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Wie agil sind deutsche Unternehmen wirklich? Akademie-Studie 2017

Silodenken verhindert die Neuausrichtung: Agiles Denken in deutschen Unternehmen längst noch nicht der Normalfall Akademie für Führungskräfte befragte 365 Führungskräfte 

Überlingen / Köln, 19. September 2017 

Wie agil ist Ihr Unternehmen? Die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft (Überlingen) hat in ihrer Akademie-Studie 2017 365 Führungskräfte befragt. Die meisten Führungskräfte sind skeptisch: Mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) der Befragten glaubt nicht, dass ihr Unternehmen agil ist oder in naher Zukunft agil sein wird. Sich selbst stellen die Chefs und Chefinnen dagegen ein gutes Zeugnis aus. 81,5 Prozent sagen: „Ich selbst bin in der Lage, in einer agilen Organisation erfolgreich zu sein.“ Wenn Unternehmen heute noch nicht so agil agieren, wie sie könnten, dann liegt das nicht an der Technik, sondern an den Menschen. Als Hauptblockaden machen die Führungskräfte das Silodenken in den einzelnen Unternehmensteilen aus. 

Die Forderung nach Agilität ist kein Trend, der nur für StartUp-Unternehmen oder die Softwareindustrie interessant ist: Der Aussage "Agilität ist ein Hype und wird in seiner Bedeutung überschätzt“ wollen nur 10,9 Prozent zustimmen. Führungskräfte in Unternehmen aller Größen nehmen die Anforderungen an agile Strukturen und agiles Denken sehr ernst. Führungskräfte in agilen Organisationen müssen vor allem kundenorientiert denken Was muss eine Führungskraft können, um in einer agilen Organisation erfolgreich zu sein? Die Akademie-Studie 2017 ermittelte die "Top 5" der "Überlebenskompetenzen" für eine Führungskraft in einer agilen Organisation. Unangefochten auf Platz eins steht die Fähigkeit, kundenorientiert zu denken. Auf Platz zwei folgt die Kompetenz, Teams und Menschen zu motivieren. "Risiken erkennen" steht auf Platz drei, Strategisches Denken und die Fähigkeit, Erwartungen und Ziele zu definieren, folgen auf Platz vier und fünf.

wichtige Überlebenskompetenzen Führungskraft


Agilität ist wichtig – aber kein Allheilmittel für den Unternehmenserfolg. Qualitätsbewusstsein und Tradition sind wichtiger… 

Auf die Frage, was den Erfolg ihres Unternehmens ausmacht, antworten die meisten Führungskräfte selten mit agilen Schlagworten wie Schnelligkeit, Flexibilität und Innovationskraft. Im Gegenteil: Auf Platz eins der Erfolgskriterien liegen mit 66,3 Prozent die “festen Kundenbeziehungen“. Auf Platz zwei folgt das Kriterium „Qualität und Qualitätsbewusstsein“ (65, 3 Prozent). Mit erheblichem Abstand folgt auf Platz drei Authentizität (40,3 Prozent). Tradition ist mit 37,5 Prozent noch weit vor Innovationskraft (30,6 Prozent) und Schnelligkeit (19,4 Prozent) vertreten. Für die Zukunft rechnen die befragten Führungskräfte mit massiven Veränderungen: „Unsere Kunden von heute sind nicht die Kunden, die wir morgen haben werden.“ Davon ist jeder zweite überzeugt (50,6 Prozent). 

Faktoren, die der Agilität eines Unternehmens im Weg stehen, sehen die Führungskräfte zumeist bei den Menschen im eigenen Unternehmen: 52,7 Prozent stellen fest, dass agiles Denken längst noch nicht der Normalfall ist und agile Methoden für die Mitarbeiter noch zu unbekannt sind. 69,0 Prozent schauen eine Etage höher und machen vor allem die Führungskräfte, denen agile Methoden noch zu unbekannt sind, verantwortlich. Als Hauptblockade wird mit großem Abstand von 71,8 Prozent der Befragten das Silodenken im Unternehmen genannt: Bereiche arbeiten nicht miteinander, sondern gegeneinander, der Informationsfluss stoppt an Abteilungsgrenzen und Mitarbeiter sind nicht nur nur räumlich getrennt, sondern auch im Marktverständnis.

Wandel zum agilen Unternehmen



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