Erfolg braucht Frauen!

12.03.2018
Ausstrahlung und nonverbale Dynamiken sind äußerst fragil in der Kommunikation zwischen Frauen und Männern. Wer die Muster erkennt, nach denen das andere Geschlecht handelt und worauf es reagiert, kann facettenreicher und entspannter damit umgehen.
Violeta Mikic
Violeta Mikic

Zuschreibungen gibt es von beiden Seiten. Von „was für ein Hecht“ über „aufgeblasener Gockel“ bis hin zum „Fels in der Brandung“ nutzen wir unzählige Beschreibungen für männliches Gebaren und von „Löwin“, „Gackerhuhn“, „Vollweib“ bis hin zum „Kerl im Rock“ und last but not least „Mutti!“ für das von uns Frauen. Wir Frauen machen uns Gedanken über Kleidung, Haare und Make-up. Das tun Männer auch. Ja, Männer auch! Doch: Sind wir Frauen auch darauf sensibilisiert, wie wir mit unserer Körpersprache umgehen?

Unser individueller Auftritt und unsere Präsenz entscheiden darüber, was am Ende eines Mitarbeitergesprächs, einer Rede oder einem Medienauftritt beim Gegenüber bleibt. Nonverbale Kommunikation ist weitaus bedeutungsvoller als wir wahrhaben möchten. Wir feilen an jedem Wort, doch kommt unsere Nachricht auch so beim Gegenüber an, wie wir es wünschen? Wenn jedes Wort zählt, bedarf es einer klaren nonverbalen Kommunikation.

Männer sind uns hier im Allgemeinen eine Nasenlänge voraus, weil sie ihre Unsicherheiten gekonnter vermarkten: Sie ziehen sie sich ins Schweigen zurück – Frauen fangen eher an, sich zu erklären und ihre eigenen Standpunkte zu relativieren.

Fachliche Kompetenz ist selbstverständlich. Doch wie stellen wir unsere fachliche Kompetenz unter Beweis, wenn wir verunsichert sind? Sobald wir uns der Ellenbogenmentalität des Mannes bedienen, verlieren wir unsere Ausstrahlung an Kompetenz, weil wir Energie dafür verwenden, fremdes Gebaren zu kopieren. Das ist erschöpfend.

Ebenso ist es nicht notwendig, einen Hosenanzug anzuziehen, damit wir uns in einem Meeting ernst genommen fühlen. Ernst genommen werden wir durch Fachwissen und Inhalte, nicht durch männliches Verhalten. Das will die Männerwelt doch gar nicht! Berufen wir uns auf unsere Fachkompetenz und setzen unsere Ziele mit Weiblichkeit durch.

Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wie Sie als Frau in einer Männerdomäne gut bestehen können und sich dabei auch noch wohlfühlen? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir Frauen uns auf das Selbstbewusstsein konzentrieren und dabei unser Selbstwertgefühl vernachlässigen. Wir werden sicherer, wenn wir uns an unserer persönlichen Ausstrahlung – der Körpersprache – orientieren und unseren Selbstwert aufbauen.

Vertrauen Sie auf Ihr individuelles Repertoire, indem Sie die Facetten Ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, statt diese zu verstecken.

Was brauchen Sie, um sich wohlzufühlen?

Machen Sie diese Frage zu Ihrem Leitfaden, denn Ihre Bedürfnisse sind der Maßstab und nicht die Erwartungen der anderen!

Viele meiner Klientinnen sagen mir, dass sie ihr Frausein eher in den Hintergrund stellen, wenn es um Fachthemen geht. OK! Wenn Sie sich damit wohlfühlen, ist das der richtige Weg, aber tun sie das wirklich? Verstecken Frauen sich nicht gerne hinter Fachlichem, wenn sie sich in ihrer weiblichen Ausstrahlung unsicher fühlen? Lassen Sie sich nicht in eine Rolle pressen, die nicht zu Ihnen passt.

Eine Frau, die bei der Kleidung ihre Fraulichkeit betont, ist noch lange kein Vamp. Genau wie eine Frau, die sich eher konservativ kleidet, noch lange keine vertrocknete Rosine ist. Widersetzen Sie sich solchen stereotypen Zuschreibungen!

Was Frauen sich von Männern abschauen können, ist, ihren Selbstwert nicht infrage zu stellen, sondern bewusst zu stärken. Entdecken und nutzen Sie das Repertoire, das Ihnen als Individuum und als Frau zur Verfügung steht. Freuen Sie sich über Ihre Weiblichkeit und vertrauen Sie darauf. Das ist der erste Schritt.                                                                                     

Violeta Mikić ist Regisseurin für Business- und Medienauftritte und Systemischer Coach (DBVC). Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Persönlichkeitsentwicklung, Körpersprache und Kommunikation.