Eine Frage der Haltung – Wie Sie Ihrer Führungsrolle mehr Strahlkraft verleihen

12.11.2019
„Nur was in Dir brennt, kannst Du in anderen entzünden.“, sagte Augustinus. Dieser Satz ist fast 2000 Jahre alt und heute aktueller denn je.
Simone von Stosch
Gastbeitrag
Simone von Stosch

Denn Gestaltungslust, Überzeugungskraft, Begeisterung sind den modernen Chefetagen weitgehend abhandengekommen. Meetings, Calls, Videokonferenzen, übervolle Terminkalender: Die Verdichtung von Anforderungen nimmt immens zu – die Angst zu versagen auch.

Viele Führungskräfte bewegen sich in einer Art Hamsterrad am Rande der Erschöpfung: Weitermachen! Funktionieren! Durchhalten! lautet die Devise. Die Sinnfrage wird schon lange nicht mehr gestellt.

Was hat das alles mit unserem Thema zu tun? Warum brauchen Führungskräfte Leidenschaft?

Nur die Leidenschaft, die Sie selbst in sich tragen, motiviert Ihr Team, Ihre Stakeholder, Ihre Vorstandsetagen. Wer selbst nicht überzeugt ist, hat es schwer, andere mitzunehmen. Wem die positive Einstellung zu seiner Aufgabe fehlt, der wird Widerstände provozieren. Wer mit sich – seinen Gefühlen, Werten und Bedürfnissen – nicht in Kontakt ist, dem gelingt es kaum, bei anderen Türen zu öffnen.

Umgekehrt erleben wir Menschen als charismatisch, die sich für ihre Aufgaben begeistern und für ihre Ideen brennen. Die Strahlkraft nach außen wächst mit einer positiven Einstellung zu sich selbst. Mut, der eigenen Idee und Intuition zu folgen, zeigt sich nach außen als Zugewinn von Souveränität und Charisma.

Jetzt werden Sie sagen: Wie toll für diese Menschen! So eine Aufgabe, die Begeisterung weckt, hätte ich auch gerne. Umgekehrt wird jedoch ein Schuh draus: Positivität ist eine Frage der inneren Haltung! Begeisterung lässt sich erlernen. Durch gezielten Perspektivwechsel. Das wissen wir nicht erst seit der schlichten Frage, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Begeisterung ist eben eine Fähigkeit. Und die lässt sich ausbilden.

Begeisterungsfähigkeit hat noch einen weiteren Vorteil: Diese Haltung macht Sie viel erfolgreicher.

Zwanzig bis fünfzig Mal am Tag, so sagen die Hirnforscher, erlebt ein Kleinkind einen Zustand größter Begeisterung. Und jedes Mal kommt es dabei im Gehirn zu immensen Aktivierungsschüben. Neuroplastische Botenstoffe werden ausgeschüttet – neue Synapsen ausgebildet und bestehende Verknüpfungen, die im Hirn zur Lösung eines Problems oder zur Bewältigung einer neuen Herausforderung aktiviert wurden, werden verfestigt. 

 

Das ist der Grund, warum wir bei all dem, was wir mit Begeisterung machen, auch so schnell immer besser werden. Jeder kleine Sturm der Begeisterung führt gewissermaßen dazu, dass im Gehirn ein selbsterzeugtes Doping abläuft. So werden all jene Stoffe produziert, die für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht werden. So einfach ist das: Das Gehirn entwickelt sich so, wie und wofür es mit Begeisterung benutzt wird.

Der Neurobiologe Gerald Hüther bringt es wunderbar auf den Punkt: Wir sollten versuchen, der oder diejenige zu werden, die wir sein könnten. Mit Begeisterung und visionärer Kraft.

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