Frühwarnsystem

Überblick
Sowohl in der betrieblichen Praxis und betriebswirtschaftlichen Forschung wurden Fragen der Früherkennung von Chancen und Risiken lange Zeit verkannt. In wirtschaftlich "guten" Zeiten sah man auch keine Veranlassung, diesem Thema besondere Beachtung zu schenken. Seit einigen Jahren sind aber die Unternehmen auf Warnsignale aufmerksam geworden:

  • instabile globale Wirtschaftsentwicklung, Währungsparitäten, Inflationsraten oder Rohstoffpreise,
  • neuartige Erscheinungen im Beschaffungs-, Produktions- und Absatzbereich,
  • geänderte gesellschaftliche Wertvorstellungen,
  • Konflikte mit Abnehmern, Lieferanten, der Öffentlichkeit und dem Staat,
  • rapide technologische Entwicklung, kürzere Produktlebenszyklen und Innovationsschübe,
  • branchenübergreifende Strukturverschiebungen.

Insbesondere große und bedeutende Unternehmen mussten in dieser Situation feststellen, dass die aufgezeigten Veränderungen mit den vorhandenen Controlling-Instrumenten nicht rechtzeitig erfassbar sind.

Ein Versuch, solche Störungen der ökonomischen, technologischen, sozialen und politischen Umwelt rechtzeitig zu erkennen und auf ihre Auswirkungen zu überprüfen, ist die Aufgabe von Frühwarnsystemen, die aus anderen Bereichen (wie zum Beispiel der Medizin, der Umwelttechnik oder des Militärs) schon bekannt sind. Auch die heute vor allem bei Großunternehmen im Einsatz befindlichen Frühwarnsysteme haben ähnliche Aufgaben: Sie sollen Änderungen der Unternehmens-Umwelt, aber auch Veränderungen im eigenen Unternehmen erfassen und transparent machen. Nur so können rechtzeitig Maßnahmen zur Chancenwahrnehmung oder Risikoabwendung initiiert werden.