Shakespeare goes Business

07.02.2020
Die Begleitung angehender Führungskräfte bei den ersten Schritten in der Arbeitswelt ist mir ein echtes Herzensanliegen. Die Nachwuchsführungskräfte, denen ich auf diesem Weg begegnet bin, sehnen sich nach der Schul- und Studienzeit nach dem Gefühl von Selbstwirksamkeit und Sinnhaftigkeit ihres Tuns. Nach der langen Phase von Fremdbestimmung wollen sie sich spüren, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.
Raphaela Dell
Raphaela Dell

Im Unternehmen angekommen, treffen sie auf die Realität und die Komplexität des neuen Arbeitsalltages, auf Kollegen, ihr Team, den neuen Kontext. Sie treffen auf eine Welt voller versteckter Agenden, unvermuteter Einflussfaktoren und ungeschriebener Gesetze. Verhaltenscodices müssen beobachtet und geknackt werden – Dinge, auf die sie in der Ausbildung oder im Studium nur unzureichend vorbereitet wurden.

Sie müssen feststellen, dass zum Beispiel angelernte Führungsmodelle und Instrumente bloße Theorie bleiben, wenn man sie nicht mit der richtigen Haltung und einer emotional intelligenten Vorgehensweise verbinden kann. Kurzum: Es fehlt ihnen die Routine, die Erfahrung, das persönliche Erleben, die Verankerung des Lernstoffs im täglichen Tun. Daher wird das neue Arbeitsumfeld auch für die begabtesten Potenzialträger zuerst einmal eine Welt voller Ambivalenzen und Spannungen.

In bestimmten Situationen, die Erfahrung und Verhaltensvielfalt erfordern, scheitern Young Professionals darüber hinaus unter Umständen an einem Mangel von Impulskontrolle oder auch an einer unangebrachten Hybris. In der Konsequenz kann dies dazu führen, dass sie auf Grund ihres inadäquaten Verhaltens einerseits von Kollegen oder Vorgesetzten als gänzlich unerfahren eingeschätzt werden und andererseits bei ihren Mitarbeitern wertvolles Beziehungskapital verspielen.

Ohne gutes handwerkliches Rüstzeug und ein gut eingestelltes Mindset dreht der Führungsnachwuchs deshalb oft unnötige Runden. Er bleibt weit unter seinen Chancen und Möglichkeiten, weil er sich und seine Fähigkeiten auf Grund mangelnder Selbstkenntnis nicht präzise genug darstellen kann. Da kann es leicht geschehen, dass der Reiz, der vom Neuen, Ungewohnten ausgeht, als unangenehm empfunden und möglichst vermieden wird. „Er/Sie ist ja noch jung!“, heißt es dann, und die tatsächliche Kompetenz wird übersehen.

Da stellt sich doch die Frage, wie man die Brücke schlagen kann zwischen bereits hoher fachlicher Kompetenz und noch unausgereiftem Mindset? Wie man ein taugliches Mindset in einem jungen Menschen verankert? Meine persönliche Antwort nach mehr als 20 Jahren Erfahrung als Coach und Beraterin: Dafür sind starke Bilder notwendig, die zu eigener Denk- und Transferleistung anregen, und so tiefe Einsicht und persönliches Wachstum ermöglichen.

Das gehaltvolle Anschauungsmaterial dazu liefert mir in meinen Workshops William Shakespeare, dessen Führungs- und Königsdramen seit über 400 Jahren Gültigkeit haben. Sein Werk ist ein erstaunlich aktuelles Handbuch für moderne „Heldenreisen“ in die Welt der Wirtschaft.

Die Konflikte und Probleme der damaligen Führungskräfte sind die gleichen wie heute. Wie unter der Lupe sieht man die Fehleinschätzungen, die Stärken und Schwächen, wovor man sich hüten sollte, ebenso wie die Motive und Treiber, die Shakespeares Helden und Antihelden ticken lassen.

„All things are ready, if our minds be so!“, sagt der junge König Henry V. in Shakespeares gleichnamigen Stück. „Alle Dinge fallen an ihren Platz, wenn wir unsere Haltung dazu gefunden haben.“

Die Heldenreise des jungen Prinzen Henry V. zeigt beispielsweise Young Professionals die Möglichkeiten auf, die der bewusste Umgang mit ihren persönlichen Potenzialen bietet. Die Geschichte der Reifung vom verspielten Prinzen zur verantwortlichen Führungskraft bietet Antworten auf die wichtigsten Führungsfragen:

  • Wie funktioniert die Motivation von Teams?
  • Welche Spielräume eröffnen Führungsrollen?
  • Wie lassen sich persönliche und professionelle Ansprüche verbinden?
  • Welcher Umgang empfiehlt sich mit offenen und verdeckten Feinden?
  • Steht mein Team hinter mir, wenn ich es rufe/brauche?

Die Teilnehmer lernen, anhand von diversen Shakespeare-Case-Studies ihr eigenes Handlungsvermögen zu aktivieren und sich somit effektiv für ihre Ziele, ihr Team und ihr Unternehmen einzusetzen.

Wie wichtig solche frühen Impulse auf dem Weg zur gestandenen Führungskraft sind zeigte mir eine Mail, die mich vor kurzem von einem meiner früheren jungen Teilnehmer erreichte: „(…) möchte mich auf diesem Weg bei Dir bedanken. Im Rahmen meines Studiums hatte ich die Möglichkeit, mehrere Module bei Dir zu belegen und bin heute noch begeistert! Bei der Durchsicht meiner Studienunterlagen musste ich feststellen: Es trifft heute wie damals vor 10 Jahren zu. Nur, dass mir die Wichtigkeit der vermittelten Werte erst später bewußt wurde!“

Für ihren gelungenen Karrierestart finden Young Professionals im Seminarprogramm der Akademie ein umfangreiches Angebot. In elf Seminaren lernen sie Grundlagen von Führung sowie die wichtigsten Tools und Techniken für ihre tägliche Führungsarbeit. Mein persönlicher Favorit ist darüber hinaus unser Qualifizierungsprogramm „Der erfolgreiche Führungseinstieg“ – unser Begleitprogramm für die ersten 100 Tage in Ihrer neuen Führungsrolle.

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