Abschreibungen

Abschreibungen haben die Aufgabe, die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Vermögensgegenstandes des Anlagevermögens entsprechend dem eingetretenen oder vermuteten Wertverzehr auf die Jahre der Nutzung zu verteilen. 

Der Wertverzehr kann folgende Ursachen haben:

  1. verbrauchsbedingter, technischer Wertverzehr, wie Abnutzung, natürlicher Verschleiß,
  2. wirtschaftlich bedingte Wertminderung infolge technischen Fortschritts Nachfrageverschiebungen sinkender Preise,
  3. zeitlich bedingter Wertverlust, wie z.B. Ablauf von Patenten, Nutzungsrechten u.ä.

Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwandspositionen dargestellt und dienen hier einer realistischen Darstellung der Ertragslage des Unternehmens. In der Bilanz mindern sie die Wertansätze der Anlagegüter, wodurch hier ein reales Bild der Vermögenslage des Unternehmens entsteht. 

Um die Höhe der Abschreibungen eines Anlagegutes in der Handels- und in der Steuerbilanz bestimmen zu können, müssen zunächst

  • die Bemessungsgrundlage,
  • die Nutzungsdauer und
  • die Abschreibungsmethode

festgelegt werden. 

Abschreibungspflicht besteht sowohl in der Handelsbilanz als auch in der Steuerbilanz (siehe AfA). 

Bei den Abschreibungen unterscheidet man:

  1. Abschreibungen in der Handelsbilanz (handelsrechtliche Abschreibungen nach § 253 Abs. 2 HGB)
    planmäßige Abschreibungen
    außerplanmäßige Abschreibungen
  2. Abschreibungen in der Steuerbilanz (Abschreibungen steuerrechtliche, AfA)
    Absetzungen für Abnutzung (AfA)
    lineare AfA
    degressive AfA
    Leistungsabschreibung
    Teilwertabschreibungen
  3. kalkulatorische Abschreibungen in der Kosten- und Leistungsrechnung bzw. im Controlling

In der Kostenrechnung werden sowohl lineare, degressive, arithmetisch-degressive (digitale) sowie leistungsbezogene und progressive Abschreibungen genutzt.