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Kajüte - Bericht über die Segelbundesliga
bis zur Liveübertragung
3
Tabellenplatz
Segel-Bundesliga
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Segelsponsoring für den SMCÜ

Kajüte bringt neuen Wind auf unsere Homepage. Seit Anfang des Jahres sind wir glücklicher Sponsor des sympathischen Teams aus der 1. Segel-Bundesliga. Sie werden informiert über spannende Rennen entlang der Saison, Taktiken im Team und viele weitere mitreißende Themen rund um den Segelsport. Viel Spaß beim Lesen und stets eine Hand voll Wasser unter dem Kiel.

Segel BundesligaSegel- und Motorbootclub Überlingen

Perfekte Segelbedingungen und ein unglaubliches Event
Kajüte

Perfekte Segelbedingungen und ein unglaubliches Event

Bei traumhaften Segelbedingungen kämpften am vergangenen Wochenende die besten Segelvereine Deutschlands in Lindau um die Tabellenführung in der ersten und zweiten Segelbundesliga. Insgesamt 36 Teams sind nach Lindau gereist, um beim zweiten Spieltag ihre Besten zu ermitteln.

„Es war eine fantastische Regatta, wir hatten perfektes Wetter, unterschiedlichste Windbedingungen und sehr starke Gegner“, fasst Steffen Hessberger, der Steuermann des Teams vom Segel- und Motorboot Club Überlingen (SMCÜ), das Event zusammen. Von Donnerstag bis Samstag wurden jeweils 16 Flights gesegelt. Sechs Boote segeln in jedem Flight gegeneinander, nach jedem Flight wechseln die Teams und Boote durch, so dass jedes Team auf jedem Boot und gegen jedes andere Team segelt. Diese logistische Herausforderung wurde durch zahlreiche Ehrenamtliche des Lindauer Segler Clubs und des Württembergischen Yacht Clubs meisterhaft bewältigt.

Die Zuschauer konnten in Lindau mit dem Katamaran und auf Flössen die Wettkämpfe hautnah verfolgen, für alle anderen gab es wieder einen Livestream. Wieder trainierten wir, Steffen und Sven Hessberger, Frederik Schaal und Dominik Waibel, zwei Wochenenden vor dem Wettkampf intensiv gemeinsam und konnten uns so aufeinander einstellen und eine gute Teamchemie herstellen.

Von diesem Training konnten wir profitieren, als es am ersten Tag nicht wie gewünscht lief, wir uns am zweiten Tag aber mit vier ersten Plätzen in Serie in die Spitzengruppe zurückkämpfen konnten. Auch am dritten Tag, bei sehr leichten aber mental anspruchsvollen Winden, half uns das gemeinsame Training, um uns in der Spitzengruppe zu behaupten. Dies wurde mit einem insgesamt vierten Platz belohnt, über den wir sehr stolz sind.

Zur guten Stimmung haben insbesondere unsere zahlreichen extra zum Event angereisten Fans und Vereinsmitglieder sowie unsere Sponsoren beigetragen. Wir sind sehr froh über diese Unterstützung!

In der Gesamttabelle liegen wir damit auf dem ersten Platz, der nächste Spieltag der Segelbundesliga findet vom 17. bis 19. Juni in Kiel statt. 

Von Dominik Waibel
Steile Lernkurve bei acht Seglern am Starnberger See
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Steile Lernkurve bei acht Seglern am Starnberger See

Noch steht die Saison am Anfang und alle Teams sind dabei sich zu finden. Mit zwei Team sind wir vergangenes Wochenende auf dem Starnberger See gesegelt und konnten dabei große Fortschritte machen.

Am ersten Tag konnten drei lange Wettfahrten bei sehr großen Druckunterschieden und Winddrehern gesellt werden. Am Sonntag lies uns der Wettfahrtleiter nicht aufs Wasser fahren, womit es bei drei Läufen blieb.

Für unser Juniorenteam fand die Regatta im Rahmen der Juniorenliga statt, daher wollten sie ein gutes Ergebnis erzielen und waren von ihrem Abschneiden enttäuscht. Dominic Fritze, Carlotta Fritz, Anna König und Maximilian Degner segelten auf den 21. Platz von 25 Booten.

Unser älteres Team mit Henrik Schaal, Frederik Schaal, Sven Hessberger und Dominik Waibel nutzte die Regatta zur Teamfindung und Vorbereitung für das zweite Segelbundesliga Event in Lindau. Diese vier sie sind noch nie in dieser Zusammensetzung gesegelt und konnten einen guten 11. Platz belegen.

Gewonnen haben die Regatta die Olympiasegler Steffi Rothweiler und Patrick Follmann zusammen mit den beiden Segelprofis Markus Wiesner und Philipp Blinn.

Sieg auf dem Chiemsee - Bundesligaauftakt nach Maß
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Sieg auf dem Chiemsee - Bundesligaauftakt nach Maß

Vor dem ersten Event einer Saison stellen sich alle Teams die gleiche Frage:

Wo stehen wir? Haben wir über den Winter genug und das Richtige trainiert? Gehen wir unter, können wir mithalten oder sogar vorne mitfahren?

Ab Ende Februar werden Trainingsvideos aus südlichen Gefilden diverser Bundesligateams gepostet. Die Frequenz erhöht sich gefühlt wöchentlich bis zum Saisonauftakt und damit auch die Nervosität bei allen Teams.

Wir haben versucht, uns dieses Jahr nicht von diesem Wettrüsten anstecken zu lassen. Wir haben ein effektives, zeitlich überschaubares Trainingsprogramm geplant und mit unseren Trainingspartnern durchgezogen. Bei den Trainings haben wir einen dreifachen Fokus:

  • Winterrost abschütteln
  • Manöverroutine aufbauen
  • Teamchemie herstellen

Vor allem Punkt 3 hat für uns Priorität. Den wie bei fast jedem Event segelten wir auch auf dem Chiemsee in einer neuen Teamzusammensetzung. Und ist man sich im Team nicht grün, ist der Kopf nicht frei. Doch Segeln ist absolute Kopfsache. Und das war auch der entscheidende Faktor für den sportlichen Erfolg vor Prien. Denn am Ende war es ein absolutes Nervenspiel. Nach einem fulminanten Start in den Wettkampf und einem zwischenzeitlichen komfortablen Vorsprung trennten gegen Ende der Wettkämpfe die Top5 nur wenige Punkte. So fühlte sich jedes Rennen als Finale an. Und wir haben uns auch nach zwischenzeitlichen Rückschläge immer wieder vor gekämpft. Das schweißt zusammen und baut Selbstvertrauen auf. Und so konnten wir nach 15 Rennen in einem denkbar knappen Herzschlag Finale den Auftaktevent, vollkommen unerwartet, für uns entscheiden.

Und diesen Spirit wollen für die weitere Saison beibehalten:

Fair segeln, mit Herz kämpfen und mit Spaß siegen!

