Banken-Controlling

Die Dienstleistungen von Bankbetrieben (Geldinstituten) als Schnittstelle zwischen den Zentralbanken und Bankkunden lassen sich wie folgt systematisieren:

Der Aufbau eines Bankcontrolling muss sich an den bankspezifischen Gegebenheiten ausrichten und an den Produkten, der Organisation sowie der Vertriebsstruktur orientieren. Neben der klassischen Strukturierung in abhängige Sparten, Regionen und Filialen setzt sich seit einigen Jahren zunehmend die Betrachtung der Teilbereiche als Profit- oder Costcenter durch. In diesen Fällen ist ein auf das jeweilige Center abgestimmtes (dezentrales) Controlling erforderlich.

Kosten-Controlling

Durch Gesetze und Richtlinien der Zentralbank und des Bundesaufsichtsamts für Kreditwesen ist die finanzielle Rechnungslegung der Bankbetriebe weitgehend vorgeschrieben. Im Bankbetrieb werden an die Kostenrechnung konzeptionelle, wirtschaftliche und nutzenorientierte Anforderungen gestellt. Sie muss gewährleisten, dass sich Kosten und Erträge nach Dienstleistungen bzw. Produkten, nach Kundensegmenten, Marktgebieten und Geschäftsarten differenzieren lassen.

Neben einer Kostenarten- , Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung werden insbesondere folgende Controlling-Objekte geplant und analysiert.

  • Zinsspannen
  • Geschäftsstellen
  • Kundenergebnis

Ein Lösungsansatz zur Beherrschung der Gemeinkosten wird im Einsatz der Prozesskostenrechnung gesehen, da sie sich für gemeinkostenintensive Dienstleistungsaktivitäten in besonderer Weise eignet.

Kennzahlen

Ein systematisches Rentabilitäts-Controlling ist, wie in anderen Unternehmen, im Bankbetrieb von vorrangiger Bedeutung. Die nachstehende Kennzahlenübersicht zeigt bankspezifische Zusammenhänge von verschiedenen Kosten- und Ergebnispositionen.

Im Allgemeinen wird diese Darstellung um ein ROI-Schema zur vollständigen Abbildung rentabilitätswirksamer Zusammenhänge ergänzt, um die Verbindung zwischen den Ergebnissen und der Kapitalrentabilität herstellen.

Ein systematisches Bankcontrolling liefert darüber hinaus noch Kennzahlen zur Risiko-Kontrolle. Folgende Risikoarten lassen sich dabei grundsätzlich unterscheiden:

  • Geschäfts- und Strukturrisiken
  • Erfolgs- und Liquiditätsrisiken
  • Abwicklungs- und Bestandsrisiken
  • Kredit- und Marktzinsrisiken

Strategisches und operatives Bank-Controlling

Gegenstand des strategischen Controllings sind neben der strategischen Planung, die Bildung von strategischen Geschäftsfeldern, die Beobachtung von Kunden-Umwelt, Politik, Konkurrenz und Konjunktur von elementarer Bedeutung.

Die operativen Ziele des Bankbetriebs werden unmittelbar aus den strategischen Zielen abgeleitet und durch ein systematisches Ergebniscontrolling ergänzt, wobei zwischen Marktergebnis, Produktivitätsergebnis, Risikoergebnis, Handelsergebnis und Transformationsergebnis unterschieden wird.