Sommer – Sonne – Schweinehund

10.07.2019
Nun ist er also endlich da, der Sommer und mit ihm die Sonne und die Hitze und manchmal auch zwei widerstreitende Gefühle im Bauch.
Michaela Diesch
Michaela Diesch

Da ist einmal der Sommer und damit die Zeit der langen Tage, die man nutzen muss, man darf nichts verpassen, sowohl im Business als auch privat. Hat doch schon Sokrates gesagt: „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Ja, und dann ist da auch Sommer und damit die Zeit der unruhigen Nächte, in denen man schweißgebadet nach dieser einen Mücke jagt, die man immer hört aber nie sieht. Die Zeit, in der man sich in den Schatten eines Baumes sehnt, möglichst in der Nähe eines größeren Gewässers mit einem kühlen, dank Eiswürfel klirrenden Getränks in der Hand.

Und immer, wenn zwei, manchmal vielleicht auch drei Herzen in unserer Brust schlagen ist das eine wunderbare Gelegenheit. Für was? –  Nun, um dem inneren Schweinehund mal ein bisschen Leine zu geben und um ihm zuzuhören.

Mein Ernst? Voll und ganz, denn auch unser innerer Schweinehund ist ein Teil von uns. Schulz von Thun spricht in diesem Fall vom inneren Team und nutzt die Metapher einer inneren Fußballmannschaft mit verschiedenen Spielern auf unterschiedlichen Positionen, nur eben nicht auf dem Rasen, sondern in unserem Innenleben. Da gibt es Anteile, gerne die mit Power, die uns treiben denen hören wir aufmerksam zu, die finden wir gut. Dem inneren Schweinehund aber, also dem braucht man doch nicht wirklich eine Stimme geben, oder?

Nun alles in uns, ob physisch oder psychisch funktioniert wie ein Uhrwerk. Ein Rädchen greift ins nächste und so bleibt alles in Bewegung. In diesem Uhrwerk hat jedes Rädchen einen Sinn, so auch unser innerer Schweinehund. Denn hinter der vermeintlichen Faulheit und dem „Dinge auf die lange Bank schieben“ verstecken sich oft Bedürfnisse, denen wir keine Beachtung schenken. Bedürfnisse werden durch Missachtung aber nicht kleiner, im Gegenteil sie wirken immer stärker.

Wenn also nun aus dem nächsten kühlen Winkel der innere Schweinehund ruft, dann schicken Sie ihn nicht in den Zwinger, sondern locken ihn auf die Bühne und interviewen ihn!

Sie haben keine Ahnung, welche Fragen Sie ihm stellen sollen? Vielleicht versuchen Sie es mal mit dem sogenannten 4 MAT nach Bernice McCarthy. Dabei hält man sich an vier elementare Fragen?

Warum?

Warum fällt beispielsweise diese Aufgabe gerade so schwer? Warum kann ich mich so schlecht aufraffen?

Was?

Was genau bräuchte ich, damit es mir leichter fällt anzufangen? Was genau fehlt mir – Energie, Information, Ressourcen, Erholung?

Wie?

Wie genau möchte ich jetzt in der Situation damit umgehen? Muss ich noch durchhalten bis zur nächsten Auszeit? Wenn ja, wie schaffe ich das? Wie kann ich mir Unterstützung holen?

Wofür?

Wofür ist meine Entscheidung gut? Wenn ich die Aufgabe durchziehe, welchem Ziel komme ich dadurch näher? Wenn ich mich für eine Pause entscheide, für was sammle ich meine Kraft?

Vielleicht haben Sie ja jetzt schon ein paar erste eigene Fragen im Kopf, dann müssen Sie sich jetzt eigentlich nur noch auf die Lauer legen. Spätestens wenn das Thermometer wieder 34° zeigt, kommt er aus seinem Versteck, der innere Schweinehund, und dann heißt es beherzt zupacken und loslassen, damit er auf Ihre Fragen antworten kann. Gerne bei einem kühlen Getränk mit klirrenden Eiswürfeln.

Auf ein fröhliches Kennenlernen.