Segel Bundesliga Team, wie ein kleines Unternehmen…
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Segel Bundesliga Team, wie ein kleines Unternehmen…

Seit einigen Monaten habe ich nun zusammen mit Steffen Heßberger unseren bisherigen Teammanager Tino Mittelmeier beerbt. Tino hat neben einem neuen Job in Berlin nun nicht mehr genug Zeit, um dieses Amt auszuüben.

Schon immer habe ich viel im Team mitgewirkt. Dabei war ich nie so richtig einem speziellen Bereich zugeteilt, vom Bootsbau über die IT bis zur Teamorganisation habe ich immer wieder etwas fürs Team erledigt. Damals kamen Anweisungen meist von Tino, und man hatte immer das Gefühl, dass viel von ihm aus weitergegeben wird.

Seit dem ich nun als Teammanager eine neue Rolle eingenommen habe, merke ich, dass das mit der Delegation wohl nicht so ganz funktioniert hat. Bis es soweit ist, dass etwas erledigt werden soll, braucht es meist Vorlauf, der sich immer wieder anders darstellt.

In der Regel sprechen Steffen und ich alle zwei Wochen über aktuelle Themen im Team und verteilen neue Aufgaben, hier Beispiele der letzten Monate:

Organisation und Durchführung:

  • Bootsbautag
  • Public Viewing zum Bundesliga Finale in Hamburg
  • Saisonabschlussevent für die clubinternenSpender des Teams
  • Trainings für die Bundesliga
  • Teilnahme an Freitagabend-Regatta mitClubmitgliedern

Bestellung von:

  • Geschenken für Sponsoren und Spender
  • Segeln

Planung:

  • mit Sponsoren
  • für die Anwerbung neuer Jugendsegler für 2017
  • für Regatten im Winter

Dabei stellen wir zusammen eine grobe Planung auf, wie etwas angegangen werden soll. Manche Aufgaben können dann ans Team delegiert werden. Innerhalb des Teams gibt es nämlich weitere kleinere Teams, die beispielsweise für Aufgaben wie Bootsbau, Finanzen, Events oder Presse zuständig sind. Manches wie die Bestellung von Segeln muss dann aber auch im ganzen Team besprochen werden.

Durch unsere räumliche Trennung wir sind alle zum Studieren oder Arbeiten in ganz Deutschland von Überlingen bis Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe oder Heidelberg verteilt sind direkte Zusammenkünfte großer Teamteile eher die Seltenheit. Glücklicherweise können wir zur Kommunikation hier für die Teamorganisationsapp „Slack“ nutzen und so das Meiste abklären.

Da wir das Ganze aber auch „nur“ teilweise als sehr intensives Hobby betreiben, machen wir alle nebenher noch so manch anderes. Das heißt, wenn eine Aufgabe vergeben werden soll, muss man erstmal schauen, wer dafür gerade geeignet ist und Zeit aufbringen kann.

Man ist dann froh, wenn man im Team verlässliche Leute hat, die Aufgaben verantwortungsvoll übernehmen und durchführen. Dabei ist mir besonders aufgefallen, dass man eine Aufgabe sehr genau beschreiben muss, da ansonsten der Ideenreichtum eines Teamkollegen zu einer völlig anderen Umsetzung führt. Das kann manchmal natürlich auch sehr förderlich sein, aber in manchen Fällen gibt es schon sehr klare Vorgaben.

Während ich mich hier mit diesem Thema auseinandersetze, fallen mir immer wieder Szenen während eines Praktikums ein. In meinem Praktikumsbetrieb wurde auch des Öfteren über den Chef geschimpft, dass er vor allem Aufgaben von oben herab verteile, aber selbst ja sowieso gar nicht so viel und hart arbeiten würde. 

Da sehe ich dann schon gewisse Parallelen zu so einem Segelteam. Bei uns wird jetzt niemand böse schimpfen, weil wir uns untereinander auch sehr gut verstehen. Allerdings ist man das eine oder andere Mal schon genervt, wenn man eine neue Aufgabe bekommt und gerade nicht so recht die Zeit findet, diese zu erledigen. Deshalb ist es für mich besonders wichtig zu schauen, dass eine gleichmäßige Belastung sowohl auf und auch neben dem Wasser stattfindet, dass keiner über ein, zwei Monate fast jedes Wochenende am Segeln ist und nebenbei noch sonstige Aufgaben erledigt.

Am Ende soll es doch neben der ganzen Professionalisierung Spaß machen! Und das tut es auch. Deshalb freuen wir uns alle riesig auf die Saison 2017 - natürlich in der ersten Liga!

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch vom Akademie-Bundesliga-Team des SMCÜ!

Guter Platz 5 beim Bodensee Battle in Kreuzlingen
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Guter Platz 5 beim Bodensee Battle in Kreuzlingen

Mit dem 5. Platz von 24 Teilnehmern sind wir sehr zufrieden. Am Anfang hat es bei uns noch etwas mit der Abstimmung gehakt, aber wir wurden immer besser und haben zwei Rennen mit größerem Abstand gewinnen können. Ein Höhepunkt war ein Steuerbordstart im fünften Rennen - wir konnten vor dem gesamten Feld crossen. Ein besseres Gefühl gibt es nicht! Dass es auch anders gehen kann, zeigte der sechste Lauf. Kurz vor dem Start haben wir uns einen riesigen Busch Seealgen eingefangen, sodass wir auf dem Startkreuz komplett standen. Aber wir haben es mit Humor genommen. Die Stimmung an Bord und an Land war toll. Danke an den Yacht Club Kreuzlingen, der wieder eine tolle Veranstaltung geboten hat! Für den Bundesligaspieltag am kommenden Wochenende in Kiel sind wir damit gut vorbereitet.
Freitag geht es los. Drückt uns die Daumen!
Von Michael Zittlau
Bundesliga in Berlin
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Bundesliga in Berlin

 „Das war nicht unsere Regatta”, fasst Henrik Schaal den vierten Spieltag der Segelbundesliga in Berlin zusammen. Bei sehr leichten und sehr drehenden Winden versuchte der Wettfahrtleiter alles, um so viele Rennen wie möglich ins Ziel zu bringen. Knapp sieben Flights schaffte er, oftmals zum Unmut der Segler, die sich über die Bedingungen beschwerten. 

Mit Henrik Schaal am Steuer sowie Christian Zittlau, Alexander Gaiser und Dominik Waibel stellte der SMCÜ ein Team aus Seglern, die in der Segelbundesliga alle schon mal auf dem Podest standen.

In die Regatta starteten wir am Freitag mit zwei Rennen, die wir auf dem sechsten und siebten Platz beendeten. Der eigentlich unmögliche siebte Platz kam zustande, weil wir in der vorgegebenen Zeit nicht ins Ziel segeln konnten, es hatte einfach zu wenig Wind. Außer uns bekamen vier andere Teams einen „Did Not Finish“. Am Samstag verbesserten wir unsere Ergebnisse und segelten auf einen vierten, fünften und zweiten Platz. Wir wussten, dass wir vorne mitsegeln können, der zweite Platz bestätigte das.

