Erfolgreiches strategisches Management: systematisch und pragmatisch

11.09.2019
Die Zukunft zu gestalten, ist Herausforderung und Freude zugleich. Das gilt für Unternehmen ebenso wie für deren Business und Service Units. Weitermachen wie bisher geht meistens nicht!
Ingrid Genau
Gastbeitrag
Ingrid Genau

Die Entwicklungen im Umfeld sind so grundlegend und schnell, dass zumindest transformiert, wenn nicht gleich radikal innoviert werden muss. Selbst wenn „nur“ eine Strategie für einen Teilbereich entwickelt und umgesetzt wird, darf jeder mit dem Konzept einer Gesamtstrategie und den fundamentalen Orientierungspunkten vertraut sein. Am effektivsten ist eine Strategie, die einen hohen Vernetzungsgrad und eine Stimmigkeit der einzelnen Teilstrategien aufweist.

  • Beim strategischen Management bietet sich ein pragmatisches und systematisches Vorgehen an.
  • Dabei werden sowohl weiche wie harte Faktoren berücksichtigt.
  • Die innerbetrieblichen Experten und Betroffenen aus den Fachbereichen sollten einbezogen werden. So gelangt man von den Branchen-, Markt-, Wettbewerbs- und Geschäftsfeld-Strategien über die Kunden-, Nutzenversprechen-, Vermarktungsstrategien hin zu den Wertketten-, Mitarbeiter-, Organisations- und Finanzstrategien zu einer vernetzten Gesamtstrategie, die auch umgesetzt wird.
  • Ich empfehle, die vorhandenen spezifischen Strategiewerkzeuge mit den jeweiligen Analyseschwerpunkten zu nutzen.
  • Business Mission, Vision, Werte und Unternehmenspolitik dienen als Orientierungspunkte.

 Um die Komplexität des strategischen Managements zu bewältigen, braucht es ein Navigationssystem für strategisches Management und einen Strategie-Kompass. So wird man systematisch und strukturiert durch den Strategie-Prozess vom Aufsetzen bis zur Umsetzung geleitet. Dazu benötigen Führungskräfte strategische Kompetenzen. Sie brauchen aber auch den Mut, Dinge zu hinterfragen, und das Durchhaltevermögen, ihre Ideen zu verwirklichen.

 

  1. Ausgangssituation: Um eine Strategie erarbeiten zu können, analysieren die Strategen allgemeine und branchenspezifische Megatrends und andere Entwicklungen im Umfeld. Neben der Analyse externer Faktoren sind die strategisch relevanten internen Starken und Schwachen (oder meint sie Stärken und Schwächen?) ehrlich einzuschätzen.
  2. Mission, Vision, Werte, Unternehmenspolitik: Diese Leitlinien dienen als Orientierungsrahmen für die Ausarbeitung und Umsetzung von Strategien. Obwohl Leitlinien grundsätzlich und langfristig gelten, dürfen diese von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand gestellt werden. Der Zeitpunkt der Strategieüberprüfung und -überarbeitung bietet sich dabei an.
  3. Branche und Markt: Es ist notwendig, die Entwicklung der Wettbewerbskräfte in der Branche und deren Wirkung auf die Profitabilität zu analysieren, um danach über die sog. Branchenstrategien zu entscheiden. Die Entwicklung wichtiger Marktgrößen auf der Zeitachse sind zu analysieren und die eigenen Marktstrategien auszuarbeiten.
  4. Wettbewerb und Positionierung: Die Wettbewerber werden anhand geeigneter Kriterien analysiert und anschließend findet die Auswahl der Wettbewerbs- sowie der Positionierungsstrategien statt.
  5. Geschäftsfelderportfolio und Internationalisierung: Nach der Geschäftsfelderanalyse kann entschieden werden, welche Geschäftsfeldstrategien gewählt werden.
  6. Produkte und Dienstleistungen: Hinsichtlich der Produkte bzw. Dienstleistungen wird z.B. deren Status im Lebenszyklus analysiert und die Weiterentwicklung des Sortiments geplant.
  7. Kunden-, Zielgruppen, Value Proposition: Für die Kunden- und Zielgruppen werden geeignete Segmentierungskriterien gewählt. Um optimalen Erfolg zu gewährleisten, empfiehlt sich der Einsatz eines Kundennutzenkonzepts.
  8. Vermarktung: Bzgl. der Vermarktung sind geeignete Markteintritts- sowie Preisabfolge- und Markenstrategien zu erarbeiten und umzusetzen.
  9. Wertschöpfungskette, Geschäftsmodell: Mit Strategien zur Gestaltung der Wertschöpfungskette und der Geschäftsmodellierung können wesentliche Wettbewerbsvorteile geschaffen werden.
  10. Mitarbeiter, Organisation, Geschäftsprozesse: Nur mit einer konsistenten Personalstrategie, mit einer passenden Aufbauorganisation und stimmigen Kern- und Unterstützungsprozessen können die strategischen Ziele erreicht werden.
  11. Finanzen: Im Zuge der Strategieausarbeitung wird die Finanzstrategie bestimmt und relevante Finanzkennzahlen zur Steuerung festgelegt.
  12. Strategieumsetzung: Bereits bei der Ausarbeitung der Strategien findet eine Entscheidung über das Konzept zur Strategieumsetzung statt und wie typische Fehler vermieden werden.

 Fazit

Für eine erfolgreiche Strategie-Umsetzung sind zunächst ein Plan und eine Organisation für das strategische Management aufzustellen. Dabei bietet sich ein systematisches und pragmatisches Vorgehen an, welches sowohl harte als auch weiche Faktoren einbezieht. Dabei verfügen die Strategen über strategische Kompetenzen und ausreichend Zeit. Unter diesen Voraussetzungen gelingt die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft.

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