Was genau ist eigentlich Komplexität?

Was genau ist eigentlich Komplexität?

15.10.2018
Überall ist zu lesen, dass die Komplexität in allen Bereichen zunimmt. Technologien entwickeln sich rasant, die Digitalisierung verändert unser Leben und die Vernetzung von verschiedenen Wirtschafts- und Lebensbereichen nimmt zu. Was ist eigentlich Komplexität genau?
Gastbeitrag
Birgit Kaiser

Wie mag sich Juri Gagarin am 12. April 1961 wohl gefühlt haben, als er in die Raumkapsel Wostok einstieg? Welch Mut steckte in diesem Mann. Nicht nur Mut, sicherlich auch Neugier, Abenteuerlust, Leidenschaft für das Ziel und der Mut zu scheitern. Weder er noch sein Team hatten Erfahrung, was es bedeutet, in den Weltraum zu fliegen. Seitdem ist viel passiert. Der Mensch hat seinen Fuß auf den Mond gesetzt, neue Einblicke ins All konnten durch leistungsstarke Teleskope vergrößert werden und der Mensch denkt auf Grund neuer technologischer Möglichkeiten bereits an einen Flug zum Mars.

Aber reduziert mehr Wissen auch den komplexen Anteil einer Weltraummission?

Ist unsere heutige Lebens- und Arbeitswelt viel komplexer geworden oder fühlt sie sich nur komplexer an?

Überall ist zu lesen, dass die Komplexität in allen Bereichen zunimmt. Technologien entwickeln sich rasant, die Digitalisierung verändert unser Leben und die Vernetzung von verschiedenen Wirtschafts- und Lebensbereichen nimmt zu. Was ist eigentlich Komplexität genau?

Laut einer Definition bezeichnet Komplexität allgemein „die Eigenschaft eines Systems, dessen Gesamtverhalten man selbst dann nicht eindeutig beschreiben kann, wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt“. In komplexen Systemen können wir auf keine klaren Wenn-Dann-Beziehungen mehr setzen. Die Vorhersehbarkeit von Ursache und Wirkung geht verloren. Unsere Wirtschaft und unsere Arbeitswelt sind komplexe Systeme geworden. Kunden, Lieferanten und Wettbewerber agieren in einem System unter ständigen Veränderungen. Kleine Start-ups erscheinen und im System herrschen plötzlich neue Wechselwirkungen zwischen den Akteuren. Neue Akteure mit neuen Handlungsweisen und Zielen bestimmen Märkte, wie man sich dies bisher nicht vorstellen konnte. Eine neue Generation an Mitarbeitern mit veränderten Werten und Zielen drängt in den Arbeitsmarkt. Das „Wenn - Dann funktioniert heute nicht mehr so wie gewohnt. Es sind neue Herausforderungen im Umgang mit komplexen Systemen festzustellen, die für Führungskräfte neue Anforderungen bedeuten. Gut vorbereitet können wir mit Komplexität gut und entspannt umgehen. Schon die Unterscheidung zwischen kompliziert und komplex hilft uns, unser Handeln danach auszurichten. Dave Snowden stellt uns mit seinem Cynefin Framework ein sehr anschauliches Tool zur Unterscheidung zwischen einfach, kompliziert, komplex und chaotisch zur Verfügung.

Komplexe Systeme zu erfassen, ihr Verhalten besser zu verstehen und anders mit ihnen umzugehen, erfordert einen neuen Planungsansatz.

Komplexität erlaubt und fordert Neugier, Agilität und Mut, andere Meinungen zuzulassen und diese auch einzufordern. Komplex bedeutet, sich auf neue Lösungsansätze einzulassen. Führungskräfte, die mehrere Optionen zulassen, bereit sind, nicht zum Ziel führende Lösungen wieder fallen zu lassen, um Neues zu probieren, Feedbackschleifen zu drehen und Widerspruch für sich zu nutzen, müssen keine Bedenken vor Komplexität haben. Scheitern ist erlaubt, denn scheitern bedeutet Weiterentwicklung.

Mit der Interpersonal Skills LAB Methode im Seminar „Komplexität meistern“ können wir uns der Welt Juri Gagarins nähern und machen uns virtuell auf den Weg zu einer komplexen Weltraummission zum Mars oder zur Venus. Wir nähern uns dem Thema Komplexität gewinnbringend und erarbeiten neue Handlungs- und Planungsansätze.

Seminar zum Thema