Am Sonntag konnten wir erneut nur zwei Rennen segeln, die wir auf den Plätzen sechs und vier beendeten. Damit sind wir auf dem 17. Gesamtplatz in Berlin und auf dem zehnten Platz in der Gesamttabelle der Segelbundesliga.

Mehrmals lagen wir in den Rennen an führender Position, doch oft konnten wir diesen Platz nicht ins Ziel fahren. Die inkonstanten Winde führten zu zahlreichen Positionswechseln, oft drehte sich die Reihenfolge der Schiffe noch auf dem letzten Vorwindkurs komplett um. Oftmals entschied das Glück bei diesen Rennen über Sieg oder letzten Platz. Bei diesen sehr engen Rennen und taktisch schwierigen Bedingungen sind wir nicht konsequent genug gesegelt. Andere Teams kamen mit den Bedingungen viel besser zurecht, wie beispielsweise das Team vom Deutschen Touring Yacht Club, die das Event gewannen, oder das Team aus Lindau, das auf den zweiten Platz segelte.

Von Dominik Waibel

8. Platz beim dritten Spieltag in Travemünde
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8. Platz beim dritten Spieltag in Travemünde

Kaiserwetter und nervenaufreibende Wettfahrten auf der Ostsee. Bei leichten bis mittleren Winden erreichten wir mit dem Ansatz: „stay out of trouble“ nach 11 Wettfahrten einen guten 8. Platz. Ohne sechste und erste Plätze auf dem Konto haben wir mit einem konservativen Ansatz diesen Platz hart erarbeitet. Jedes Rennen war eng und hat sich teilweise auf den letzten Metern entschieden. Da die Punkte im Endergebnis sehr knapp beieinander liegen, hat dieser Platz in der 1. Hälfte einen großen Wert für uns. Es ist ein tolles Gefühl, dass sich der Kampf um jeden Meter am Ende ausgezahlt hat. Die gute Stimmung an Bord war auch ein Schlüssel zum Erfolg und ein wirksames Mittel gegen den hohen Stresslevel der vielen Rennen. Die Veranstaltung inmitten des Geschehens der Travemünder Woche war wieder ein tolles Erlebnis. Vor dem SAP Sailing Cube konnten zahlreiche Zuschauer die Rennen live verfolgen. 3D-Animationen, zahlreiche Kameras und der Einsatz von Drohnen lieferten packende Bilder. Im Nachgang konnten wir mithilfe der Technik bereits einige Rennen umfangreich analysieren. So haben wir taktische Fehler identifiziert und gute Aktionen notiert. Ein Fazit: In einigen Situationen hat uns die nötige Aggressivität gefehlt. Um die Topcrews zu schlagen, benötigt man auf der einen Seite die Coolness und auf der anderen Seite den aggressiven Matchracemodus, um den direkten Gegner zu schlagen. So wurde uns in drei wichtigen Momenten ein Protest gegen andere Boote nicht gewährt, weil wir, um Schaden zu vermeiden, sehr nachsichtig und nett agierten. Der eher zögerliche Einsatz der roten Flagge seitens der Jury führte dazu, dass einige Teams recht aggressiv agierten und so vier gravierende Kollisionen mit Gelcoat-Schäden entstanden sind. Es ist für die Schiedsrichter aber aufgrund der Schnelligkeit der Rennen und der zahlreichen engen Situationen sicherlich nicht immer einfach im entscheidenden Moment die richtige Position zu haben, um den Protest korrekt entscheiden zu können. Insgesamt war es eine tolle Veranstaltung. Wir konnten wieder viel lernen und sind schon wieder hungrig auf den nächsten Einsatz!

EM bei der Kieler Woche: SMCÜ-Team mit großer Konkurrenz
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EM bei der Kieler Woche: SMCÜ-Team mit großer Konkurrenz

Im Rahmen der Kieler Woche segelten 96 Boote aus 16 Nationen in der J70 Klasse um den Europameister-Titel. Diese große Teilnehmerzahl überraschte alle und es war damit die größte Europameisterschaft in der Geschichte der Kieler Woche. Der Startschuss fiel am 23. Juni bei Kaiserwetter. Nach drei Rennen mit mittleren Winden startete das SMCÜ-Team mit Michael Zittlau, Niko Mittelmeier, Alexander Gaiser und Jan Fritze gut in die Serie. Nach Tag eins noch auf Platz 27, bescherten die folgenden drei Wettfahrttage anspruchsvolle Bedingungen mit viel Wind und Welle. „Es war die Summe an kleineren und größeren Fehlern, die so eigentlich nicht hätten passieren dürfen“, sagte Michael Zittlau nach der Regatta. „Wir sehen das als wichtiges Training und Investition in die Zukunft. Wir haben eine Menge gelernt.“

Am Ende erreichte das SMCÜ-Team den Platz 58. Europameister wurde das Team um Claudia Rossi aus Italien. Eine interessante Entwicklung der zulässigen technischen Hilfsmittel ist zu verzeichnen. Die führenden Schiffe verfügten über ein System, das mittels GPS die Entfernung zur Startlinie anzeigt. Diese Technik ist bei langen Startlinien ein enormer Wettbewerbsvorteil.

Bericht über das zweite Bodensee-Battle in Bregenz mit der J70
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Bericht über das zweite Bodensee-Battle in Bregenz mit der J70

Schwierige und Wechselhafte Bedingungen vor Bregenz: Zwischen spiegelglattem See und einer Gewitterfront erlebten wir alles beim zweiten Bodensee-Battle vor Bregenz.

Mit einem frischen Team ging das SMCÜ-Bundesliga-Team auf der J70 „esprit d’equipe“ an den Start. Carlotta Fritz und Dominic Fritze waren das erste Mal auf dem Schiff dabei. Carlotta war bisher im 420er unterwegs und Dominic auf dem 49er. Schon am Freitag trainierten wir vor Überlingen um uns an die Abläufe zu gewöhnen. Henrik Schaal steuerte das zum ersten Mal diese Saison und ich war für auf der vordersten Position für den Genacker zuständig, auch das war neu für mich. Nach unserem Training segelten wir das Weekend-Race. Und verpackten danach das Schiff für den Transport nach Bregenz.

In Bregenz waren 28 Teams am Start, auch einige aus der Segelbundesliga. Wir segelten am Samstag nur zwei Wettfahrten bei leichten Winden aus dem Rheindelta. Mit einem 8. und 15. Rang tasteten wir uns an die Gegner heran. Das Niveau war sehr hoch und jeder Fehler wurde sofort bestraft, das merkten wir als unerfahrene Crew sofort. Während der zweiten Wettfahrt zog eine schwarze Wand von Westen heran, die wohl allen außer der Wettfahrtleitung große Sorgen machte. Auf dem Wasser wetterten wir das Unwetter mit Blitzen und Donner, Hagel und Sturm ab. So schnell es gekommen war, war es wieder vorbei und wir verbrachten den Rest des Tages in der Flaute.

