächlich wichtig gewesen wären, sie vor der Entscheidung zu wissen.

Christin Latk
Christin Latk

Dann gibt es die Entscheidungen, die zwar im Team getroffen wurden, aber schon am nächsten Tag unterlaufen oder in Frage gestellt werden. Und schon geht – oft erst nur hinter verschlossenen Türen – eine neue Diskussion los.

Mit mehreren Menschen eine Entscheidung zu treffen, ist nicht leicht. Jeden Tag gibt Situationen am Arbeitsplatz und auch im Privaten, in denen Sie und ich uns sicher sind, dass wir allein eine sehr gute Entscheidung für das Problem, den Kunden oder das Team treffen könnten. Aber über das Team hinweg zu entscheiden, ist einerseits ziemlich autoritär. Und zugegeben andererseits können wir nicht alles wissen. Man schließt damit die Erfahrung, das Wissen und die Meinungen der Mit-Betroffenen aus.

Gerade in der volatilen Arbeitswelt, in der wir leben, kann das ein sehr gravierender Fehler sein. Die Alternative scheinen stattdessen langwierige Beratungen und Abstimmungen in Meetings zu sein, die gute Entscheidungen scheinbar verwässern und verschlechtern. Doch das muss so nicht sein – nicht mit der richtigen Methodik und dem richtigen Werkzeug. Die Forschung belegt: Gut geführte Gruppen kommen eindeutig zu besseren Entscheidungen als das klügste Individuum für sich allein. Die Gründe liegen auf der Hand: Der Einzelne ist von sich, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung geprägt.

In der Gruppe treffen viele Perspektiven und Kenntnisse zusammen. Der Ingenieur mit seinem Willen zur Problemlösung trifft auf den BWLer, der das Thema Kosten fokussiert. Der Programmierer kann nach dem Gespräch mit dem Vertriebskollegen die zu lösende Kundennot viel besser nachvollziehen. Wenn aber die besten Entscheidungen in Gruppen entstehen, warum gibt es dann so viele schlechte? Gruppen werden oft falsch geführt.

Die wichtigsten Rahmenbedingen, um einen guten Entscheidungsprozess zu gestalten und zu einem positiven Ende zu führen, sind:

  • Legen Sie eine klare, professionelle Moderation sowie eine transparente Rollenzuordnung fest.

  • Nehmen Sie Rücksicht auf gruppendynamische Prozesse.

  • Nutzen Sie erprobte Kreativitätstechniken für das Erforschen der Zusammenhänge und Bedingungen.

  • Überprüfen Sie, dass alle den gleichen Informationsstand haben.

  • Lassen Sie unbequeme Meinungen zu.

  • Begrenzen Sie gleich zu Beginn die Diskussionszeit und treffen Sie nach deren Ablauf mit allen die Entscheidung

Statt Konkurrenz kann der Moderator die unterschiedlichen Meinungen zu Ressourcen gestalten und die sachlichen Informationen, die darin liegen, für alle sichtbar machen. Und wurde eine Entscheidung im Team getroffen, dann müssen alle diese auch konsequent mittragen. Keine Frage: Das braucht Übung und die richtigen Werkzeuge. Und um die zu lernen und zu üben, empfehle ich Ihnen unser Seminar: Entscheidungen in Teams: So gelingt`s. Und falls Sie doch eher ganz bei sich selbst beginnen möchten, weil Sie Entscheidungen gern leichter und schneller treffen möchten: auch hier können wir Ihnen dieses sehr gute Angebot machen: Entscheidungen zwischen Kopf, Bauch und Zeitdruck.

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