Nähe braucht Distanz ‒ ein Vorschlag zur Verbesserung der Teamarbeit

Nähe braucht Distanz ‒ ein Vorschlag zur Verbesserung der Teamarbeit

15.10.2018
Arbeitsgruppen oder Teams arbeiten nicht immer zielführend: Endlose Diskussionen, persönliche Auseinandersetzungen oder phasenweise lustloses Absitzen lassen sich in Meetings, Teamsitzungen oder anderswo wahrnehmen. Unzufriedenheit bei den Beteiligten und Zeitverzögerungen im Zusammenhang mit der Aufgabenerledigung sind meist die Folge verbunden mit der Frage: Was läuft hier eigentlich? Warum machen wir uns die (Zusammen-)Arbeit so schwer?
Gastbeitrag
Gottfried Kommescher

Schauen wir aus einiger Entfernung auf solche Gruppengeschehen, so können wir Muster entdecken, mit denen wir den Wust an unterschiedlichen Verhaltensweisen einordnen können: Hier setzen sich Gruppenmitglieder für strukturiertes Vorgehen ein, andere wollen zukünftige Entwicklungen in die Sacharbeit mit einfließen lassen, wiederum andere zeigen ihre Unzufriedenheit, weil manche in der Diskussion nicht zu Wort kommen.

Nach R. M. Belbin leben wir spezifische Rollen in der Zusammenarbeit mit anderen, entsprechend dem was uns wichtig ist und was wir können (z.B. als Perfektionist, Koordinator, Teamarbeiter oder Spezialist). Solche Verhaltenspräferenzen sind weder gut noch schlecht. Sie zeigen auf, wie unterschiedlich wir Menschen sind und handeln.

Sind uns die eigenen Präferenzen und die der anderen bewusst, können wir uns über den Nutzen dieser Verhaltensmuster austauschen. Diese Art der gegenseitigen Betrachtung unterstützt nicht nur die Akzeptanz von Unterschiedlichkeiten, sondern klärt auch die Frage, welche der Präferenzen wir für die Erledigung der momentanen Aufgaben benötigen.

Diese Art der Betrachtung von „oben“ schafft Verständnis und damit Ordnung in die Zusammenarbeit von Menschen. Sie gehen planvoller und gezielter in Zeiten der „Nähe“ miteinander um, zur größeren Zufriedenheit der Beteiligten und effizienteren Vorgehensweise bei der Aufgabenerledigung.