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Führung und Komplexität

Die Globalisierung hat die Arbeitswelt schon gewaltig durchgeschüttelt. Die Digitialisierung wird sie noch gewaltiger verändern. Die Herausforderung dabei ist, dass wir noch nicht wissen, was sich alles ändern wird. 

Als Führungskraft gilt es jedoch, Antworten für das eigene Unternehmen zu finden. Es gibt grundlegende Metastrategien, die ich als Führungskraft kennen und anwenden sollte, damit ich im Umgang mit der Unsicherheit wertvolle Zeit und wichtige Erkenntnisse gewinne.

Jürgen Hampe
Dipl.-Psych.

Komplexität heißt: Ursache und Wirkungszusammenhänge sind auch Experten weitestgehend unbekannt. Das erzeugt mehrere typische Effekte: 

Hinterher sind wir schlauer als vorher … Nachdem das komplexe Projekt hinter uns liegt, hätten wir vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt einer anderen Information, als wir zunächst dachten, mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Vielleicht haben wir die relevante Information nicht gesehen oder es gab sie noch nicht. Erst durch Ausprobieren mithilfe agiler Methoden oder das Verfolgen verschiedener Herangehensweisen haben wir einen Weg entdeckt. 

Komplexe Themen bringen Experten an den Rand ihrer Möglichkeiten. Denn im schlimmsten Fall verstellt ihr Wissen ihnen den Blick für das Unbekannte oder Neue. Es gibt bereits viele Berichte über Menschen und Denkweisen, die die aktuelle Welt für unmöglich hielten. Wir erarbeiten mit Ihnen Strategien und Haltungen, damit Sie das Unerwartete besser antizipieren können. 

Führungskräfte ertrinken in der Datenflut. Und die Vielfalt der Einflussfaktoren auf eine Aufgabe, ein Projekt oder den Markt ermöglicht noch nicht einmal eine gründliche Reflexion erfolgreicher Strategien oder die Analyse von Fehlern. Selbst wenn sie möglich wäre: Die Wirkung zukünftiger Schritte ist dadurch nicht vorhersehbar zu machen. Das erfordert einen klaren Umgang mit dem Phänomen, das man das „Fahren auf Sicht“ nennt. Ziele und Strategien müssen in diesem Kontext neu eingebettet werden. 

Entscheider erhalten nur gefilterte Daten. Im besten Fall sorgsam aufbereitet, ausgewählt und zusammengefasst. Es wird jedoch immer etwas fehlen. Je komplexer das Thema, desto so mehr Informationen werden fehlen. Umso wichtiger wird der direkte Kontakt mit den Informationen und den Personen aus dem jeweiligen Feld. Das Einbinden narrativer Kommunikation erhält die Komplexität in den Informationen. 

Bestimmte Formen von Kontrolle und Mikromanagement, die in komplizierten Bereichen wirksam und sinnvoll sind, können das lösungsorientierte Arbeiten in komplexen Bereichen geradezu unmöglich machen. Dafür gilt es, die Rolle als Führungskraft zu schärfen, um die Transition zwischen komplizierten und komplexen Themen zu meistern. Die komplex denkende Führungskraft hat Konzepte in der Hand, wie sie Wandel und Unberechenbarkeit begegnet. Sie gibt ihren Mitarbeitern einen steuernden und dennoch flexiblen Rahmen, in dem schnelles Entwickeln, Lösen und Ausprobieren zur Gewohnheit werden, ohne eine vorhersehbare Zukunft versprechen zu müssen. Die komplex denkende Führungskraft hat Ideen, wie sie Mitarbeiter, die gerne Sicherheit hätten, mit Kommunikation und Geduld auf diesen Weg vorbereiten und mitnehmen kann.

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