Design Thinking - 6 Phasen

Je nach Ansatz besteht der Prozess aus drei, fünf oder sechs Stufen. Wir empfehlen und verwenden das vom Hasso Plattner Institut definierte, sechsstufige Modell bestehend aus:

  1. Verstehen – Die richtigen Fragen stellen!
    Im ersten Schritt setzt man sich mit der Problemstellung des Kunden auseinander, um ein gemeinsames Verständnis im Team zu schaffen. Wichtig ist hierbei auch in den Problem-Kontext einzutauchen um später die richtigen Fragen stellen zu können. Mittels der Festlegung einer Design Challenge (Kernfragestellung) wird ein Suchraum festgelegt, mit dem man sich im Folgenden auseinander setzt.
  2. Beobachten – Was finden Kunden gut? Wie ist ihr Verhalten?
    Durch Beobachtung, Interviews oder andere ethnografische Methoden werden im nächsten Schritt Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Personen aus der Ziel- bzw. Nutzergruppe erforscht.
  3. Synthese – Wie sehen die Probleme/ Bedürfnisse meines Kunden aus?
    Aus den Ergebnissen wird ein Standpunkt definiert und ein Möglichkeitsraum entwickelt innerhalb dessen anschließend Ideen generiert werden. Als Grundlage hierfür werden Profile der Zielgruppe (Personas) erstellt. Durch verschiedene Methoden wird im Team Empathie für den dargestellten Kunden erlernt.
  4. Ideenfindung – Welche Ideen entstehen aus der Beobachtung?
    Die Design Challenge in Verbindung mit dem Möglichkeitsraum bildet nun den Startpunkt für die folgende Ideengenerierung. Mit Hilfe von mindestens zwei unterschiedlichen Kreativitätstechniken entstehen nun Lösungsideen.
  5. (Paper-) Prototyping – Ideen werden gebaut und gestaltet
    Beim (Paper-) Prototyping werden dank frühem haptischem Arbeiten Ideen viel schneller greif- bzw. erlebbar. Der Fokus liegt dabei weniger auf der detailgenauen Ausarbeitung, sondern vielmehr auf umfassendem Experimentieren und Sammeln von neuen Einsichten und Erkenntnissen. Dies hat den Vorteil, dass das interdisziplinäre Entwicklungsteam eine gemeinsame Sprache entwickelt. Mit jeder Wiederholung dieser Phase werden die Prototypen ausgereifter.
  6. Quick-Test – Schnell testen: Machbarkeit & Wirtschaftlichkeit prüfen
    In der letzten Phase werden die Prototypen einem ersten Test durch die Ziel- bzw. Nutzergruppe unterzogen. Je nachdem, wie das Feedback bzw. der Quicktest ausfällt, springt man an die entsprechende Stelle im Design Thinking Prozess zurück. Durch das Wiederholen der verschiedenen Phasen (Iteration) entsteht ein zunehmend besseres Verständnis für das Problem und die möglichen Lösungen für die Zielgruppe. Design Thinking strebt also nach einem Wechselspiel von Beobachten, Interpretieren, Aufstellen von Hypothesen sowie Ausprobieren und dem daraus resultierenden Annähern und Erreichen einer Lösung.

Dieser Prozess beinhaltet auch ein schnelles, frühes Scheitern – ein Mantra beim Design Thinking:

“Scheitere schnell, früh und kostengünstig!“. Solch ein frühes Scheitern ist in bisher üblichen Innovationsprozessen seltener der Fall. Somit kann durch Design Thinking nicht nur ein am tatsächlichen Bedürfnis des Kunden ausgerichtetes Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt werden, sondern auch die Entwicklungskosten gesenkt werden.

Autoren: Andreas Fehr und Michael Sabah

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