Am Sonntag liefen wir bei bestem Wind aus und konnten drei Rennen segeln, die wir auf dem 18., 17. und 7. Platz beendeten. Nach einer kurzen Flaute drehte der Wind auf West und frischte stark auf. Bei Schaumkronen und Wellen wie wir sie nur vom Meer kennen segelten wir drei weitere Wettfahrten mit zwei zwölften und einem 22. Rang. Beim 22. Rang wickelte sich die Genackerschot um das Ruder nach einem Sonnenschuss und wir konnten nicht mehr aufholen. Damit beendeten wir die Regatta auf dem 18. Gesamtrang. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Wir haben sehr viel gelernt und konnten einige Abläufe verbessern. Für Henrik und mich war es ein wichtiges Training, da wir bei der Bundesliga in Berlin auch auf diesen Positionen segeln werden. Carlotta und Dominic wurden an die J70 herangeführt und machten einen tollen Job. Damit wurde auch unser Ziel junge Segler, die aus dem Leistungssegeln aussteigen in unser Team zu integrieren erreicht. Nächste Woche startet das SMCÜ Bundesliga-Team bei der Europameisterschaft in Kiel.

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Dominik Waibel

Ein nervenzerrender Spieltag vor Konstanz
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Ein nervenzerrender Spieltag vor Konstanz

Eine maue Vorhersage: Der zweite Bundesligaspieltag in Konstanz versprach ein sehr langwieriger zuwerden. Die Vorhersagen sahen für den gesamten Bodensee keinen Wind während desgesamten Wochenendes vor. Es würde also im besten Falle für einige wenige Leichtwind-Rennen reichen. Doch das hatten wir an den beiden Wochenenden davor bereits mit einigen anderen Teams trainiert.

Bei diesem Training waren die Abläufe auf dem Schiff sehr reibungslos und wir konnten uns guter Dinge auf den Spieltag in Konstanz freuen.

Am ersten und zweiten Wettkampftag haben die Wetter- und Windvorhersage zum Leid der Segler genau zugetroffen: Die Sonne schien zwar und es war angenehm warm, aber der ganze Bodensee glich einem gigantischen Spiegel. Der ganze Bodensee? Nein, nach kurzer Zeit etablierte sich unter Land eine leichte Thermik und in einem etwa 200 mal 500 Meter breitem Strich direkt unter Land kräuselte sich das Wasser.

Da die Wettfahrtleiter natürlich um die schlechte Vorhersage wussten, wurde nicht lange gefackelt und man beschloss, die Thermik zu nutzen. Es wurden sechs Flights bei leichtem, aber konstantem Wind gesegelt. Da der Wind zum Land hin stärker war, liefen die Rennen meist über die Landseite. Außerdem wirkt sich eine Windabdeckung durch andere Boote bei leichtem Wind stärker aus. Schaffte man es also, durch einen geschickten und sauberen Start vor die anderen Teams zu kommen, so hatte man freien Wind, mit dem man auf die bessere Landseite herausfahren konnte und hat sich somit noch mehr vom Feld abgesetzt.

Leider konnten wir die Starts nicht dominieren und hatten so keine andere Wahl, als auf der Seeseite des Feldes zu fahren, um wenigstens freien Wind zu haben. War man erst einmal nach dem Start im hinteren Teil des Feldes, so hatte man wenige Optionen sich nach vorne zu arbeiten. Dies und ein paar weitere Schwierigkeiten waren für uns etwas frustrierend. So fuhren wir uns nach den guten ersten drei Läufen leider auch ein paar schlechtere Ergebnisse ein. Die Serie setzte sich auch am Samstag fort (3, 3, 1,6, 5, 2, 3, 5, 4 — war der Stand am Samstag Abend). Einige der anderen Vereine hatten ähnliche Probleme und wir fanden uns in der vorderen Hälfte der Tabelel wieder. So war die Gesamtstimmung trotz der Schwierigkeiten sehr gut.

Dann ein herausragender Sonntag: Der Sonntag versprach keine Besserung: Der See war morgens wieder einmal spiegelglatt, nur war es außerdem wolkenbedeckt. Es gab also keine Aussicht auf eine Thermik, wir bereiteten uns auf einen Tag in Bereitschaft an Land vor. Doch dann gab überraschend eine über die Schweiz heranrollende Regenfront dem Konstanzer Event den Kick den es benötigte. Es etablierte sich eine frische Brise aus West und in kurzer Zeit waren alle auf dem Wasser. Zwei weitere Flights wurden gesegelt.

Der Wind erlaubte uns endlich Optionen auf dem Kurs, außerdem konnte das ganze Team auf die Kante. Das Segeln wurde schneller und der Regen, der auf uns niederprasselte wurde fast nicht bemerkt. Wir hatten mächtig Spaß! Das Ergebnis:

Zwei Laufsiege. Die beiden Laufsiege reichten leider nicht mehr um das Finale zu erreichen — wir ersegelten den 7. Platz — aber dennoch waren wir mit unserer Leistung nicht zuletzt am Sonntag sehr zufrieden. Durch die beiden konstanten Ergebnisse am ersten und zweiten Spieltag sind wir nun sogar auf Platz 5 der Gesamttabelle der Deutschen Segelbundesliga. Wir danken allen, die dieses Event für uns und für die Liga möglich machen und sind scharf auf die kommenden Events dieser Saison 2016!



Von Jan Frederic Fritze

Guter Bundesliga-Auftakt des SMCÜ Teams vor Starnberg
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Guter Bundesliga-Auftakt des SMCÜ Teams vor Starnberg

Das erste Bundesliga Event in Starnberg war wieder extrem spannend und nervenaufreibend. Nach langem Warten auf Wind, galt es am Freitagabend mit der nötigen Konzentration in die ersten Läufe zu starten, was uns mit einem zweiten und dritten Platz auch gut gelungen ist.

Am Samstag ging es früh weiter, jedoch reichte die Morgenthermik nur für zwei Läufe, sodass wir erst ab Mittag segeln durften. Bei anfangs wenig und stark drehenden Winden hieß es die Nerven zu bewahren und ja keine Windkante zu verpassen. Hatten wir doch mal die falsche Seite erwischt und einen Lauf in den Sand gesetzt, baute uns das zahlreich angereiste SMCÜ Fan-Team wieder auf. Gegen Abend frischte der Wind immer weiter auf, bis wir in den Böen sogar ins Gleiten kamen und es wurde erneut bis in die Abenddämmerung gesegelt.

Nach insgesamt 9 Läufen lagen wir auf Platz 10, wobei uns nur wenige Punkte zu Platz 4 trennten und damit für Sonntag noch alles möglich war. Denn seit dieser Saison gibt es eine neue Regelung, nach der die 6 besten Teams drei Finalläufe gegeneinander austragen, die doppelt gewertet werden, womit als Finalteilnehmer fast jeder Platz noch zu erreichen ist.

