Anlagevermögen

Das Anlagevermögen umfasst die Vermögensgegenstände auf der Aktivseite einer Bilanz, die aufgrund ihrer Eigenschaft oder der betrieblichen Nutzungsdauer längerfristig (mehr als 1 Jahr) dem Geschäftsbetrieb dienen. Das Anlagevermögen umfasst gem. § 266 II HGB: immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen, welche weiter untergliedert werden.

Das Anlagevermögen ist in der Handels- und Steuerbilanz mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Wertobergrenze) anzusetzen. Abgesehen von Grundstücken unterliegen die Güter des Anlagevermögens planmäßiger Abschreibungen über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Außerplanmäßige und vorübergehende Abschreibungen sind in Sonderfällen möglich (Abschreibungsarten, § 253 II 3 HGB).

Die Wertobergrenze stellen nach HGB immer die Anschaffungs- oderHerstellungskosten dar. Die neueren, internationalen Richtlinien IAS und US-GAAP erlauben in bestimmen Fällen, z.B. bei Wertpapieren im Anlagevermögen, eine - allerdings erfolgsneutrale - Zuschreibung auch über die Anschaffungskosten hinaus.

Die Gliederung des Anlagevermögens nach HGB stellt sich vereinfacht in 3 Hauptgruppen dar.

  1. Immaterielle Vermögensgegenstände: 
    durch Entgelt erworbene abnutzbare Rechtsanlagen (Patente, Lizenzen, Konzessionen), gewerbliche Schutzrechte, erworbener (derivative) Geschäfts- oder Firmenwert.
  2. Sachanlagen (materielles Anlagevermögen): 
    unbewegliche Wirtschaftsgüter wie Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken, bewegliche Wirtschaftsgüter wie technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung; geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau, außerdem werden diese Wirtschaftsgüter noch unterschieden in zeitlich begrenzt nutzbar (abnutzbar) oder unbegrenzt (nicht abnutzbar).
  3. Finanzanlagen: 
    Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, Wertpapiere des Anlagevermögens, langfristige Darlehensforderungen.