Veränderungskompetenz jetzt!

15.10.2019
Wir leben in einer spannenden Zeit! Nie haben sich Strukturen schneller, globaler und grundlegender geändert als heute – und Stillstand in der Entwicklung ist nicht absehbar. Persönliche Veränderungskompetenz – eine, wenn nicht DIE herausragende Kernkompetenz für das erfolgreiche Bestehen in unserer Zeit.
Sigrun Dammit-Sorgatz
Sigrun Dammit-Sorgatz

Wir leben in einer spannenden Zeit! Nie haben sich Strukturen schneller, globaler und grundlegender geändert als heute – und Stillstand in der Entwicklung ist nicht absehbar. Persönliche Veränderungskompetenz – eine, wenn nicht DIE herausragende Kernkompetenz für das erfolgreiche Bestehen in unserer Zeit.

 

Welche Faktoren bilden unsere individuelle Veränderungskompetenz? Neben den eher faktenbasierten Eigenschaften wie gute Organisation und Planung sowie guter Umgang mit Ressourcen gehören Mut, Bereitschaft und die Fähigkeit, andere zu motivieren, dazu. Vor allem aber eine weitere Qualität, nämlich ein hohes Maß an Empathie. Und eben dieser Aspekt ist der, der am häufigsten übersehen und vernachlässigt wird! Mehr als 70% der Veränderungsprozesse scheitern auf Grund mangelnder Fokussierung auf menschliche Aspekte (CIO Studie 2006). Das bedeutet: Obwohl ein Veränderungsprojekt vielleicht auf organisationaler Ebene perfekt geplant ist und die nötigen finanziellen und strukturellen Ressourcen bereitstehen, ist die Gefahr sehr hoch, dass ein Projekt scheitert. Denn was oft nicht ausreichend berücksichtigt wird, ist die emotionale Ebene der Beteiligten!

 

Was können wir tun, um mit Ängsten, Konflikten und Zweifeln – die sich häufig als Widerstand bemerkbar machen – besser umzugehen? Wie können wir die Betroffenen eines Veränderungsprozesses besser verstehen und sie nachhaltiger einbinden?

 

Hilfreich ist hier das 4-Zimmer-Modell der Veränderung. Es ist ursprünglich von Claes Jansen entwickelt und wie eine Landkarte der emotionalen Erlebniswelten der Menschen in Veränderungsprozessen zu verstehen. 

  1. Zimmer der Zufriedenheit
  2. Zimmer der Verleugnung
  3. Zimmer des Chaos und der Verwirrung
  4. Zimmer der Erneuerung

Während eines Veränderungsprozesses durchleben wir typischerweise diese „vier Zimmer“ in unterschiedlicher Intensität und in unterschiedlicher Dauer. Nachdem wir aus dem Zimmer der Zufriedenheit – unserer Komfortzone – herausbefördert wurden, treten wir im zweiten Zimmer in einen Zustand des ‚nicht-wahrhaben-Wollens‘ ein. Wir versuchen, das Alte und Vertraute festzuhalten und setzen uns mit dem Neuen nicht auseinander. Der aufkeimenden Unsicherheit wird dabei oft mit Verständnislosigkeit begegnet. Die emotionale Dynamik im Zimmer 3 ist dann geprägt durch Ratlosigkeit und Frustration darüber, dass das Bewährte nun nicht mehr gilt, das funktionierende Neue allerdings noch nicht in Sicht ist. Um zu verhindern, dass wir zwischen den Zimmern 2 und 3 hin und her pendeln und der Zustand langanhaltend und kräftezehrend wird, müssen Führungskräfte die emotionale Ebene der Beteiligten angemessen einbeziehen. Nach einiger Zeit kann so der Weg frei werden zum Zimmer 4 – zur Erneuerung. Erst hier kehrt das Gefühl von Orientierung und Handlungsfähigkeit zurück und erst hier gibt es wieder zuverlässig Umsetzungserfolge.

 

Diese vier emotionalen Stadien sind besonders manifest bei von außen vorgegebenen Veränderungsprozessen. Sie lassen sich nicht umgehen, allenfalls zeitlich begrenzen, indem zu jeder Zeit eine gute Begleitung gewährleitet ist.

 

Achten Sie als Führungskraft besonders auf:

  •  einen guten Umgang mit Fehlern
  • das Einräumen von Zeit zur Verarbeitung
  • gute, mediative Konfliktklärungskompetenz
  • interessiertes Nachfragen
  • sowie gutes und empathisches Zuhören.

 Und: Keine Sorge vor Emotionen! Sie gehören zu uns Menschen dazu und sind bald wieder die Antriebsfeder für engagiertes und motiviertes Arbeiten.

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