Wir starteten also zuversichtlich in den Sonntag und konnten trotz der schwierigen Bedingungen mit stark drehenden Winden und großen Druckunterschieden konstant auf Platz 3 segeln. Am Ende reichte es ganz knapp nicht unter die ersten 6, wir lagen punktgleich mit dem 6. und 7. auf Platz 8. In solchen Momenten ärgert man sich über die vielen Situationen, in denen man diesen einen Punkt verloren hat. Da war auch die Tatsache, dass die Finalisten bei Regen auf Wind warten mussten und keinen Finallauf zustande brachten nur ein schwacher Trost.

Mit dem 8. Platz haben wir jedoch einen soliden Start in die neue Saison geschafft. Die Tatsache, dass nur 3 Punkte den Unterschied zwischen Platz 5 und 12 ausgemacht haben, zeigt wie hoch das Niveau bei allen Teams mittlerweile ist und dass es auch beim nächsten Event in Konstanz wieder spannend werden wird!

Von Steffen Heßberger

Warm-up für die Liga
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Warm-up für die Liga

Der Bayrische Yachtclub lud letztes Wochenende zum Bundesliga-Warmup ein. Um sich auf das Bundesliga-Event nächstes Wochenende optimal vorzubereiten, folgten Steffen Heßberger, Franziska Bäuerle, Sven Heßberger und Alexander Gaiser der Einladung an den Starnberger See.

Der Samstag begann um 10:00 Uhr mit der Steuermannsbesprechung, da jedoch kein Wind in Sicht war, hieß es: Warten an Land. Erst gegen 15:30 Uhr setzte sich etwas Wind durch. Voller Motivation konnte das Team vom SMCÜ den ersten Platz im ersten Rennen feiern. Ein sauberer Start und einige taktisch sehr gute Entscheidungen legten den Grundstein.

Im zweiten und letzten Rennen des Tages segelte das Team auf den soliden zweiten Platz. Mit Rang zwei in der Gesamtwertung war die Motivation für die Rennen am Folgetag sehr hoch.

Doch dann das: am Sonntag um 8:00 Uhr wurde das Team im Hafen mit einem Schneesturm bei 2°C empfangen. Egal, es ging in die Segelklamotten und ab auf’s Wasser. Drehende Winde und Flaute erlaubten lediglich eine Wettfahrt am Sonntag, die das Team auf Platz drei ins Ziel brachte.

In der Gesamtwertung landete das Team auf dem dritten Platz. Trotzdem ziehen wir ein positives Resümee aus dem Liga Warm-up. Das Team ist bereit für die Bundesliga kommendes Wochenende im Münchner Yachtclub und wir freuen uns auf enge Wettfahrten vor Starnberg.

Die Autoren: 

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Alexander Gaiser 

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Dominik Waibel

Erstes Bodenseebattle der Saison: guter 6. Platz in Lindau
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Erstes Bodenseebattle der Saison: guter 6. Platz in Lindau

Vergangenes Wochenende segelte das SMCÜ-Team auf der J70 das erste Battle der Saison vor Lindau. Am Samstag ging es um 13:00 bei gutem Wind aufs Wasser, nachdem das Team bei Nieselregen den Vormittag bei Bootstrimm und Weißwurstfrühstück verbracht hat. Unter den 27 teilnehmenden Teams waren etliche, die das Battle in Lindau als Saisonvorbereitung für die Segelbundesliga nutzten. So ergab sich ein anspruchsvolles Feld bestehend aus dem amtierenden deutschen Meister, dem deutschen Turing Yacht Club, wie auch dem Württembergischen Yacht Club, dem Lindauer Yacht Club und dem Verein Seglerhaus am Wannsee. Bei drehenden aber konstanten Winden wurden am Samstag zwei Wettfahrten gesegelt.

Am Sonntag wurde um 10 Uhr pünktlich gestartet. Nach weiteren vier Wettfahrten segelten Steffen Hessberger, Henrik Schaal, Franziska Bäuerle und Alexander Gaiser vom SMCÜ Bundesligateam auf den soliden 6. Platz. Souverän gewonnen hat das Team des Württembergischen Yacht Clubs.

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Dominik Waibel

6. Tabellenplatz, Heimsieg, bester Aufsteiger und bester Bodenseeverein!
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6. Tabellenplatz, Heimsieg, bester Aufsteiger und bester Bodenseeverein!

Die Bilanz unserer ersten Saison in der 1. Segelbundesliga fällt positiver aus, als wir uns das vorgenommen hatten. Ziel war der sichere Klassenerhalt, wozu ein 12. Tabellenplatz ausgereicht hätte.
Natürlich ist das ein Grund zu feiern, und das haben wir auch getan. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die neue Saison auf Hochtouren. Denn genauso wichtig wie eine Fehleraufarbeitung ist die Identifikation der Erfolgsfaktoren. Warum lief es denn gut? Warum konnten wir mit den großen Namen der Segelszene und den großen Vereinen mithalten? Alle Antworten haben wir noch nicht. Aber vier Erfolgsfaktoren haben wir ausgemacht:

  1. Faktor „Spaß“
    Der Spaß an dem gesamten Projekt Bundesliga ist bei allen spürbar. Und das schweißt auch bei unglücklichen Rennen wieder zusammen.
  2. Faktor „Team“
    Wir haben keinen der 7 Spieltage in gleicher Besetzung bestritten, und nur die Crew in Überlingen hatte durchweg Bundesligaerfahrung. Die Lernkurve durch die unterschiedlichen Crewzusammensetzungen war dadurch steiler, und das Team hat sich jedes Mal in sehr kurzer Zeit aufeinander eingestellt und die Leistung abgerufen.
  3. Faktor „David gegen Goliath“
    Einmal gegen Goldmedaillen- und America´s Cup-Gewinner segeln! Diese enorme Motivation ist bei allen da und setzt Leitungen frei, die uns selbst überrascht haben.
  4. Faktor „Umfeld und Partner“
    Unsere Unterstützer im Verein und auch die Akademie haben den Teamspirit maßgeblich mitgestaltet und gefördert. Nur mit diesen Partnern können wir auch in Zukunft dieses Projekt stemmen und erfolgreich durchführen.

Die genannten Erfolgsfaktoren wollen wir in die neue Saison mitnehmen und ausbauen. Und nach dem Motto „Stärken stärken und Schwächen schwächen“ wissen wir auch, dass wir, um in 2016 wieder mithalten zu können, in vielen Bereichen noch besser werden müssen. So haben wir bereits im Dezember eine neue Teamstruktur beschlossen und die Saison durchgeplant, sodass wir im Februar mit dem Wassertraining beginnen können. Packen wir es an!

