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Die Kolumne

Entscheidungen treffen – mit der Gruppe oder doch lieber allein?

Schon Schiller hat behauptet: „Der Starke ist am mächtigsten allein.“ Und gibt es nicht Dutzende von Situationen am Arbeitsplatz, wo sich jeder von uns stark fühlt und sicher ist, dass er/sie auf sich gestellt die besten Entscheidungen für Kunden, Team, und Unternehmen treffen würde? Stattdessen sind langwierige Abstimmungen die Regel, die gute Entscheidungen verwässern und verschlechtern.

Franziska Frank
Franziska Frank
Dr.

So das subjektive Gefühl. Was aber ist die objektive Wahrheit? Da ist sich die Forschung sicher: Gut geführte Gruppen kommen zu besseren Entscheidungen als das klügste Individuum für sich allein.

Die Gründe liegen auf der Hand: Der Einzelne ist von sich, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung geprägt. In der Gruppe findet er andere Blickwinkel, Denkarten und Wissensreservoirs. Der Ingenieur mit seinem absoluten Willen zur Problemlösung trifft auf die BWLerin, die eher das Thema Deckungsbeitrag in die Runde wirft. Die Computerspezialistin in ihren Bytezwängen sieht nach dem Gespräch mit dem Vertriebler die zu lösende Kundennot. Der Geschäftsführer, seit 40 Jahren im Geschäft, erkennt erst am jungen Praktikanten, wie sich die Arbeitswelt geändert hat.

Wenn aber die besten Entscheidungen aus Gruppen kommen sollen, warum gibt dennoch so viele schlechte Entscheidungen?

Das liegt daran, dass Gruppen oft falsch geführt werden. Was das heißt, weiß jeder, der einmal bei einem Brainstorming teilgenommen hat, bei dem der Chef jede Idee abbügelt. Auch derjenige kann ein Lied davon singen, der sich in der Gruppe nicht mehr gehört fühlt, weil alle anderen gerade ein falschgelegtes Columbus-Ei entdeckt haben. 

Wie also lassen sich Gruppen so einsetzen und führen, dass sie wirklich ihr Potenzial erfüllen?

Da ist zum einem die Zusammensetzung. Nicht jedes Teammitglied ist gleich gut geeignet für Ideengenerierung wie für die Umsetzung dieser Ideen. Oder ebenso fähig, das Team zusammen zu halten oder Meilensteine einzuhalten. Also muss man sich Gedanken machen, wer in einer Gruppe wann, was, wie tun soll. Am besten: Teams für ein Projekt mehrmals besetzen. Wer diese Wahl aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht hat, kann die Gruppe immerhin noch so briefen, dass sie bewusst die jeweils notwendigen Rollen besetzt. Dank den Neurowissenschaften wissen wir, dass es nicht schwer ist, neue Rollen einzunehmen: So kommt zum Beispiel derjenige, der vor einen Apple Computer gesetzt wird, auf kreativere Ideen als jemand vor einem IBM Computer. Warum? Weil der Eine das Apple-Logo „Be creative“ verinnerlicht hat und es dann ebenso wird bzw. jemand mit einem weißen Laborkittel bekleidet besser logische Fragestellungen lösen kann. So bedingen die Erwartungen des kognitiven Ichs an das Selbst das Ergebnis. Und diese Erwartungen können von erfahrenen Menschen auch von außen in die Gruppe getragen werden.

Zum zweiten geht es um die richtige Kommunikation in den Gruppen. Dazu muss man wissen, bei welcher Art von Aufgabe es besser ist, zuerst den Einzelnen sich Gedanken machen zu lassen und dann erst zu diskutieren und bei welcher es sinnvoll ist, gleich die ganze Gruppe einzusetzen. Und die Art und Weise, wie die Diskussion dann geführt wird, hat natürlich auch wiederum einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Ergebnisses.

Wer dieses alles genauer verstehen will und sich Instrumente wünscht, um unterschiedliche Gruppen klug zu steuern sowie Stolpersteine in den Entscheidungsprozessen zu vermeiden, kann das in einem neuen Seminar bei der Akademie für Führungskräfte trainieren!
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