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Die Kolumne

Versehen, was Zusammenarbeit erfolgreich macht

Woran lässt sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit erkennen? Natürlich am Erfolg des Teams – sollte man meinen. Orientiere ich mich aber nur an den Ergebnissen, erhalte ich keine qualitative Aussage über die Zusammenarbeit und auch nicht darüber, wie sich der Erfolg reproduzieren lässt. Doch genau das ist wichtig zu erkennen, wenn ich eine dauerhafte erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichen will.

Sven Janka
Sven Janka
Dipl.-Betriebsw. (FH)

Wir möchten Ihnen drei Aspekte vorstellen, wie Erfolg und Hindernisse in der Zusammenarbeit besser verstanden werden können und damit beeinflussbar sind.

  1. Aspekt: ein gegenseitiges Interesse als Grundvoraussetzung

Ein wirkliches Interesse an Zusammenarbeit kann nicht immer vorausgesetzt werden.  Viele Teams und Projektgruppen setzen sich aus Experten zusammen, die – vereinfacht ausgedrückt – nur ihren Input beitragen. Ein gegenseitiges Einlassen, was eine echte Zusammenarbeit erfordert, ist allerdings dadurch nicht gegeben. Viele Teams sind mit dieser rein fachlichen Form der Zusammenarbeit erfolgreich. Sie könnten aber deutlich bessere Ergebnisse erzielen, wenn Transparenz über die gemeinsamen und individuellen Interessen bestünde.

Maßnahme: Bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist es entscheidend, das gegenseitige Interesse zu verstehen. Der individuelle und gemeinsame Nutzen sollte in einigen Konstellationen herausgearbeitet und bewusstgemacht werden. Das erhält nicht nur die Motivation, sondern vermittelt auch einen Sinn.

  1. Aspekt: GRPI-Modell – habe ich an alles gedacht?

Das GRPI-Modell beschreibt Dimensionen einer Zusammenarbeit, die zwingend geklärt und bearbeitet werden müssen.

G = Goals: SMART-Ziele, klare Vorgaben etc.

R = Roles: geklärte Verantwortlichkeiten und Aufgaben, bereitgestellte Ressourcen, Stärkenorientierung etc.

P = Processes: Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, Entscheidungsfindung, Kommunikationswege, Konfliktmanagement, Projektpläne etc.

I = Interaction: Beziehungs- und Gruppendynamik, Konkurrenzverhalten, Umgangsformen im Team etc.

Selbstverständlich sind die Dimensionen auch voneinander abhängig:

  • Sind die Ziele unklar, werden sich auch unproduktive Rollen entwickeln
  • Sind die Rollen unklar oder unproduktiv, werden diese den Prozess stören
  • Sind die Prozesse gestört, hat das Auswirkungen auf die Beziehungen und die Gruppendynamik.

Maßnahme: Nutzen Sie diese vier Dimensionen, um die Zusammenarbeit zu reflektieren und zu verbessen. Die Erfahrung zeigt, dass besonders häufig die ungeklärten Rollen und Verantwortlichkeiten zu Störungen führen und sich auf die Qualität des Arbeitsprozesses und die Ergebnisse auswirken.

  1. Aspekt: eine geschulte und professionalisierte Wahrnehmung

Besonders in Stresssituationen werden (Verhaltens-)Muster sichtbar und grundsätzliche Störungen können aufgedeckt werden. Auch hier lässt sich das GRPI-Modell verwenden, aber an vielen Stellen gerät es an seine Grenzen. Denn z.B. eingefahrene Kommunikationswege oder die Auswirkungen von Silodenken sind in vielen Fällen schwer zu fassen. Möchte ich das Miteinander verbessern, ist es notwendig, eine ausgereifte Wahrnehmung für Interaktionen zu entwickeln. Diese Kompetenz ist mit unserem computerbasierten Planspiel „Interpersonal Skills LAB“ erfahrungsorientiert trainierbar. Die Simulation spielt im Weltall und die Teilnehmer müssen versuchen, ihr Raumschiff wieder flugfähig zu bekommen. Hohe Dynamik, Zeitdruck und unterschiedliche Perspektiven machen die Zusammenarbeit des Astronauten-Teams zu einer realen Herausforderung.

Maßnahme: Eine sensible Wahrnehmung für gruppendynamische Bewegungen, Beziehungsdynamiken oder schwelende Konflikte ist Gold wert. Hier sorgen Modelle und Theorien für Orientierung. Schulen Sie die Wahrnehmungsfähigkeit als wertvolle Kompetenz. Gerade in agilen und selbstgesteuerten Arbeitsformen wird die Wahrnehmungsfähigkeit jedes Einzelnen immer mehr Bedeutung bekommen.

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