Mast- und Schotbruch…

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Autor: Tino Mittelmeier, Teamchef



Nervenspiel in Monaco
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Nervenspiel in Monaco

„Segelst du schon oder wartest du noch“? So das Motto der J/70 Europameisterschaft in Monaco. Lediglich an zwei von vier Tagen konnte mangels Wind gesegelt werden. Trotzdem waren wir den Großteil der Zeit schwer beschäftigt. Der Grund: Im ersten Rennen protestierte ein Franzose wegen eines Vorfalls am Start gegen uns. Die Situation war hochkomplex, da es aufgrund des Fehlverhaltens eines weiteren Bootes zu einer Kollision mit uns kam. Die Situation war aber für uns sowie den Protestgegner völlig klar und der Protest sollte nur die Gesamtsituation aufklären.

In der Verhandlung wurde die Situation wie auf dem Wasser erlebt dargestellt. Bei der Ergebnisverkündung dann die Überraschung: Wir wurden disqualifiziert, da die Jury die dargestellten Fakten anders interpretiert hatte. Wir konnten es nicht fassen, die Darstellung der Jury hatte nichts mit der Realität zu tun!

Unsere einzige Chance: Ein Antrag zur Wiederaufnahme der Verhandlung. Auf den Bildern des Trackingsystems war die Situation klar zu erkennen, wir hofften die Jury so überzeugen zu können. Während der Verhandlung des Wiederaufnahmeantrags verbrachten wir, und insbesondere Michi, viele Stunden mit der international besetzten Jury. Es wurde außergewöhnlich lange diskutiert, doch schließlich wurden unsere Bilder aus dem Tracking als Beweismittel abgelehnt. Aus unserer Sicht eine krasse Fehlentscheidung also, mit der wir leben mussten. Sehr frustrierend nach der ganzen investierten Energie. Doch es half nichts, wir mussten uns damit abfinden, uns als Team aufraffen und in den anstehenden Rennen volle Leistung abrufen.

Und dies taten wir! Am letzten Tag kam der ersehnte Wind. In drei der vier Rennen mischten wir weit vorne mit und konnten uns im ersten Viertel platzieren. Zudem gelang uns gleich zweimal ein großes Kunststück: der Steuerbordstart, bei dem man mit perfektem Timing und viel Nervenstärke in den Sekunden nach dem Start vor dem ganzen Feld durchsegelt. Das war ein wirklich geiles Gefühl, vor allen Booten entlang zu fahren und sozusagen die Parade abzunehmen!

Mit unserem 21. Gesamtplatz von 60 Schiffen sind wir sehr zufrieden, vor allem, weil wir uns im Laufe der Veranstaltung gesteigert haben. Wir hoffen nun, unsere gesammelte Erfahrung aus Monaco auch beim Bundesligafinale in Hamburg nutzen zu können.

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Autor: Frederick Schaal

Copyright Storybild: S.Jürgensen/Mittelmann's Werft
Rituale – von den All Blacks zu den Seglern des SMCÜ
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Rituale – von den All Blacks zu den Seglern des SMCÜ

In vielen Sportarten werden Rituale genutzt, die teilweise an die Riten frühe Stammeskulturen erinnern. Während das neuseeländische Rugby-Team, die „All Blacks“, den sehr martialischen Kriegstanz „Haka“ aufführen, der sicherlich auch zur Einschüchterung des Gegners dient, haben wir im Team einen festen Ablauf, der uns auf die kommende Wettfahrt einstimmt und unser „Wir-sind-eine-Mannschaft“-Gefühl verstärkten soll. Die wichtigste Regel dabei: Der Ablauf ist streng einzuhalten! Die Magie des Rituals hängt von diesem Ablauf ab, es ist aber auch ein irdisches Signal an unser Gehirn: „Die Pause ist vorbei, ab jetzt höchste Konzentration“, nur dann können die einstudierten Manöver perfekt ablaufen. Unser Ritual startet mit dem Vorbereitungssignal der Wettfahrtleitung drei Minuten vor dem Start des Rennens. Es beginnt in Anlehnung an ein altes Seemannsritual mit einem Schluck Sherry in der Reihenfolge Steuermann, Taktiker, Trimmer, Vorschiffmann (vom Heck bis zum Bug). Danach klatschen wir uns einzeln in fester Reihenfolge ab, beginnend wieder beim Steuermann. Final folgt der individuelle Schlachtruf des Teams, eingeleitet wiederrum durch den Steuermann – jetzt kann der Wettkampf beginnen! Übrigens: Nach der Ritual-Premiere sind wir direkt einen ersten Platz gefahren, danach war das Ritual Pflicht!

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Autor: Christian Zittlau
Zwei sehr unterschiedliche Welten
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Zwei sehr unterschiedliche Welten

Noch vor wenigen Tagen saß ich in Nepal auf 5500m und genoss die Aussicht auf den Mount Everest. Heute finde ich mich auf 0m am Mittelmeer in Monaco wieder, um mit dem SMCÜ Bundesligateam an der J70 Europameisterschaft teilzunehmen. Alltäglicher Luxus wie Duschen, frische Wäsche oder ein weiches Bett sind hier kein Problem mehr. Auch erdbebenzerstörte Häuser sucht man hier vergebens, stattdessen ein Hochhaus neben dem anderen.

Mit einigen kleinen Problemen und ein wenig Improvisation ging es gestern erfolgreich durch die Vermessung, denn alle Elemente des Bootes wie z.B. die Segel müssen bestimmten Kriterien entsprechen. Danach galt es sich an die Segelbedingungen auf dem Mittelmeer, welche durch viel Welle geprägt sind, zu gewöhnen. Zudem ist es ein ungewohntes Gefühl, mal wieder mit 70 anderen Booten am Start zu stehen und Rennen zu segeln, die eine Stunde dauern. Die Bundesliga ist da mit ihren 15 Minuten Rennen und je sechs Booten deutlich kompakter und leichter zu verfolgen. Aber es macht Spaß, sich mal wieder mit einem jungen Team einer großen Meute Boote zu stellen.
Gerade sitzen wir leider im Hafen und warten auf Wind. Wie so oft beim Segeln. Auch die nächsten Tage ist wenig Wind vorrausgesagt, aber vielleicht kommt uns das auch zugute, denn das kennen wir ja vom Bodensee.

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Autor: Frederick Schaal
Überragendes Wochenende in Überlingen: Platz 1!
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Überragendes Wochenende in Überlingen: Platz 1!

