Aufwand - Rechnungswesen

Grundbegriff des Rechnungswesens, der den Wertverzehr in der Finanzbuchhaltung erfasst. Der korrespondierende Begriff ist der Ertrag. Die Differenz zwischen allen Aufwendungen und Erträgen (einer Periode) ist der Erfolg. Während das Begriffspaar Ausgabe/Einnahme die Veränderung des Geldvermögensbestandes erfasst, also liquiditätsorientiert ist, beziehen sich Aufwand/Ertrag auf den Verbrauch und die (wertorientierte) Herstellung von Gütern oder Dienstleistungen.

Aufwand und Ertrag einer Periode können, müssen aber nicht zeitgleich mit den Veränderungen des Geldvermögensbestandes, also den Ausgaben und Einnahmen, zusammenfallen.

Folgende Beispiele sollen den Unterschied zwischen Aufwand und Ausgabe zeigen:

  1. Aufwand jetzt - Ausgabe jetzt (z.B. monatliche Lohnzahlung)
  2. Aufwand jetzt - Ausgabe später (z.B. Bildung einer Rückstellung für Reparaturen)
  3. Ausgabe jetzt - Aufwand später (z.B. Kauf einer Maschine mit Investitionsausgabe, die aber erst in den Folgejahren ergebniswirksam abgeschrieben wird).

Entsprechende Beispiele können auch für die Erträge und Einnahmen gefunden werden. 
Fallen Aufwendungen und Erträge unmittelbar mit der betrieblichen Leistungserstellung an (also dem Betriebszweck oder “Kerngeschäft”), bezeichnet man diese als Zweck-Aufwand/Ertrag oder - und auch besser verständlich - als Kosten und Leistungen.

Der Umfang der auszuweisenden Aufwendungen und Erträge wird durch die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften bestimmt; so stellen z.B. Aufwendungen und Erträge aus Beteiligungen neutralen Aufwand oder neutralen Ertrag dar.