Harzburger Modell (2)

Dieses Modell wurde von Reinhard Höhn, dem Gründer der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft in Bad Harzburg entwickelt ("Führung im Mitarbeiterverhältnis"). Dieses Konzept lässt sich von dem Grundgedanken leiten, dass die Motivation von Mitarbeitern durch Delegation von Aufgabe und Verantwortung mit Übertragung selbständiger Aufgabenbereiche gefördert werden kann. Jeder Mitarbeiter erhält daher ein festumgrenztes (autonomes) Aufgabengebiet mit Kompetenzen und eigenverantwortlicher Entscheidungs- und Handlungsbefugnis. Für diesen Aufgabenbereich trägt er aber auch die volle Verantwortung. Der Vorgesetzte darf in den jeweiligen Bereich - abgesehen von Ausnahmefällen - nicht eingreifen.
Hauptbestandteil des Modells sind umfangreiche Führungsanweisungen und -grundsätze mit Stellenbeschreibungen. Die Führungsanweisungen enthalten detaillierte Rechte und Pflichten eines Vorgesetzten bezüglich Information, Kontrolle und Bewertung. Diese Detailliertheit drückt sich beispielsweise in mehrseitigen Anweisungen zur Gestaltung von Mitspracherechten/Mitbestimmung aus.
Kritiker werfen dem Modell eine zu starke Bürokratisierung vor. Bezeichnenderweise wurde dieses Modell vielfältig in Kommunalverwaltungen und anderen öffentlichen Institutionen realisiert.