Das vergangene Wochenende war für unser Team ein voller Erfolg. Nach einem Start mit angezogener Handbremse am Freitag ganz ohne Wind und ohne Regatten, blickten wir den ganzen Tag über in wartende Gesichter. „Wenn kein Wind ist, ist kein Wind!“ Der Tag fand aber dank einer stark besuchten Party auf der Dachterrasse der Akademie noch einen versöhnlichen Ausklang für 250 Segler und Freunde der Akademie. Die Wettervorhersage für die kommenden zwei Tage behielt recht und der Wind kam am Samstag zurück, und zwar richtig. Mit einer weiteren konstanten Leistung die Tabellenposition im Mittelfeld zu sichern, war die Ansage unseres Team-Managers Tino Mittelmeier. Mit dieser Aufgabe vor Augen segelten wir dann aber an der gesamten Konkurrenz vorbei. Der Wind spielte sehr gut mit. Unser Team mit Steffen Heßberger, Alexander Gaiser, Christian Zittlau und mir legte eine super Performance hin, es war wie im Flow, alles klappte. Und so gewannen wir den Spieltag vor München und Berlin. Wir konnten wirklich mit konstanten Leistungen überzeugen, das war der Schlüssel. Wahnsinn, dass wir zuhause gewonnen haben. Endlich hat der See mal gezeigt, was er kann und wir konnten zeigen, was wir können. So kann es bei der letzten Regatta in Hamburg weiter gehen!

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Autor: Henrik Schaal
Bodensee Battle in Konstanz: trotz Flaute Platz Vier
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Bodensee Battle in Konstanz: trotz Flaute Platz Vier

Das letzte Battle der Saison 2015 ist geschlagen. Zum Schluss wurde es nochmal sehr nervenaufreibend. Bei schwachen Winden, umlaufend aus allen Richtungen, konnten am Samstag gerade einmal zwei Wettfahrten gewertet werden. Direkt in der ersten Wettfahrt haben wir die seglerische Höchststrafe erhalten: Ein „DNF“ (Did Not Finish), da das Zeitlimit überschritten wurde. Nur sechs der 25 J70-Boote konnten das Ziel erreichen, bevor der Wind endgültig eingeschlafen ist. Unserer „Esprit d’Equipe“ hatten ein paar wenige Meter gefehlt, um noch gewertet zu werden, sehr ärgerlich. Auch die zweite Wettfahrt am Samstag war geprägt von Winddrehern und lokalen Flauten. Der Sonntag startete wieder mit einer Flaute bis in den Mittag hinein. Mindestens fünf Wettfahrten sind nötig, um eine Veranstaltung überhaupt in die Wertung der Bodenseemeisterschaft einfließen zu lassen. Sonntagmittag dann endlich die ersten Windfelder im Konstanzer Trichter. Bei leichtem Ostwind konnten in letzter Minute drei weitere Wettfahrten gesegelt werden. Der Sonntag lief für uns deutlich besser und wir kletterten durch die Plätze 7/2/3 auf den 4. Platz (Punktgleich zum Drittplatzierten). Nun sind wir gespannt auf das offizielle Endergebnis der Bodenseemeisterschaft 2015 (J70 Lake Constance Battle Series) und freuen uns auf die Segel-Bundesliga am kommenden Wochenende in Überlingen!

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Autor: Christian Zittlau
Kurz vorgestellt: Steffen Hessberger
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Kurz vorgestellt: Steffen Hessberger

Bis zu meinem Abitur 2011 segelte ich gemeinsam mit meinem Bruder Sven in der olympischen 470er Klasse. Als Mitglied des Bundeskaders stand dann die große Entscheidung an: Segeln oder Studium. Ich entschied mich für das Studium und begann Maschinenbau in Zürich zu studieren.

Mit dem Segeln ganz aufzuhören kam nicht in Frage und so fing ich 2012 an Match Race zu segeln. Beim Match Race segelt man, im Gegensatz zum Fleetrace, dem Format der meisten Regatten, eins gegen eins bei verschärften Zweikampfregeln. Dadurch werden die Rennen super eng, intensiv und spannend.

Nach drei erfolgreichen Match Race Saisons, unter anderem konnten wir uns 2013 den Titel als Studenteneuropameister sichern, hieß es ein SMCÜ Team für die Segel-Bundesliga aufzubauen. Ich war begeistert und freute mich darauf, zusammen mit guten Freunden, für den eigenen Verein an den Start gehen zu können. Mittlerweile haben wir eine super Mannschaft beisammen, mit der es riesig Spaß macht zu segeln und die obendrein noch ganz vorne in der Segel-Bundesliga mitfahren kann.

Was war das für ein Gefühl, Jan? Brennt Sekt im Auge?
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Was war das für ein Gefühl, Jan? Brennt Sekt im Auge?

Sektdusche auf dem Treppchen gibt’s nur bei der Formel 1 im Fernsehen, dachte ich immer. Und dann stehe ich auf einmal selbst da, euphorisch, nass, der Sekt brennt natürlich in den Augen! Und das live - die Segel-Bundesliga macht’s möglich.

Wie haben wir das gemacht? Eine Frage, die man als Segler manchmal erstaunlich schlecht beantworten kann. Aber dennoch ein paar Gedanken dazu:

Ein Schlüssel war taktische Agilität: Jede Runde sah man sich fast komplett unterschiedlichen Bedingungen gegenübergestellt. Der Wannsee ist an dieser Stelle nicht besonders lang, dazu kommt ein vergleichsweise steiles Ufer, so kann man den Wind auch nicht lange vorher beobachten, sondern sieht ihn erst im letzten Moment. Dann gilt es sich danach und in Bezug auf die Gegner situativ zu positionieren.

Aber mindestens die gleiche Bedeutung messe ich dem Team und der Stimmung bei. Henrik, Steffen, Dominik und ich kennen uns schon seit vielen Jahren. Wir hatten einfach richtig Spaß bei der Sache und haben den Wettkampf einfach genossen. Als wir dann zwischendurch die Tabelle anführten, sind wir trotzdem cool geblieben und haben mit Ausnahme eines Rennens die Kiste so weitergefahren, wie bis dahin auch. Das war wichtig, wenn man bedenkt, wie schnell sich Fehler bei der Bundesliga rächen. Letztlich gehörte wohl auch das berühmte Quäntchen Glück dazu.

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Autor: Jan Fritze
Kurz vorgestellt: Christian Zittlau
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Kurz vorgestellt: Christian Zittlau

Taktiker, Trimmer und Team-Mädchen-für-Alles (Teamorganisation, Bootspflege, Finanzen...). Im echten Leben: Application Engineer NPP Projects China & Indien und stellvertretender Teamleiter bei MTU.

Mit Beginn meines Maschinenbaustudiums habe ich mich entschieden, keine Leistungssegelkarriere zu verfolgen, sondern mich auf mein Studium zu konzentrieren. Um das Wettkampfsegeln nicht ganz aufgeben zu müssen, habe ich mich für ein größeres Mannschaftsboot (Sport-Segelyacht) entschieden mit bis zu 10 Regatten pro Jahr bei deutlich reduziertem Trainingsaufwand.
Meine bislang bevorzugte Bootsklasse (X-99) ist seit einigen Jahren von schrumpfenden Teilnehmerfeldern betroffen, daher war ich begeistert, dass mit der Segel-Bundesliga und der J70-Bodenseemeisterschaft eine ganz neue Option entstanden ist, sich mit einem Mannschaftsboot auf einem sehr hohen Niveau zu messen.

