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Die Kolumne

Neu in Führung: Worauf es in den ersten 100 Tagen ankommt.

Jeder Neubeginn ist eine Krisensituation. Das heißt, er ist gleichermaßen durch Chancen und durch Risiken gekennzeichnet. Das gilt auch für die Übernahme einer Führungsposition. Als neue Führungskraft sind alle Blicke erwartungsvoll, neugierig, skeptisch oder auch ängstlich auf Sie gerichtet. Daher ist es wichtig, sich gut auf die neue Situation vorzubereiten. Zur Vorbereitung gehört eine Analyse der neuen Position und ggf. des neuen Unternehmens. Welche neuen Führungsaufgaben werde ich haben? Bin ich diesen Aufgaben bereits gewachsen oder macht es Sinn, meine Fähigkeiten im Vorfeld zu erweitern?

Sebastian Hüllemann
Sebastian Hüllemann

Um konkrete und praxisnahe Informationen über die Abteilung, das Umfeld und eigene Handlungsspielräume zu sammeln, sollten Sie möglichst früh das Gespräch mit Ihrem Vorgänger suchen. So können Sie sich in kurzer Zeit Wissen aneignen, das Sie sich sonst mühsam erarbeiten müssen. Um einen offenen Wissenstransfer zu ermöglichen, ist es wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Zeigen Sie Ihrem Vorgänger, dass Sie Respekt vor seiner Leistung haben und sichern Sie ihm Vertraulichkeit zu.

Während der ersten Tage in Ihrer neuen Position haben Sie vor allem zwei Aufgaben: Einen professionellen und vertrauensvollen Eindruck zu hinterlassen und bestehende Unsicherheiten weitestgehend zu klären. Gehen Sie offen und persönlich interessiert auf die Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzten zu. Bauen Sie eine positive Beziehung auf. Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Mitarbeiter für sich zu gewinnen, indem Sie sie zu freiwilliger Gefolgschaft und Kooperation einladen, werden sie Sie in Ihrer Führungsarbeit unterstützen.

Eine gute und passende Antrittsrede hilft Ihren Mitarbeitern, Vertrauen zu Ihnen zu fassen und etwaige Ängste zu relativieren. Die Antrittsrede gibt daher sowohl Auskunft über Ihren beruflichen Werdegang und Ihren angestrebten Führungsstil als auch über Persönliches. Seien Sie wertschätzend gegenüber der Vergangenheit des Unternehmens und Ihres Vorgängers. Vermitteln Sie, dass Sie sich in der nächsten Zeit mit allen Beteiligten intensiv austauschen möchten, um sie näher kennen zu lernen, um deren Erwartungen zu erfahren und um von ihnen zu lernen. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, was gute Führungsarbeit auszeichnet und holen Sie sich Feedback zu Ihrem Führungsstil.

Insbesondere in den ersten 100 Tagen ist es wichtig, immer wieder eine neue Balance zwischen den Dingen, die Sie beibehalten, und denen, die Sie verändern wollen, herzustellen. Am Anfang sollten Sie möglichst viel so lassen, wie es ist. Sie haben bereits durch Ihr Auftauchen das System verändert und für „Unruhe“ gesorgt. Geben Sie Ihrem Umfeld die Möglichkeit, sich erst einmal wieder beruhigen.

Verschiedene Tools wie bspw. Mentoring, Coaching und Führungsseminare helfen Ihnen, einen erfolgreichen Einstieg zu schaffen. Mit einem Mentor steht Ihnen ein Berater zur Seite. Er vermittelt Ihnen Informationen und ist gleichzeitig ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner und Ratgeber. Ein Coach kann Ihnen helfen, aktuelle Problemsituationen zu analysieren und eigene Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. In Führungsseminaren finden Sie gleichgesinnte Teilnehmer und einen erfahrenen Trainer. Im Vorfeld sollten Sie jedoch prüfen, ob Ihre Qualitätskriterien erfüllt sind und ob das Seminar thematisch Ihren Bedürfnissen entspricht.

Sie werden in den ersten 100 Tagen Ihrer Führungsarbeit verschiedene Bereiche der Führungsarbeit erfolgreich meistern. Ein Neuanfang ist fordernd, aber Sie können auch viel Neues erfahren und persönlich wachsen. Vielleicht gelingt nicht alles, aber Sie haben Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln und aus Ihren Fehlern zu lernen.
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