Einzig der Faktor Zeit setzt hier meiner Leidenschaft für das Segeln und meinem Engagement für das Team Grenzen. Das Segeln, meine beruflichen Karriere und insbesondere meine Familie (Geburt meines Sohnes in 2014!) erfordern ein sehr strenges und ausgewogenes Zeitmanagement.

Die hierfür nötigen Kompromisse gehe ich gerne ein. Die für manche überraschenden Erfolge unseres Teams bei der noch jungen Segel-Bundesliga haben viel Positives im Verein bewirkt. Insbesondere ist erkennbar, dass unsere Jugendabteilung im Hauptverein viel besser wahrgenommen wird. Tino und ich versuchen, unseren jüngeren Teammitgliedern Aufgaben und kleine Projekte zu übergeben. Ich bin überzeugt, dass wir den jungen Seglern hierbei auch ein Stück Erleichterung für Berufsstart und Studium geben. Ohne diese Auf- und Zuteilung von Verantwortung und Aufgaben wäre der Spagat zwischen Beruf und Bundesliga-Team nicht machbar.

Impressionen aus Berlin
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Impressionen aus Berlin

Trotz durchwachsener Bedingungen sensationeller 3. Platz in Berlin
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Trotz durchwachsener Bedingungen sensationeller 3. Platz in Berlin

Trotz Abbruch der Wettfahrten der 1. Segel-Bundesliga durch eine Flaute mit wenig bis keinem Wind am Freitag, war die Stimmung unter den Seglerinnen und Seglern nicht getrübt. Am Samstag und Sonntag war dann mehr Wind angesagt und die Rennen konnten planmäßig durchgeführt werden. Bei karibischen Bedingungen und leichten bis mittleren Winden wurden alle Teams ordentlich gefordert und die insgesamt14 Rennen konnten gefahren werden. Die meiste Zeit waren die Jungs vom SMCÜ unter den Top 3, bis es zum Ende hin nochmal richtig spannend wurde. Steffen Hessberger vom SMCÜ meinte hierzu, dass sie sich erst bei Siegerehrung sicher waren, dass sie es gerade so, punktgleich mit dem 4. Platz, auf das Podest geschafft haben. Die Akademie gratuliert dem SMCÜ zu ihrem Erfolg und drückt weiterhin die Daumen.

Was war da los Michael?
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Was war da los Michael?

Wir sind bei der Segel-Bundesliga Regatta in Kiel gerade in einem Flight als Letzter ins Ziel gekommen. Hintergrund: Wir wurden auf Platz 2 liegend von der Jury geflaggt und mussten einen Strafkringel drehen. Wir hätten wohl an der Luvtonne einem Gegner in Lee (unter uns) nicht genügend Platz gelassen. Das haben wir völlig anders gesehen. Verärgert über das harte Eingreifen der Jury hatte ich diesen meinen Unmut mitgeteilt. Es gibt in so einer Situation keinerlei Möglichkeiten das Urteil anzufechten, man ist der Entscheidung der Jury ausgeliefert. Wir hatten in dem Rennen die Position bis zum Penalty hart erkämpft. Waren voll mit Adrenalin. Die Strafe warf uns kurz vor dem Ziel ganz nach hinten. Da war ich dementsprechend laut – Tino hat mich beruhigt, was gut war. Die Jury sieht man im nächsten Flight nämlich wieder. Die Kommunikation an Bord ist enorm wichtig. Konflikte lösen wir sofort oder verschieben diese auf die Abschlussbesprechung am Abend. Wir hatten die Sache dann schnell abgeschlossen und uns sofort wieder auf das nächste Rennen konzentriert. Mit Erfolg!

Kurz vorgestellt: Tino Mittelmeier
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Kurz vorgestellt: Tino Mittelmeier

Steuermann und Team-Chef. Im echten Leben: Berater bei Porsche Consulting.

Nachdem ich mit meinem Bruder Niko im Jahr 2008 nach siebenjähriger Profisegelzeit knapp die Olympia-Quali für Peking im Tornado verpasst habe, konzentrierten wir uns beide auf unser Studium. Das Segeln hat uns aber nie losgelassen. So initiierten wir 2009 und 2010 mit einigen Partnern die erste deutsche „Extreme 40“- Kampagne. 2011-2012 waren wir im Projektteam „SL33“, das einen neuartigen Carbon-Katamaran konzipierte (www.SL33.eu). Die spannende Kombination aus Teamdynamik und High-Tech Sport übte immer eine besondere Anziehungskraft auf uns aus. Als das Konzept Segel-Bundesliga geboren wurde, wurde im Jahr 2013 schnell ein begeistertes SMCÜ-Bundesligateam gegründet, das den Aufstieg schaffen wollte.

Die Rolle als Teammanager gibt mir die Möglichkeit, die Teamdynamik aktiv zu steuern. Die Lernkurve ist für mich enorm steil und übertragbar auf viele Bereiche im Leben, auch wenn es zeitlich oft herausfordernd ist. Das wichtigste ist aber: es macht einfach unheimlich viel Spaß!

Aufstieg geschafft!
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Aufstieg geschafft!

Hamburg. Relegation zur 1. Segel-Bundesliga. Wir fahren aufs Wasser mit dem klaren Ziel in den nächsten drei Rennen unseren Aufstieg in die 1. DSBL perfekt zu machen. Mit einer klaren Strategie fürs Rennen gehen wir an den Start, gewinnen diesen und sind gleich in der Führungsspitze dabei. Nach dem vielen harten Training der Saison sind wir gut als Team eingespielt, die Manöver passen, jeder konzentriert sich auf seinen Job. Nach der ersten Tonne liegen wir in Führung, es herrscht eine ruhige, konzentrierte Stimmung auf dem Boot.

Der Sieg und der damit verbundene Aufstieg erscheinen zum greifen nah, die drehenden Winde auf der Hamburger Alster machen so gut wie alles möglich. Auf den folgenden Kursen versuchen wir die Gegner zu kontrollieren, dies gelingt, wir gewinnen das Rennen! Nach dem Zieldurchgang fangen wir an zu feiern, wir klatschen ab, trinken den letzten Schuss Glückssherry (alte Seglertradition) und grinsen dabei über beide Ohren.

An Land erwarten uns einige mitgereiste Fans die uns bereits aus der Ferne zujubeln. Der Moment fühlt sich sehr schön an, da er die Arbeit einer ganzen Saison belohnt. Wir sind alle sehr glücklich und zugleich auch erleichtert, da schließlich ein ganzer Verein auf uns gebaut hat. Zwar hatte ich bereits vor der Relegation ein gutes Gefühl, doch als wir es wirklich geschafft hatten erschien es trotzdem nicht ganz real. All dies schafften wir vor allem, da wir sehr gut als Team funktionierten, zudem viel gemeinsam trainiert hatten und gemeinsam mit dem Verein ein klares Ziel vor Augen hatten.

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Autor: Frederick Schaal
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